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Weil Fachpersonal fehlt: Das Seniorenzentrum „Haus am Valentinspark“ in Unterschleißheim musste den vierten Stock schließen. 24 Plätze sind unbelegt.

aus am Valentinspark

Pfleger-Notstand: Heim schließt ganze Etage

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Das Seniorenzentrum Am Valentinspark in Unterschleißheim hat einen Aufnahmestopp verhängt. Es gibt nicht genügend Fachkräfte. Der vierte Stock ist derzeit unbewohnt.

Landkreis – 180 Plätze hat das Heim am Valentinspark in Unterschleißheim. Doch nur 156 Plätze sind aktuell belegt. 24 Betten muss Dieter Pflaum vom Paritätischen Wohlfahrtsverband leer stehen lassen, weil Fachkräfte fehlen. Die vorgeschriebene Fachkraftquote liegt bei 50 Prozent. Der Geschäftsführer in Unterschleißheim lässt also lieber Zimmer leer stehen, als in die Illegalität abzurutschen oder Qualitätsmängel in der Pflege zu riskieren.


Eine Altenpflegerin findet 139 offene Stellen in München

Pflaum sucht händeringend Personal. Aktuell fehlen in Unterschleißheim fünf Vollzeitstellen und weitere fünf in Pullach, wo Pflaum im Haus am Wiesenweg nur 130 von 139 Plätzen belegen kann.

Aufnahmestopps aufgrund von Personalmangel sind keine Seltenheit: Sie wurden 2017 in 24 Einrichtungen in Bayern wegen Unterschreitung der Fachkraftquote verhängt, teilt das bayerische Gesundheitsministerium mit.

In Stadt und Landkreis München hatte eine Altenhilfefachkraft im Dezember 2017 die Wahl unter 139 offenen Stellen. Bayernweit waren 2093 Stellen frei.

Fehlende bezahlbare Wohnungen und hohe Lebenshaltungskosten erschweren die Akquise im Raum München. „Die klassische Stellenanzeige bringt gar nichts. Da meldet sich keiner“, sagt Pflaum. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat versucht, Mitarbeiter mit einer Startprämie von 3000 Euro anzuwerben. Erfolglos. Pflaum: „Nur über die Ausbildung eigener Schüler finden wir Personal und über Mundpropaganda, wenn Mitarbeiter Kollegen erzählen: Komm doch zu uns, bei uns ist es gut.“ Dieter Pflaum ist davon überzeugt, dass die Fachkraftquote gesenkt werden müsste.

Die Caritas Geschäftsführerin für die Altenheime, Doris Schneider, plädiert ebenfalls dafür, den Trägern wieder eigenverantwortlich zu überlassen, den Personaleinsatz nach eigenen Kriterien festzulegen. Einen Aufnahmestopp gab es in den Caritas-Altenheimen in Oberhaching, Gräfelfing, Glonn und Baldham bisher nicht, offene Stellen aber permanent.

Träger suchen Personal mit Prämien und im Ausland

„Wir sind ständig auf der Suche nach Fachkräften und akquirieren auch im Ausland“, sagt Doris Schneider, „zum Beispiel auf den Philippinen, wo wir aktuell unabhängig vom ganz konkreten Bedarf 25 Mitarbeiter gewonnen haben, die im Laufe des Jahres kommen und Lücken wieder auffüllen können.“

Wilfried Bogner leitet das Alten- und Pflegeheim der Inneren Mission in Ebenhausen mit 176 Plätzen. „Wir konnten uns bisher noch behelfen, auch mit gegenseitigem Einspringen von Personal aus anderen Häusern der Inneren Mission. Aber oft ist es schon sehr knapp.“ Auf dem Gelände in Ebenhausen gibt es ein Mitarbeiter-Wohnhaus mit 40 Apartments. „Wir überlegen, ob wir bei uns ein zweites Haus bauen“, sagt Bogner.

Auch die Stadt Unterschleißheim will bezahlbare Wohnungen für Pflegkräfte schaffen: Der Stadtrat prüft inzwischen bei jedem städtischen Bauprojekt, ob Wohnungsbau möglich ist. Vielleicht findet so das Haus am Valentinspark wieder Fachpersonal, kann den Aufnahmestopp aufheben und die vierte Etage wieder in Betrieb nehmen.

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