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„Wollen Sie endlich etwas unternehmen?“: Mit einem dringenden Appell wendet sich Karl Schäferling (66) an Bürgermeister Christoph Böck und die Stadträte. 

Unhaltbare Zustände am Pfarracker

Zu viel Verkehr, zu viele Raser: Die Zustände rund um die Straße Am Pfarracker in Unterschleißheim findet Anlieger Karl Schäferling unmöglich. 

Von Andreas Sachse

Unterschleißheim – Ausgerechnet auf Höhe der Unterführung an der Bezirksstraße geht das Konzept nicht auf: Ab Sommer vergangenen Jahres sollte die Bahnunterführung in Unterschleißheim Wartezeiten an der Schranke vergessen lassen und den Verkehrsfluss optimieren. Zumindest in den nahen Wohngebieten funktioniert das aber offensichtlich nicht.

Unzufrieden jedenfalls ist Anlieger Karl Schäferling (66). Er informierte die Stadträte über die Situation. Widerspruch bekam er nicht. Den Straßenverkehr in der Straße Am Pfarracker empfindet der Diplom-Ingenieur längst als unerträglich. Die Fragestunde zu Beginn der Stadtratssitzung nutzte er, um über – seiner Ansicht nach – unhaltbare Zustände in seinem Quartier zu berichten: „Wollen Sie endlich etwas unternehmen oder müssen wir das weiter hinnehmen“, rief er Bürgermeister Christoph Böck (SPD) zu.

Betroffen seien neben dem Pfarracker auch Anlieger der benachbarten Keplerstraße. Schäferling zufolge herrschen in den Wohnstraßen nahezu anarchische Zustände. „Da wird einfach durchgebrettert.“ Mitunter bis zu 80 Stundenkilometer schnell, sagte Schäferling: „In Unterschleißheim scheint das ja folgenlos zu sein.“ Niemand müsse mit einem Knöllchen rechnen. Der Diplom-Ingenieur beobachtet zudem reichlich Schleichverkehr, darunter Lkw aus dem nahen Gewerbegebiet.

Nach dem neuen Konzept sollte der Gewerbeverkehr eigentlich über die Dieselstraße rollen. Zu dem Zweck war die Dieselstraße mit der Unterführung sowie dem Knoten Bezirksstraße, Hauptstraße und Raiffeisenstraße verbunden worden. Der Verkehr sollte, am Wohngebiet vorbei, direkt zur Carl-von-Linde-Straße abgeleitet werden. Das funktioniert anscheinend nicht so, wie es soll.

Den Plan an sich findet der Diplom-Ingenieur prima. Es halte sich nur keiner dran, da Konsequenzen nicht drohten. „Es gibt nicht mal einen Blitzer.“ Aus Faulheit, um 200, vielleicht 300 Meter abzukürzen, ignorierten Autofahrer die ihnen angebotene Passage durch die Dieselstraße. Vor allem zu Stoßzeiten ginge es Am Pfarracker zu wie in München auf dem Mittleren Ring. „Da brausen die hier durch wie verrückt.“

Für eine gewisse Zeit aufgestellte Messgeräte mit Symbolen für Geschwindigkeitsüberschreitungen hätten genauso wenig gebracht, wie Tempo-30-Schilder, sagte Schäferling. Ab und an aber habe man doch beobachten können, dass Autofahrer vom Gas gingen, wenn ihnen der rote Smiley leuchtete. „Jetzt sind diese Geräte auch noch weg.“

Unterschleißheims Bürgermeister Böck informierte den 66-Jährigen über „Vorschläge“ aus der Mitte des Stadtrats, die allerdings noch nicht umgesetzt seien. Und trotz Appellen seitens der Stadt – „viele nutzen die Dieselstraße aus Gewohnheit nicht“, sagte Böck. Bei Verkehrszählungen haben man festgestellt, dass mehr Autos durchs Wohngebiet fahren, als zu Zeiten der Bahnschranke.

Vertreter von SPD und CSU versicherten Schäferling, das Thema im Auge zu behalten. Den Verkehr über die Dieselstraße abzuleiten, soll, laut Stefan Krimmer (CSU), weiterhin verkehrspolitisches Ziel bleiben.

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