+
Das Foto, das den Anstoß gab: Das Bild der Blaskapelle vor dem Krieg motivierte Manfred Fischer zur Neugründung.

Zum 40. Geburtstag

Stadtkapelle Unterschleißheim: Mit einem Foto fing‘s an

  • schließen

Seit 40 Jahren gibt‘s die Stadtkapelle Unterschleißheim. Aber nur dank Manfred Fischer - und eines besonderen Fotos.

Unterschleißheim – Ein Foto, das Geschichte schrieb: Manfred Fischer bekam es vor 40 Jahren in die Hände. Es ist eines der ersten Bilder der ersten Blaskapelle Unterschleißheims, vor dem Zweiten Weltkrieg. Es zeigt 13 Musiker. Als er es in den Händen hält, steht für ihn fest: „Da musst Du was tun.“ Denn die Blaskapelle musste sich vor dem Krieg auflösen, danach hatte sich kein Ensemble mehr gegründet. Bis Manfred Fischer das Foto in die Hände fiel.

Beweisen ihr Können beim Festabend: Die Musiker der Stadtkapelle Unterschleißheim mit Dirigent Michael Kavelar.

Er fand Unterstützung in der Musikschule und bat um Spenden. 1978 formiert, Fischer übernahm den Vorsitz. 40 Jahre später feierten Stadt- und Jugendstadtkapelle mit mittlerweile rund 50 Mitwirkenden runden Geburtstag mit einem Konzert im Bürgerhaus.

Spendenaufruf bringt 8000 Mark

Der bald 83-jährige Manfred Fischer, mittlerweile Ehrenmitglied, machte sich mit seinen Freunden vom Sängerkreis Lohhof in der Pause zum Einsingen bereit. An die Sache mit dem Spendenaufruf denkt er noch heute gern. „Fast 8000 Mark kamen damals zusammen“, erzählt er. „Dazu eine Posaune und ein Waldhorn.“ Diese erste Schwarz-Weiß-Aufnahme hat er dabei vor dem Auge.

Die Musikschule half Fischer 1978, dass sich schneller als erwartet 13 Kinder und ein paar Erwachsene zur ersten Probe zusammenfanden. „Dank der Spende konnten wir den Familien das Finanzielle abnehmen.“ Bis 1994 blieb Fischer mit kurzer Unterbrechung Vorstand.

Von 13 zu 50 Musikern

Sein Nachfolger wurde Josef Jurischitz. Der stieß 1985 zur Stadtkapelle, lernte dort erst mit 36 Jahren das Musizieren. Vor einem Monat wurde Thomas Ach als neuer Vorsitzender gewählt. Mittlerweile gehören rund 50 Musiker zur Jugend- und Stadtkapelle. Sie schlossen sich mit dem aus drei Chören bestehenden Sängerkreis 1994 zur Musikgesellschaft Unterschleißheim zusammen. Schon fast ein ganzes Jahrzehnt hatte der Sängerkreis die Stadtkapelle bis dahin unter anderem mit Proberäumen unterstützt.

Spätestens seitdem ging es für die Unterschleißheimer Blaskapelle steil bergauf, die Ach als unerlässlichen Bestandteil des Schleißheimer Kulturkalenders betrachtet: „In 40 Jahren haben wir uns zu dem entwickelt, was wir heute sind.“ Auch beim Umzug des Münchner Oktoberfests zieht die Kapelle mit. In Michael Kavelar und Jens Willenberg verfügen Stadt- und Jugendstadtkapelle über Dirigenten, die es dank ihrer mitreißenden Art schaffen, das Beste aus den Musikern herauszukitzeln.

Eigene Ouvertüre

Das erlebten rund 450 Zuschauer beim Jubiläumskonzert. Als die Stadtkapelle die von Blasmusiker Georg Puntigam komponierte Ouvertüre spielte, war der Applaus riesig. Puntigam ist ein Eigengewächs aus der Jugend. Als sich der Trompeter erhob, empfing ihn ein regelrechter Sturm der Begeisterung. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Foto- und Videoclub Lohhof zeigt Jahresausstellung
Die Mitglieder des Foto- und Videoclubs Lohhof sind bekannt für ihren Ideenreichtum. Die jüngsten Arbeiten hängen im Rathausfoyer in Unterschleißheim.
Foto- und Videoclub Lohhof zeigt Jahresausstellung
Erschließung Hahilingastraße: Anwohner bekommen jetzt die Rechnung
In nächster Zeit erhalten die insgesamt 54 Anlieger der Hahilingastraße in Oberhaching Post von der Gemeinde. Sie erwartet ein Bescheid über die Kosten, die sie für die …
Erschließung Hahilingastraße: Anwohner bekommen jetzt die Rechnung
Sorge um Ortsbild: Landwirt will erweitern und löst Grundsatzdebatte aus
Im Westen Kirchstockachs hing zuletzt der Haussegen schief. Per Mehrheitsbeschluss hatte sich der Brunnthaler Gemeinderat Anfang des Jahres gegen die Pläne von Landwirt …
Sorge um Ortsbild: Landwirt will erweitern und löst Grundsatzdebatte aus
Kein Personal: Aus für Tagespflege im Höhenkirchner Seniorenzentrum
Das Projekt Tagespflege im Seniorenzentrum „Wohnen am Schlossanger“ in Höhenkirchen-Siegertsbrunn ist gestorben – zumindest auf absehbare Zeit.
Kein Personal: Aus für Tagespflege im Höhenkirchner Seniorenzentrum

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.