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Das Ensemble der G‘fildner Bühne.

Premiere der G‘fildner Bühne Lohhof

Krawall der Generationen

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Klaus Hausmann hat‘s nicht leicht: Eine pubertierende Tochter und die Schwiegermutter trieben ihn zum Wahnsinn. Und dann noch diese Emanze im Büro...

Unterschleißheim – „Zefix, wo ist schon wieder meine Hose und die Krawatte?“ Klaus Hausmann ist mehr als genervt. Daheim geht ihm die grantelnde und besserwisserische Schwiegermutter ebenso gehörig auf den Geist wie seine pubertierende Tochter. Und in der Firma ruft der Tod seines langjährigen Chefs als Nachfolgerin ausgerechnet dessen hoch emanzipierte Schwester auf den Plan. Während die alles umzukrempeln gedenkt, wird der arme Hausmann zum Gehetzten.

Die ist die Ausgangsbasis für eine witzig-spritzige Komödie, welche die „G’fildner Bühne Lohhof“ auf die Bühne der Mehrzweckhalle in Unterschleißheim zaubert. „Der Generationenkrawall“ aus der Feder von Winfried Pohl wird von der Theatergemeinschaft launig-liebevoll in Szene gesetzt. Am Freitag ist Premiere. 

Bei der Generalprobe hecheln abseits der Bühne gestresste und Text-Fetzen vortragende Laien-Akteure durchs Bild, während letzter Feinschliff am Bühnenbild erfolgt, und die Masken-Bildnerin Doris Langhammer manchem Darsteller mit Paste und Schminke frische Farbe ins Gesicht zaubert. Regisseurin Renate Schober eilt  unruhig durch den Saal, beantwortet Detailfragen, inspiziert die Technik und taucht die Bühne in warmes Licht. Die Akteure setzen sich in Pose, wirbeln aufgeregt um den Brotzeittisch herum und gestikulieren. Einzig Theater-Hund Rusty lässt sich von all dem hektischen Treiben nicht anstecken.

Die Spannung nimmt zu. Die Schauspieler eilen zur Gruppeneinstimmung ins Off, vorne, im Zuschauerraum, hat neben einigen Probengästen auch ein Kamerateam Stellung bezogen und bereitet sich vor. „Toi-Toi-Toi“ schallt es plötzlich hinter der Bühne. Techniker Günter Deller kündigt mit der großen Kuhglocke scheppernd an, dass es nun bald losgeht. Moderator Maximilian Hiess wendet sich an die Zuschauer.

Dann öffnet sich der Vorhang. Den Auftakt in der Kulisse des Hausmann’schen Wohnzimmers bestimmen die beiden Hausfrauen Grazia und Irene Hausmann. „Au!“ schreit Irene und regt sich schimpfend darüber auf, dass Gatte Klaus mal wieder alle Knöpfe von der Anzugjacke verloren hat. Die beiden Damen des Hauses, scharfzüngig interpretiert von Dominique Schieren und Renate Orth, salbadern und schwadronieren nach Herzenslust. 

Schnell belebt sich die Szenerie durch weitere Akteure: Hilflos irrt Klaus Hausmann, im Wechsel witzig, schicksalsergeben und komödiantisch ernüchtert dargestellt von Harry Münzer, in langen Unterhosen über den Bühnenboden. Während die rebellische Tochter Evelin in Papas vermisster Hose und lässig umgebundener Krawatte mit Cousine Ines Papas Biervorrat dezimiert, lässt auch die „liebe“ Schwiegermama Trude Niedermeier nicht lange auf sich wartet. Heftig am Zigarillo ziehend, hüllt sie nicht nur den Raum in genau den Dampf, den der Hausherr nicht mag. Mit den Enkelinnen im Schlepptau zieht sie auch kräftig und wortreich vom Leder, wie dem ohnehin geplagten Hausherrn trefflich zu schaden sei. Es wird den beiden im weiteren Verlauf bestens gelingen.

Hier gibt‘s Karten

Nach der Premiere am Freitag, 13. April, um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle in der Birkenstraße 2 in Unterschleißheim, finden fünf weitere Aufführungen statt. Am 14. April, am 21. April, am 27. April und am 28. April wird gespielt, jeweils ab 19.30 Uhr. Zudem am Sonntag, 22. April, bereits um 17 Uhr. Karten zum Preis von je acht Euro sind bei „Blumen Wildwuchs“ zu bekommen, Johann-Schmid-Straße 22 a in Unterschleißheim, Tel 089/37 07 36 80. Außerdem an der Abendkasse. Einlass ist jeweils 90 Minuten vor den Vorstellungen.

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