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Warten am Bahnhof Unterschleißheim.

S-Bahn-Ärger

Standpauke für MVV-Verkehrsplaner im Stadtrat Unterschleißheim

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Unterschleißheim – Der MVV sieht sich nicht in der Lage, Verspätungen bei S-Bahnen in absehbarer Zeit in den Griff zu bekommen. Schienenersatzverkehr wird es in Unterschleeßheim – und auch anderswo – bei „unplanmäßigen Ausfällen“ nicht geben.

Eine Diskussion über den Busverkehr in Unterschleißheim im Stadtrat nutzte Manfred Riederle (FDP), um seiner Verärgerung über die notorisch unzuverlässigen S-Bahnen an den Mann zu bringen. MVV-Verkehrsplaner Till Happel, der in Unterschleißheim eigentlich bloß ein Buskonzept vorstellen sollte, sah sich plötzlich mit dem Unmut konfrontiert, der sich in großen Teilen des Publikums ausbreitete. „Die S-Bahn ist ein Problem“, konstatierte Happel: „Vor allem die Flughafenstrecke S1.“ Da die Strecke auch von Regional- und Güterzügen genutzt wird, liege der Ball jedoch beim Freistaat. Eine Lösung sei nicht in Sicht.

Manfred Riederle übt massiv Kritik

Die Debatte über Busse in der Bezirksstraße unterbrach Riederle mit einem Anliegen, das ihm gehörig auf den Nägeln zu brennen scheint. „Die S-Bahn“, so Riederle, der als Parteiloser für die FDP ein Mandat im Stadtrat hält, „ist ein außerordentlich eklatant unpünktliches Verkehrsmittel.“ Exorbitante Verspätungen seien in hohem Maße ärgerlich für tausende von Bürgern, die täglich die S-Bahn nutzten. Eine dringend benötigte Lösung würde Bahn-Kunden vorenthalten. Riederle gefällt das nicht: Bei Ausfällen sollten zumindest Busse als Ersatzverkehr fahren. „Das Thema auszublenden, hieße, Interessen der Unterschleißheimer links liegen zu lassen.“

Buslinie 219 hilft weiter

Den Vorwurf, Interessen der Unterschleißheimer nicht zu berücksichtigen, mochte der Bürgermeister nicht gelten lassen: Christoph Böck (SPD) verwies auf den Garching-Bus 219. „Ich finde, das ist ein ganz tolles Ergebnis.“ Happel unterstütze ihn hierin: Busse in den Münchner Norden würden bei Problemen auf der Schiene für Entlastung sorgen.

Mit diesem Hinweis gab Riederle sich nicht zufrieden: „Der Winter steht vor der Tür.“ Selbst wenn zwei, drei S-Bahnen ausfallen, noch nie habe er den Einsatz von Ersatzbussen erlebt. Viel zu oft würden S-Bahn-Nutzer von Störfällen ausgebremst. „Da muss endlich was passieren, um die dramatische Situation zu verbessern, rief Riederle unter Applaus der Zuhörer: „Sie müssen einfach mehr bieten als bislang! Das ist zu wenig!“

Schienenersatzverkehr nicht zu organisieren

Als „Auslöser für Schienenersatzverkehr“ braucht es laut Happel „planbare Ausfälle“. Eine simple Verspätung, unvorhergesehene Ausfälle – das reiche nicht. Ersatzverkehr bei Verspätungen hält Happel ohnehin für nicht durchführbar. An praktisch jedem Bahnhof müssten Busse für den Notfall bereit gehalten werden. Der Freistaat arbeite bereits an einer Lösung, sagte Happel: „Das ist ein hochkomplexes Thema.“

Tunnel, zweite Stammstrecke, Ausweichgleise – bis sich da was tut, gehen noch Jahre ins Land. „Und wir reden hier nicht über Millionen, um die Strecke zu optimieren“, sagte Happel: „Das sind Milliarden."

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