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Stadtwerke Unterschleißheim planen großen Solarpark an Autobahn

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Von: Charlotte Borst

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Auf der landwirtschaftlichen Fläche soll eine Photovoltaik-Anlage entstehen.
Auf der landwirtschaftlichen Fläche soll eine Photovoltaik-Anlage entstehen. © Dieter Michalek

Die Stadtwerke Unterschleißheim planen einen großen Solar-Park am Unterschleißheimer See, östlich der Autobahn A92. Die Wiese unter den Modulen soll als Weidefläche dienen.

Unterschleißheim – An der A92 wollen die Stadtwerke auf einem Grundstück der Stadt einen 200 Meter langen Streifen mit PV-Modulen errichten. Die Anlage soll nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) über Bundesmittel förderfähig sein.

Die Leistung wird voraussichtlich bei 2100 Kilowatt-Peak liegen. Etwa 2 268 000 Kilowattstunden Strom werden die blauen PV-Module pro Jahr produzieren. Das entspricht laut den Stadtwerken dem Verbrauch von 560 Vier-Personen-Haushalten. Die Anlage wird rund 1360 Tonnen CO2-Emissionen vermeiden.

Bauleitverfahren im Gange

Die Stadt ebnet nun den Weg für den Solar-Park. Das Bauleitverfahren ist eingeleitet. Die bisherige Grobplanung sieht für den Solar-Park eine Fläche von zwei Hektar vor. Als nächstes stehen die naturkundlichen Untersuchungen an: Fauna und Flora werden auf und rund um das Feld beobachtet. Anschließend klärt sich für die Stadtwerke, ob Ausgleichsflächen erforderlich sind und ob der Solar-Park mit einer Hecke einzugrünen ist.

Eine Bürgerbeteiligung ist der Wunsch des Unterschleißheimer Stadtrats, und den wollen die Stadtwerke auch umsetzen. „Welches Geschäftsmodell letztlich gewählt wird, das hängt von den geltenden Regelungen zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme ab“, sagt Werksleiter Reinhard Reiter. Er geht derzeit davon aus, dass die Photovoltaik-Freiflächenanlage im Jahr 2024 realisiert werden kann.

Schafe weiden unter den Modulen

Allerdings soll die A92 in den kommenden Jahren von vier auf sechs Fahrstreifen verbreitert werden. Ob das Grundstück der Stadt dann für die Baustelleneinrichtung benötigt wird? Das sei noch mit der Autobahn GmbH abzustimmen, sagt Reiter.

Auch eine Beweidung mit Schafen soll unter den neuen Modulen möglich sein, ähnlich wie in Riedmoos, wo die Stadtwerke schon 2018 eine kleinere PV-Freiflächenanlage auf eigenem Grund zwischen dem Sportpark und A92 errichtet haben. Pro Jahr produzieren die Stadtwerke dort 550 000 Kilowattstunden Sonnenstrom. Damit deckt die Anlage den Bedarf von 150 Einfamilienhaushalten vollständig mit erneuerbarer Energie ab.

Hier kommt auch das Umspannwerk hin

Auf demselben Grundstück, auf dem der Solarpark entsteht, soll das Umspannwerk der Bayernwerke neu errichtet werden, das derzeit am Andreas-Danzer-Weg, Ecke Furtweg liegt. Dieses Grundstück soll nach der Verlagerung des Umspannwerks für Wohnungsbau frei werden. Ein Investor hat bereits neben dem Umspannwerk zwischen zwei Hektar Ackerfläche erworben. Er plant ein Wohnquartier mit bis zu 13 Mietzeilen und rund 120 Wohnungen. Dank der Sobon-Regelung profitiert auch die Stadt und erhält Wohnfläche, die sie zu günstigen Bedingungen an Bürger vermieten kann. Wenn das Umspannwerk verlagert wird, könnte ein weiteres Baugrundstück ausgewiesen werden. Mit der Verlagerung des Umspannwerks auf die andere Seite der Autobahn wären zudem der Unterschleißheimer See und die Liegewiesen frei von Stromleitungen.

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