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Durchschnaufen erlaubt: Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich freut sich mit der erleichterten Siegerin Annette Ganssmüller-Maluche. 

SPD-Kandidatin will CSU-Platzhirsch verjagen

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Mit einem rollenden Bürgerbus will Annette Ganssmüller-Maluche durch die 13 Gemeinden im Stimmkreis München-Land-Nord touren. „Die SPD kommt zu ihnen“ wird ihr Solgan im Landtagswahlkampf sein.

Landkreis– Annette Ganssmüller-Maluche haben die Delegierten im Bürgerhaus Unterschleißheim zur SPD-Kandidatin für die Landtagswahl im Stimmkreis München-Land-Nord gewählt. Die stellvertretende Landrätin hat sich in der Aufstellungsversammlung mit 35 Stimmen durchgesetzt gegen Ingrid Lenz-Aktas aus Aschheim , die 19 Stimmen erhielt (wir berichteten).

Kämpferisch kündigte Ganssmüller-Maluche im Bürgerhaus Unterschleißheim an: „Ich will nicht nur in den Landtag kommen. Ich will 35 Prozent der Erststimmen erreichen und damit das Direktmandat holen.“ Eine Kampfansage an den CSU-Kandidaten und Landtagsabgeordneten Ernst Weidenbusch. „Ich weiß“, sagte die Ismaningerin, „dies ist ein beherztes, ambitioniertes Ziel, es wird nicht einfach! Aber: Ich kann es schaffen.“

Die 56-Jährige will die Nachfolge von Peter-Paul Gantzer (79) antreten, der im Herbst 2018 nach 40 Jahren als SPD-Landtagsabgeordneter nicht wieder antritt. Der südliche Landkreis hat erneut Natascha Kohnen aufgestellt.

Den 55 Delegierten im Bürgerhaus Unterschleißheim kündigte Ganssmüller-Maluche an, mit einem „rollenden Bürgerbüro“ jeden Monat in die 13 Gemeinden des Stimmkreises zu kommen. Hierbei sei ihr Peter Paul Gantzers Bürgerbüro ein Vorbild, der 40 Jahre „Rettungsanker“ für Menschen in Not gewesen sei.

Deutlich anzumerken war den Genossen das Bemühen, keine Kandidatin zu diskreditieren. Weder „Annette“ noch „Ingrid“. Zwei Politikerinnen, die sich Jahrzehnte kennen und die in der ersten Reihe für die Landkreis-SPD arbeiten.

„Sie kann kämpfen.“

Belastend sei die „Kampfkandidatur“ für beide in den vergangenen Monaten gewesen, sagte Bela Bach, die als Kreisvorsitzende die Wahl leitete. Sie war um Fairness, ja geradezu um Neutralität bemüht, als sie fragte: „Wen begrüße ich zuerst?“, vorsichtshalber wählte sie die alphabetische Reihenfolge.

Man könne gar nicht von einer „Kampfkandidatur“ sprechen, sagte Götz Braun aus Garching: „Wir haben die Wahl zwischen zwei guten Kandidatinnen.“ Das betonte auch Gantzer: „Beide haben ihre Meriten, ihre Vorteile. Keine hat Nachteile.“ Dennoch ergriff er klar Partei und bat erneut um Unterstützung für Ingrid Lenz-Aktas (56). „Man muss sich entscheiden“, sagte er, „angesichts der Aufgaben, die auf die Kandidatin zukommen“ halte er „Ingrid“ für geeigneter. Auch Florian Spirkl aus Oberschleißheim favorisierte die Aschheimerin: Er hob ihre „akribische Arbeit in den Sachthemen“ hervor.

Im Gegenzug warb Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich: „Annette ist ein Gesicht der SPD und bringt unsere Politik seit Jahrzehnten in die Orte und Ortsvereine. Und sie kann kämpfen, das hat sie immer wieder bewiesen.“ Edward Bednarek aus Unterschleißheim sieht bei ihr mehr Chancen: „Die Bekanntheit ist wichtig“, sagt er.

„Wir stehen an einem Wendepunkt der Gesellschaft“, analysierte Ganssmüller-Maluche in ihrer Rede. Das freie Spiel der Marktkräfte habe zu viel Spielraum erhalten. „Das verstärkte Privatisieren von gemeinschaftlichen Aufgaben hat zu einer Gesellschaft von wenigen Gewinnern und sehr vielen Verlierern geführt.“ Sie forderte: „Der Sozialstaat muss Grenzen setzen“, ob es um Quadratmeterpreise oder Bildungschancen gehe.

Am Ende setzte sich mit Ganssmüller-Maluche als die offensivere und bekanntere Kandidatin durch. Den Delegierten versprach die Ismaningerin: „Ich werde meine Kraft, Leidenschaft, meinen roten, sozialen Faden und meine Bürgernähe einsetzen, damit der Wahlabend für uns alle ein Jubelabend wird.“

Erste Gratulantin war Ingrid Lenz-Aktas. Eine schöne Geste am Ende eines fairen Wahlabends.

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