Jede Tasche kontrolliert der Sicherheitsdienst.
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Jede Tasche kontrolliert der Sicherheitsdienst.
Die Stimmung passt – schon hier zum Auftakt, als sich das Zelt erst füllt. 
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Die Stimmung passt – schon hier zum Auftakt, als sich das Zelt erst füllt. 
Der bequemste Platz beim Festzug.
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Der bequemste Platz beim Festzug.
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Sicherheitsmaßnahmeen beim Volksfest

Ohne Kontrolle kommt in Lohhof keiner ins Bierzelt

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Top-Spin, Tracht und Taschenkontrollen: Die Stadt Unterschleißheim hat die Sicherheitsvorschriften auf dem Lohhofer Volksfest ganz spürbar verschärft. 

Unterschleißheim – Festwirt und Polizei finden die Sicherheitsmaßnahmen natürlich gut. Und die Besucher? Einige nörgeln zwar, der Großteil aber lässt sich seine Feierlaune nicht verderben. Ein Abend auf dem Volksfest.

Ein Überschlag, dann noch einer, und noch einer. Und irgendwann sind es so viele, dass einem allein vom Zuschauen speiübel ist. Das 66. Lohhofer Volksfest ist noch keine zehn Minuten alt, da lassen sich die ersten Wagemutigen – den Schreien nach zu urteilen: allesamt Jugendliche – vom Fahrgeschäft „Top-Spin“ durch die Luft wirbeln und kopfüber um die eigene Achse drehen. Das Gekreische der Fahrgäste übertönt nur die trashige Elektro-Musik, die aus den Lautsprechern über den Festplatz wabert. In der Luft liegt der Geruch von gebrannten Mandeln und Gegrilltem. Burschen in Lederhosen hetzen zum Festzelt, ihre Begleitungen wackeln auf ihren Stöckelschuhen hinterher. Ein ganz normaler Abend auf dem größten Volksfest im Landkreis eben.

Nur noch zwei Zugänge auf der Volksfestplatz

Oder?

Im Grunde ja. Nur ist in diesem Jahr eben doch so manches ein bisschen anders in Lohhof. Sicherer, wenn man so will. Die Stadt hat auf Anraten der Polizei das Sicherheitskonzept überarbeitet und verschärft.

Aufs Festgelände gelangen Besucher nur noch über den Eingang am Münchner Ring oder an der Stadionstraße. Statt ungehindert auf das Areal spazieren zu können müssen die Besucher, vornehmlich die weiblichen, an den beiden Eingängen dem Sicherheitspersonal ihre Taschen öffnen. Ist dort nichts Verdächtiges zu finden und die Größe passt – Richtwert sind drei Liter Fassungsvermögen – gibt’s ein buntes Bandl an das modische Accessoire, und dem Volksfestabend steht nichts mehr im Weg. Ist die Tasche allerdings größer als erlaubt, muss der Besitzer sie an einem Container am Eingang abgeben. Was am Eröffnungsabend offenbar nicht jedem auf Anhieb passt.

Ein paar Gäste meckern

„Viele sehen es ein, ein paar meckern und sagen, sie gehen wieder“, erzählt Heiko Täubl, einer von rund 15 Mitarbeiter der Firma „HDM Security Service“, die tags wie nachts auf dem Volksfest für Sicherheit sorgen. Doch die wenigsten Nörgler gehen tatsächlich wieder heim. Wenn überhaupt, nur um die Tasche zu wechseln. Und auch Täubl reckt schon anderthalb Stunden später, angesprochen darauf, wie es denn läuft mit der Taschenkontrolle, nur den Daumen nach oben.

„Anlaufschwierigkeiten“, kommentiert Bürgermeister Christoph Böck (SPD) die Situation, als er an einem der Eingänge vorbeischaut. Böck und der Stadtrat hatten die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen bewilligt, 20 000 Euro in die Hand genommen und waren damit der Empfehlung von Michael Graf gefolgt.

Keine konkreten Hinweise auf Bedrohung

Der Leiter der für Unterschleißheim zuständigen Polizeidienststelle empfahl der Stadt eine Anpassung des Konzeptes, ähnlich dem auf dem letztjährigen Oktoberfest. Dazu zählen neben den Taschenkontrollen und einem Rucksackverbot auch eine Rundum-Umzäunung, die Aufstockung des Sicherheitspersonals sowie Einfahrtshindernisse.

„Wir haben seit Jahren eine abstrakte Terrorgefahr“, begründet Graf sein Vorgehen. Berlin, Ansbach, Manchester und London haben eben auch in Unterschleißheim Narben hinterlassen. Graf betont aber ausdrücklich: „Konkrete Hinweise auf eine Bedrohung gibt es aber Gott sei dank nicht.“ Sein Rat an die Volksfestbesucher: „Genießt das Volksfest ausgelassen.“

Darauf hofft freilich auch Burkhard Greiner. Er ist der Festwirt in Lohhof. Zum dritten Mal in Folge steht sein Zelt auf dem Festplatz am Münchner Ring. 2980 Besucher passen rein. Hier wird zehn Tage lang bis spät in die Nacht geschunkelt, gegessen und getrunken, was Band, Küche und Schänke hergeben.

Festwirt rechnet nicht mit weniger Besuchern

Nur stellt sich in diesem Jahr dann eben doch die eine Frage: Drohen die Besucherzahlen einzubrechen, wie ein tanzender Haufen schmerbäuchiger Burschen auf einer Bierbank? „Das kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Greiner und verlässt sich da ganz auf seine Erfahrung. Mit seinem Zelt tourt er in der Volksfestsaison von Festplatz zu Festplatz. Vom Oberallgäu über Oberbayern bis in die Oberpfalz. Mancherorts werde sogar stärker kontrolliert als in Lohhof. Und so unterschiedlich die Regionen auch sind: Die Leute ließen die Kontrollen eben einfach über sich ergehen, zumeist ohne Murren, und feiern dann ausgelassen. Klar: „Den ein oder anderen gibt es immer, dem es nicht passt“, sagt Burkhard Greiner, „aber ich sehe das Ganze positiv. Die Leute sollten eher dankbar sein.“

Ozapft is 

Als Bürgermeister Böck mit dem Schlegel in der Hand ans Bierfass tritt, um es anzuzapfen, ist von all den Bedenken und Diskussionen sowieso nichts mehr zu spüren. Ein Schlag, dann noch einer und noch einer. Ein vierter zur Sicherheit. Das Bier fließt. Ein Tusch der Blaskapelle, und die Menge grölt. Alles wie immer. Letztlich ist das Lohhofer Volksfest auch in diesem Jahr vor allem eines: ein Volksfest.

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