Rasende Paketzulieferer und lautes Bauschutt-Unternehmen

Anwohner klagen über Lieferverkehr

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Unterschleißheim - Die Fahrzeugflotten vom Paketzusteller DHL und dem Entsorgungsunternehmen BTU Hartmeier machen den Menschen in Lohhof Süd zu schaffen. Der Kommunalpolitische Arbeitskreis der CSU hat jetzt Vertreter beider Firmen mit Anwohnern und dem neuen „Aktionsbündnis gegen Gestank und Krach“ an einen Tisch gebracht. Das Ergebnis: Hartmeier und DHL geloben Besserung.

Wenn es jemals einen Ort gegeben hat, der ein Aktionsbündnis wie das um den früheren Stadtrat, Eckhard Kirchner (CSU), nötig hatte, dann ist das Lohhof Süd. Nach den Auseinandersetzungen um stinkenden Müll mit AR-Recycling, plagt die Lohhofer nun das Lärm-Problem: Tagsüber die Bauschutt-Entsorger von Hartmeier, danach bis in die späten Abendstunden die Sprinter von DHL. Bei dem Termin mit dem Kommunalpolitischen Arbeitskreis in der Parkgaststätte äußerte sich Zweiter Bürgermeister Stefan Krimmer (CSU) zuversichtlich: Vor einem Jahr bereits habe man das Lärm-Problem mit „Linde“ im „gegenseitigen Austausch von Argumenten“ lösen können. Linde habe gelernt, auf die Bedürfnisse der Leute einzugehen, so Krimmer.

Im Großen und Ganzen lässt sich das Lohofer Lärm-Problem auf zwei Aspekte zusammenfassen. Die Belastung von den Betriebshöfen und die Fahrzeuge selbst. Niemandem in der Runde wäre jemals aufgefallen, dass sich ein DHL-Sprinter oder ein Hartmeier-Laster an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten hätte. Selbst in Spielstraßen würden sich DHL-Fahrer nicht ums Limit scheren, klagte eine Lohhoferin: „Und wenn du die ansprichst, dann werden sie patzig.“ Ein Anwohner berichtete von Hartmeier-Lastern, die es ihm selbst unmöglich machten, Tempo 50 einzuhalten. „Die fahren so dicht auf. Da siehst du im Rückspiegel nicht mal mehr das Kennzeichen."

DHL-Standortleiter Horst Sorg versprach, seine Fahrer ins Gebet zu nehmen. Vertriebsleiter Stefan Hartmeier kündigte Schulungen an. Noch lieber wäre den Lohhofern, wenn es Kommune und Freistaat gelänge, Lkw auf die B13 umzudirigieren. Allerdings ist die Bundesstraße für Lkw mautpflichtig.

Bei der Gelegenheit widersprach Sorg der landläufigen Ansicht, wonach Fahrer von ihren Spediteuren unter Druck gesetzt würden, Tempovorgaben zu missachten. „Das war vielleicht mal so vor 50 Jahren. Heute legen wir Wert darauf, dass Temopolimits eingehalten werden.“ An dem System, wonach Fahrer Geld verdienen, wenn sie Aufträge möglichst zügig erledigen, hat sich dadurch aber nichts geändert. Stadtrat Krimmer kündigte an, seine Kontakte zur Polizei zu nutzen, die Beamten zu mehr Kontrollen anzuhalten.

Anwohner von Hartmeier stören sich schon frühmorgens über lautstarken Maschinenlärm. 500 Meter entfernt beklagte ein Lohhofer einen „enormen Pegel.“ Hartmeier versprach Abhilfe. Eine Halle mit gedämmten Wänden sei in Planung. „Der erste Teil ist schon zugemacht“, sagte der Vertriebsleiter. „Wir warten auf die Genehmigung für die abschließende Einhausung". 

Der durchdringende Signalton rückwärts rangierender Lkw freilich lässt sich in keine Halle verbannen. Man muss kein Anwohner sein, um das Geräusch als Plage wahrzunehmen. Standortleiter Sorg zuckte bedauernd mit den Schultern: „Das 21. Jahrhundert hat uns dieses Piepsen beschert.“ Man wolle prüfen, ob sich das Gerät zumindest auf eine andere Frequenz einstellen lasse. Eckhard Kirchner reagierte verstimmt: „Vögel piepsen“, rief der Sprecher des Aktionsbündnisses. Es wäre ihm lieber, das Kind würde beim Namen genannt.

DHL nutzt den Signalton, um Mitarbeiter auf dem Gelände zu schützen. Ein Lohhofer empfahl, die Fahrzeuge auf ein optisches System umzurüsten: „Da geht beim Rückwärtsfahren ein rechtes Gewitter los“, erläuterte der Anwohner. Der lärmende Donner aber bleibt aus. Und das ist, es worauf es den Menschen in Lohhof-Süd ankommt.

Andreas Sachse

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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