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Duo für knapp 4500 Gläubige: Pfarrerin Manuela Urbansky (l.) und Pfarrerin Mirjam Pfeiffer.

Das Ende der Doppelvakanz

Zwei Frauen für ein Halleluja: Das sind die zwei neuen Pfarrerinnen in Unterschleißheim 

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Über ein Jahr waren die Stellen vakant. Jetzt hat die evangelische Kirchengemeinde Unterschleißheim-Haimhausen wieder zwei Pfarrerinnen. Am Sonntag werden sie ins Amt eingeführt.

Unterschleißheim – Über ein Jahr waren die beiden Pfarrstellen der evangelischen Kirchengemeinde Unterschleißheim-Haimhausen nicht besetzt – jetzt hat es auf einen Schlag mit der Doppelvakanz ein Ende: Am Sonntagnachmittag werden Mirjam Pfeiffer und Manuela Urbansky in ihre Ämter als neue Pfarrerinnen eingeführt. Der Festgottesdienst findet um 16 Uhr in der Genezarethkirche statt.

Für Manuela Urbansky, die ursprünglich aus Neufahrn stammt, ist dieser Sonntag aber noch aus einem anderen Grund ein ganz besonderer Tag: Die 30-Jährige hat gerade ihr Vikariat in der Milbertshofener Dankeskirche beendet, das ihre Ausbildung nach siebenjährigem Studium komplettiert hat. Um 10 Uhr findet am Sonntag ihre sogenannte Ordination statt, gemeinsam mit fünf weiteren Vikaren wird sie von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler damit offiziell zur Pfarrerin ernannt.

„In meiner ersten Woche hier habe ich mehr Telefonate geführt als im ganzen Vikariat“

De facto hat sie mit Mirjam Pfeiffer, die aus Puchheim nach Unterschleißheim kommt, aber schon am 2. September die neuen Amtsgeschäfte aufgenommen: „Das waren locker 70-Stunden-Wochen“, berichtet Urbansky und strahlt dabei die Freude, jetzt ihre „eigene“ Kirchengemeinde zu haben aus: „Irgendwann mag man dann auch mal machen...“, erklärt sie und stellt begeistert fest: „In meiner ersten Woche hier habe ich mehr Telefonate geführt als im ganzen Vikariat.“

Diesen Tatendrang verströmt Mirjam Pfeiffer kein bisschen weniger: „Ich bin wahnsinnig gerne Pfarrerin“, schwärmt die 37-Jährige, vor allem über „diese Vielfalt, die man täglich erlebt“. Wie Urbansky ist Pfeiffer verheiratet, hat aber im Unterschied zur jüngeren Kollegin noch zwei kleine Töchter von einem und vier Jahren in ihrem Leben und aktuell auch noch jede Menge Umzugskisten, die aufs Auspacken warten. Trotzdem sind beide schon mehr als mittendrin in ihrem neuen Job, haben schon die Schulanfangsgottesdienste mit den katholischen Kollegen gestaltet, Tauf-, Trau- und Seelsorgegespräche geführt, die Suche nach einem neuen Organisten und einer Sekretärin ins Rollen gebracht und vieles mehr. „Einfach viel Organisation im Hintergrund gemacht, die man am Pfarrerberuf meist gar nicht so sieht“, erklärt Pfeiffer.

Zwei Frauen an der Spitze einer knapp 4500 Mitglieder großen Gemeinde

Bei all dem habe sie in ihrer neuen Gemeinde eine „extreme Offenheit für Veränderungen gespürt“, sagt sie, und Manuela Urbansky ergänzt mit sichtlichem Respekt: „Die Ehrenamtlichen hier haben ein Jahr Vakanz gestemmt und trotzdem ist die Luft überhaupt nicht raus. Wir wurden mit offenen Armen empfangen.“

Dass in ihrer knapp 4500 Mitglieder großen Gemeinde und in einer Familienstadt wie Unterschleißheim die Kinder- und Jugendarbeit ein Schwerpunkt sein wird, ist klar: „Wir haben über 40 Konfirmandinnen und Konfirmanden“, unterstreicht Pfeiffer selbst ein wenig verblüfft. Daneben steht in nächster Zeit das Einleben im Vordergrund, „viel Miterleben, raus zu den Leuten, Unterschleißheim kennenlernen“, beschreibt Manuela Urbansky. Genau dieser Kontakt mit vielfältigen Menschen macht für sie und ihre Kollegin den Reiz des Pfarrerinnenberufes aus: „Wir bekommen das volle Leben.“

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