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Keine Rolltreppe, kein Lift: Der Abgang vom Bahngleis am S-Bahnhof in Lohhof am Jugendkulturhaus „Gleis 1.“

Infoveranstaltung der Stadt

Unterschleißheim leistet sich barrierefreien Bahnhof

Unterschleißheim - Für fünf Millionen Euro leistet sich die Stadt einen barrierefreien Bahnhof. Probleme fürchten Anwohner vor allem am Aufgang Berglstraße.

Das Paket ist geschnürt. Teilweise überdachte Rampen und Aufzüge sollen Behinderten den Zugang zu den Bahnsteigen am S-Bahnhof Unterschleißheim erleichtern, das Blindenleitsystem umfassend ausgebaut werden. In Kürze, womöglich schon kommende Woche im Bauausschuss, wird das Rathaus erste Pläne für den barrierefreien Ausbau des S-Bahnhofs Lohhof bekannt geben. Bürgermeister Christoph Böck (SPD) sagte zu, sämtliche Maßnahmen an beiden Bahnhöfen mit Betroffenen abzustimmen. „Die Situation von Anwohnern darf sich nicht verschlechtern“, bekräftigt Rathaussprecher Steven Ahlrep die Position der Stadt.

An die Zeit, die die Stadt im Kampf für einen barrierefreien Bahnhof verlor, wird Bürgermeister Böck (SPD) wohl am wenigsten gedacht haben, als er im großen Saal des Bürgerhauses über den Stand der Ausbauplanung sprach. Hartnäckig hatte sich die Deutsche Bahn geweigert, Vorschläge aus Unterschleißheim anzunehmen. Die von der Bahn im Gegenzug präsentierten Pläne galten Rathaus und Stadtrat als unzureichend. Reichlich Zeit und jede Menge Energie waren ergebnislos verpufft, als Böck vor zwei Jahren beschloss, die 2013 eingeleitete Klage im Einvernehmen mit dem Stadtrat zurückzuziehen.

2018 soll es losgehen

Die Zeit des Kampfes gegen einen Riesen wie die Deutsche Bahn hat man in Unterschleißheim hinter sich gelassen. Seitdem läuft es. Die Bahn sicherte sogar zu, den Bahnhof Lohhof in ihre Planung einzubeziehen. 2018 soll es losgehen. Beide S-Bahnhöfe sollen möglichst parallel ausgebaut werden, um Synergieeffekte zu nutzen, wie es heißt.

Für den Bahnhof Unterschleißheim ist Folgendes geplant: Der südliche Aufgang Le Cres-Brücke soll über eine Rampe erschlossen werden. Die Rampe wird mit einer transparenten Glas-, Stahlkonstruktion eingehaust und überdacht. Auf der gegenüberliegenden Seite an der Berglstraße ist ebenfalls eine Rampe vorgesehen, die jedoch nicht eingehaust werden soll. Dafür ist ein Aufzug geplant. Auch der Bahnsteig soll wetterfest ausgebaut, mit neuer Überdachung und Beleuchtung ausgestattet werden.

Die Stadt rechnet mit Kosten in der Höhe von 5,04 Millionen Euro

Die Stadt rechnet mit Kosten in Höhe von gegenwärtig 5,04 Millionen Euro. Die Bahn übernimmt nach Rathausinformationen lediglich den Ausbau von einem Aufgang, der Rampe Le Cres-Brücke. Ein Aufzug ist im Budget nicht vorgesehen. Weitergehende Maßnahmen gelten als Extrawünsche, müssen von der Stadt selbst gezahlt werden. Für Einhausung und Treppe an der Le Cres-Brücke sind 1,74 Millionen Euro, für den Nordzugang, Rampe und Aufzug, 3,3 Millionen Euro vorgesehen. Berührungspunkte mit Interessen von Anwohnern gibt es an der Berglstraße. Durch die langgezogene Rampe, durch Kfz- und Fahrradstellplätze oder Rettungswege könnte es eng werden.

Die Detailplanungen sind laut Rathaussprecher Ahlrep aber noch nicht abgeschlossen. Die Stadt werde Sorge tragen, dass Grundstückszufahrten frei bleiben, dass Anlieger keine Nachteile in Kauf nehmen müssten.

Andreas Sachse

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