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Stinksauer: (Noch-)Wirt Meinhard Lösch.

SV Riedmoos kündigt Sportgaststätten-Wirt

"Menschlich unterste Schublade"

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Riedmoos – Stress in der Sportgaststätte des SV Riedmoos: Der Verein hat Pächter Meinhard Lösch gekündigt. Der macht seinem Ärger öffentlich Luft.

Auf diese Art von Weihnachtspost hätte Mainhard Lösch gerne verzichtet. Wenige Tage nach Heiligabend zog der Wirt der Sportgaststätte des SV Riedmoos ein Einschreiben aus seinem Briefkasten, dessen Poststempel vom 24. Dezember datierte. Das Schreiben sei unterzeichnet gewesen von sämtlichen Vorstandsmitgliedern des Vereins, erzählt Lösch. Darin teilen sie ihm mit: Der Pachtvertrag für die Gaststätte wird fristgerecht zum 31. März gekündigt.

„Für mich kam das aus heiterem Himmel“, sagt Mainhard Lösch. „Ich habe keinerlei Gründe für die Kündigung erfahren. Und auch davor hat mich niemand aus dem Vorstand angesprochen, dass irgendwas nicht stimmt.“ 

Dieser Behauptung widerspricht SVR-Vorsitzender Peter Rein: „Es hat im Vorfeld wiederholt Gespräche gegeben. Er kennt die Gründe für die Kündigung genau.“ Details möchte Rein jedoch nicht preisgeben: „Wir wollen keine Trommeln von schmutziger Wäsche waschen.“ Nur so viel: „Das Gesamtpaket hat nicht mehr gepasst. Seit dem Sommer haben sich viele Kleinigkeiten summiert.“ 

Von all dem will Mainhard Lösch jedoch nichts mitbekommen haben. Zwar räumt der 37-Jährige ein, dass sein Vertrag korrekt und fristgerecht gekündigt wurde. „Aber menschlich war das unterste Schublade, wenn man bedenkt, wie verwurzelt meine Familie und ich im Verein waren – und wie sehr wir uns eingebracht haben.“ 

Tatsächlich war Lösch nicht nur Wirt in Riedmoos, sondern auch Mitglied im Förderverein, ein Jahr lang Trainer der Dritten Mannschaft, und seine drei Söhne kickten beim SVR – bis jetzt. „Nach der Kündigung habe ich alle Ämter niedergelegt, und auch meine Kinder spielen nicht mehr hier“, berichtet Lösch, der seinerseits aber auch nie das Gespräch mit der Vereinsführung gesucht hat. „Die Kündigung war von allen Vorstandsmitgliedern unterschrieben. Wen soll ich da noch ansprechen?“ 

Seinem Ärger hat er auf anderen Wegen Luft gemacht – beispielsweise durch eine Anzeige auf der Speisekarte. Dies kam bei der Vereinsführung naturgemäß nicht gut an. „Er hat einige Maßnahmen ergriffen, die nicht in Ordnung waren“, betont Peter Rein. 

Rückblickend habe man mit Mainhard Lösch zwar „lange eine gute Zeit gehabt“, sagt der SVR-Chef. „Aber am Ende gab es Irritationen, die das Verhältnis getrübt haben.“ Aktuell sehe sich der Verein nach einem neuen Wirt um. „Wir verhandeln mit diversen Kandidaten, aber spruchreif ist noch nichts“, sagt Rein. 

Der Club hat die Sportanlage von der Stadt gepachtet und ist daher für die Vermietung der Gaststätte verantwortlich. „Wir suchen einen Wirt, der die Bedürfnisse unseres Vereins abdeckt. Er soll eine ordentliche gutbürgerliche Küche anbieten, die preislich im Rahmen liegt“, sagt Peter Rein, der betont: „Wir werden aus unserem Clubhaus sicher keine Pizzeria machen.“ 

Derweil ist auch Pächter Mainhard Lösch wieder auf der Suche. Der gelernte Koch, der im Münchner Norden lebt, will wieder ein Restaurant pachten. „Das Bittere ist, dass ich während meiner Zeit in Riedmoos drei gute Angebote hatte“, sagt Lösch. „Doch die habe ich alle abgesagt, weil wir uns hier wie zu Hause gefühlt haben."

Patrik Stäbler

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