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In die Pedale, fertig, los! Gut 30 Teilnehmer, darunter Unterschleißheims Vize-Bürgermeister Tino Schlagintweit (auf dem Liegerad), nahmen einen Abschnitt des geplanten Radwegs ins Visier.

Mit dem Rad entlang der S1

Schnellverbindung bis Freising: So soll die Trasse durch Unterschleißheim führen

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Auf einer Schnellverbindung von München bis Freising sollen Pendler flott vorwärts kommen. Ein Abschnitt der Strecke führt durch Unterschleißheim.

Unterschleißheim – Die Planung wird konkreter. Der interkommunale Radweg ist knapp 30 Kilometer lang, führt von München über Oberschleißheim, Unterschleißheim, Eching und Neufahrn bis nach Freising entlang der S-Bahn-Linie S1 und kostet insgesamt 11,7 Millionen Euro. Auf dieser Schnellverbindung sollen Pendler flott vorwärts kommen. Das Projekt regten die Grünen im November 2018 an. Jetzt ist die Machbarkeitsstudie fertig, sie wird nach und nach in allen sechs Kommunen vorgestellt.

Im Vorfeld trafen sich in Arbeitskreise, es wurden Pendlerströme analysiert und Streckenabschnitte erarbeitet. „Wir erwarten mindestens 2000 bis 3000 Radfahrer pro Tag auf diesem Radweg“, erklärte Wolfgang Kever vom Aachener Verkehrsplanungsbüro Kaulen, der dem Unterschleißheimer Umwelt- und Verkehrsausschuss zwei mögliche Varianten für den Teilabschnitt in Unterschleißheim präsentiert hat.

Kosten für Unterschleißheimer Abschnitt: 1,7 Millionen Euro

Die möglichen Strecke auf Unterschleißheimer Flur: Die Varianten 1 und 2 sind blau gekennzeichnet, rot-gepunktet sind Strecken, die zusätzlich geprüft werden sollen

Die Trasse soll mindestens so breit sein, dass sich zwei Radfahrer begegnen können. Neben der Breite haben die Arbeitskreise weitere Standards entwickelt: Der interkommunale Radweg soll möglichst steigungsfrei sein und wird gereinigt, beleuchtet und im Winter geräumt. „Wir bauen zwar keinen Radschnellweg nach dem höchsten Standard, wir wollen aber doch einen hohen Standard realisieren“, sagte Kever. Die Kosten für den Unterschleißheimer Abschnitt schätzt er auf 1,7 Millionen Euro.

Ziel sei „ein gut ausgebauter, schneller Radweg und eine neue Möglichkeit, im Berufsverkehr von Eching nach Unterschleißheim zu kommen“, sagte Bürgermeister Christoph Böck (SPD).

Zwei Varianten wurden untersucht und bewertet: westlich und östlich der S-Bahn-Linie. Der Umwelt- und Verkehrsausschuss gab einstimmig der westlichen, 3,5 Kilometer langen Trasse den Vorzug. Von Oberschleißheim kommend führt die Strecke in einigem Abstand westlich der S-Bahn-Linie über die Mittenheimer und Landshuter Straße sowie über die Hauptstraße bis zur Bahnunterführung. Auf dieser Route hat die Stadt schon einige Verbesserungen für Radfahrer umgesetzt. Die weitere Strecke entlang der Carl-von-Linde-Straße muss dagegen noch für Radfahrer ausgebaut werden: Hier müsste die Fahrbahn wohl verengt oder Parkplätze entfernt werden, so dass das Parken nur noch einseitig erlaubt wäre.

„Es wird leider so sein, dass...“ 

„Es ist immer ein Abwägungsprozess, ob man Parkplätze, Grünstreifen oder Fahrstreifen wegnimmt“, betonte er, „es wird leider so sein, dass wir nicht auf allen Abschnitten den Standard erreichen, aber wir versuchen, überall das Optimum herauszuholen.“

Schwierig wird dies etwa auf der Hauptstraße. „Ich bin gespannt, wie die Qualitätsstandards umgesetzt werden“, sagte Thomas Breitenstein (SPD), kritisch sieht auch er die Hauptstraße, wo Radfahrer im Mischverkehr die Straße nutzen sollen. „Die Leute fühlen sich da nicht sicher“, sagte Breitenstein, „ich halte hier die Einführung einer Fahrradstraße für unumgänglich.“

Kommunen bestimmen endgültige Strecke

Zwar gab der Ausschuss einstimmig der Variante westlich der S-Bahn den Vorrang, denn für diese Trasse spricht auch, dass es gute Anknüpfungspunkte an andere bestehende Radverbindungen gibt und das Zusammenspiel mit Autofahrern und Fußgängern „deutlich besser“ sei, so Kever. Die Bahnunterführung bietet aber in jedem Fall die Möglichkeit, zwischen westlicher und östlicher Seite zu wechseln.

Festgelegt wird die Strecke am Ende durch eine Abstimmung aller beteiligten Kommunen.

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