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Nachfolger gesucht: Das Grundstücke an der Bezirksstraße 4 ist verwaist, die Tankstelle abgerissen.

Verwaistes Grundstück an der Bezirksstraße

Sechs Ideen gegen die Trostlosigkeit

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Kino, Wohnungen oder ein Supermarkt? Für das ehemalige Esso-Grundstück in der Unterschleißheimer Bezirksstraße sucht die Stadt nach Alternativen. Eine Studie soll helfen. Die Tendenz ist klar.

Unterschleißheim – Die Esso-Tankstelle ist verschwunden. Jetzt geht es darum, was mit dem verwaisten Grundstück an der Bezirksstraße 4 in Unterschleißheim passieren soll. Die Stadt hat eine Studie in Auftrag gegeben, die mögliche Optionen untersuchen sollte. Das große Ziel: eine Wiederbelebung der Bezirksstraße. Sechs Nutzungsvarianten haben die Stadtentwickler Jan Vorholt und Christoph Rohrmeier von „Cima“ untersucht – und nun im Bauausschuss vorgestellt. Die Vor- und Nachteile im Überblick.

Supermarkt

Jan Vorholt tat sich schwer, der Variante „Einzelhandel“ etwas Negatives abzugewinnen. Er sieht in einem Supermarkt die optimale Lösung. „Das ist für uns die Nachnutzung, die fast schon folgerichtig ist“, sagte er. Mit einem sogenannten Vollsortimenter könne die Stadt das Einkaufsangebot in der Bezirksstraße komplettieren – und wieder mehr Kunden anlocken. „Das ist die Variante, mit der man im ganzen Tagesgang eine gewisse Frequenz generiert, von der auch die anderen Geschäfte profitieren“, sagte Vorholt. Die Planer rechnen für einen Supermarkt in dieser Lage mit einem Umsatz von bis zu fünf Millionen Euro. Besonders positiv: Ein potenzieller Mieter steht schon in den Startlöchern: „Rewe hat großes Interesse“, sagte Vorholt.

Kino

Es wäre wohl die Wunschlösung vieler Unterschleißheimer, und auch der Betreiber des Capitol-Kinos hat bereits Interesse signalisiert. Die Stadtentwickler stehen der Variante weniger euphorisch gegenüber. Sie bewerten die Kino-Option zwar als „grundsätzlich denkbar“, gaben jedoch zu bedenken, dass die Stadt sich baulich einschränken würde. Das Kino würde zwei Stockwerke belegen, da man für die Säle eine Deckenhöhe von bis zu sieben Metern einplanen muss. Diese Voraussetzungen würden einen künftigen Umbau erschweren. Das wirtschaftliche Potenzial für ein Kino wäre durchaus gegeben. Bei vier bis fünf Sälen könne der Betreiber jährlich mit bis zu 106 000 Besuchern und einem Umsatz von rund 1,5 Millionen Euro rechnen – solange etwa in Garching kein Kino gebaut wird. Das wiederum hätte negative Auswirkungen auf ein Kino in der Bezirksstraße. Weiterer Minuspunkt: hohe Betriebskosten.

Wohnen

„Ein Wohnentwicklung im Obergeschoss ist per se die sinnvollste Variante“, sagte Rohrmeier und nannte erste Zahlen: insgesamt 20 Wohneinheiten, zwei bis fünf Räume, für je zwölf bis 15 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter.

Praxen/Büros

Kein Muss, aber eine „sinnvolle Ergänzungen“ wären Praxen oder Büros, findet Rohrmeier, die wegen der Marktlage auch realisierbar seien.

Gastronomie

„Sapori“, Kistenpfennig und seit Neuestem auch „Buddy’s Burger“: „In der Bezirksstraße besteht ein sehr attraktives Gastro-Angebot“, sagte Rohrmeier. Und dennoch könnte die Straße ein weiteres Lokal vertragen. „Eine sinnvolle Ergänzung, keine Duplizierung“, stellte Rohrmeier klar. „Das wäre dann auf jeden Fall machbar – mit einem entsprechenden Konzept.“

Heimatmuseum

Das große Problem dabei: zu wenig Kundschaft. „Die Stärkung der Straße wäre nicht gegeben“, sagte Rohrmeier. Dadurch wäre auch der Umsatz zu gering, sodass die Stadt das Museum unverhältnismäßig hoch subventionieren müsste.

Fazit

Die „Cima“-Projektleiter empfehlen der Stadt eine Kombination mehrerer Varianten. Das könnte dann so aussehen: ein dreistöckiges Gebäude mit einem Supermarkt und einem Lokal im Erdgeschoss sowie Wohnungen in den oberen Stockwerken. „Das wäre unser Favorit. Ein Kino würden wir Ihnen nicht empfehlen“, sagte Vorholt den Stadträten. „Wie Sie letztlich auch entscheiden, Sie haben eine große Chance, die Bezirksstraße zu stärken. Mein Appell: Nutzen Sie sie.“

In der Bauausschusssitzung diskutierten die Stadträte die Varianten nicht. Die Fraktionen wollen sich zunächst beraten. Im September steht das Thema dann im Stadtrat auf der Tagesordnung.

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