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Die Esso-Tankstelle an der Bezirksstraße in Unterschleißheim verschwindet im Laufe des Jahres. Was danach auf dem Grundstück entstehen soll, wird heiß diskutiert.

Tankstellen-Grundstück wird frei

Auf der Suche nach dem Kunden-Magneten

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Unterschleißheim – Ein Kino, betreutes Wohnen oder doch ein Supermarkt? Die Stadt Unterschleißheim will wieder mehr Kunden in die Bezirksstraße locken. Bei der Frage nach dem Wie gehen die Meinungen auseinander.

Im Grunde waren sich die Stadträte ja alle einig. Wenn die Esso-Tankstelle erst einmal aus der Bezirksstraße verschwunden ist, soll das Grundstück, das der Stadt Unterschleißheim gehört, künftig so genutzt werden, dass der ganzen Einkaufsstraße wieder mehr Leben eingehaucht wird. Sprich: mehr Kundschaft. Wie man dieses Ziel allerdings erreicht, darüber diskutierten die Kommunalpolitiker in der Sitzung des Bauausschusses.

Bei der Entscheidung, was mit dem Grundstück passieren soll, stehe vor allem eine Frage im Mittelpunkt, sagte Bürgermeister Christoph Böck (SPD): „Was hilft der Bezirksstraße?“ Eine Antwort darauf lieferte er dann auch postwendend selbst. „Wir brauchen mehr Kundschaft in der Straße, um sie als Einkaufsstraße dauerhaft zu erhalten“, sagte der Bürgermeister und sprach damit vielen Stadträten aus der Seele. Der Tenor: Mehr Kunden verspricht wohl nur ein neuer Supermarkt als Anziehungspunkt.

Auch Kultur kann Leute anziehen

Doch nicht alle Stadträte konnten sich mit der Gleichung „neuer Einzelhändler gleich mehr Kundschaft“ auf Anhieb anfreunden. Brigitte Huber (Grünen) bemängelte, dass sich bei den Überlegungen nicht nur auf den Einzelhandel beschränkt werden dürfe. „Das ist mir zu kurz gesprungen.“ Schließlich könnten auch soziale oder kulturelle Einrichtungen als Kundenmagneten wirken, von denen die anderen Läden in der Straße profitieren. Konkret schweben ihr Einrichtungen für betreutes Wohnen oder aber ein großes Kino inklusive Stadtmuseum und Gastronomie vor. Dieses Konzepte hatte der Inhaber des örtlichen Capitol-Kinos ins Gespräch gebracht und damit offenbar den Geschmack der Unterschleißheimer getroffen.

Anders als die Grünen-Stadträtin Huber liebäugeln die Vertreter der anderen Fraktionen dagegen mit der Variante Einzelhandel/Supermarkt. „Die Bezirksstraße braucht einen Anker-Markt, um zu überleben und um die anderen Geschäfte zu beleben“, sagte Martin Reichart von der Freien Bürgerschaft (FB). Und auch Katharina Bednarek (SPD) sprach sich für ein Lebensmittelzentrum aus, „damit die anderen Läden von der Laufkundschaft profitieren“. Theodor Pregler von der CSU glaubt daher, „dass wir uns auf den Einzelhandel konzentrieren sollten“. Keine Rücksicht dürfe man bei der Entscheidung auf das Schicksal des Tengelmanns auf anderen Straßenseite nehmen. Die Entscheidung, ob die Filiale nach der Edeka-Übernahme bestehen bleibt, steht aus. „Das würde ich aber nicht abwarten“, sagte Pregler.

Studie soll ergeben: Welchen Effekt hat Supermarkt

Um zu ermitteln, welche Effekte die Ansiedlung eines Einzelhändlers auf dem bald schon verwaisten Esso-Grundstück hätte, gibt die Stadt nun eine Studie in Auftrag. Drei Beratungsinstitute hatten sich bereits für die Durchführung beworben. Geprüft werden soll unter anderem, ob eine Supermarkt-Ansiedlung generell machbar wäre und welche Auswirkungen diese auf die Wettbewerbs- und Verkehrssituation in der Bezirksstraße hätte. Dabei soll auch die Möglichkeit einer Kombination aus Wohnen und Einzelhandel untersucht werden.

Letztlich einigten sich die Stadträte auf einen Kompromiss: In einem ersten Schritt soll das Einzelhandelsgutachten erstellt werden. Ob weitere Nutzungen wie Kino, Stadtmuseum oder betreutes Wohnen auch untersucht werden sollen, wird in der nächsten Sitzung des Bauausschusses beraten. „Ich schließe ja gar nicht aus, dass die anderen Alternativen auch attraktiv sind“, sagte Böck. „In einer Studie ist das aber nicht zu verquicken.“

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