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Das Areal rund um das IAZ soll endlich neu gestaltet werden.

Rund um das IAZ: Architektur-Wettbewerb für das neue Herz der Stadt

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Jetzt wird rund um das Isar-Amper-Einkaufszentrum (IAZ), Postgelände und Rathausplatz neu geplant. Die Stadtratsmehrheit aus SPD und CSU hat in der Mai-Sitzung beschlossen, dass für das Herz der Stadt ein Architekturwettbewerb durchgeführt wird. Der Bauausschuss hat nun mit großer Mehrheit gegen die Stimme von Martin Reichart (FB) ein Architekturbüro beauftragt, das einen städtebaulichen Architektenwettbewerb durchführen soll.

Unterschleißheim –  Die Teilnehmer sollen ein Gesamtkonzept für die weitere Entwicklung im Bereich Rathausvorplatz, Postgelände und IAZ erarbeiten.

Drei Büros hat die Stadtverwaltung angefragt, die ausreichend Erfahrung in der Durchführung von Wettbewerben haben und langjährige Vorkenntnisse über die Stadt Unterschleißheim mitbringen. Das nun ausgewählte Büro sei der wirtschaftlich günstigste Anbieter und könne unverzüglich einsteigen, heißt es von Seiten der Stadt.

Ergebnis bis Ende des Jahres

Bürgermeister Christoph Böck (SPD) will nun zügig weiterkommen. Ziel ist, so kündigte er in der Bauausschusssitzung an, dass der Wettbewerb im September ausgelobt wird und Ende des Jahres ein Ergebnis gefunden ist. Parallel dazu soll, so Böck, die Verwaltung mit der Erarbeitung des Bebauungsplans beginnen.

Hier widersprach Martin Reichart (Freie Bürgerschaft). Er gab der Stadt wie schon in der Stadtratssitzung die Schuld daran, dass sich die Planung verzögert habe und dadurch eine Versorgungslücke entstanden sei, unter der rund 12 000 Bürger, die rund um den Rathausplatz leben, leiden würden, seit Edeka im April aus dem IAZ ausgezogen ist. „Warum haben wir nicht schon vor fünf Jahren angefangen, statt jetzt, wo das Kind schon in den Brunnen gefallen ist?“, fragte Reichart. Schon im Jahr 2002 hätte er das Thema aufgegriffen. „Wir sind zu spät dran mit einem Wettbewerb.“ Er warf dem Bürgermeister vor, den zweiten Schritt vor dem ersten tun zu wollen. Denn wenn man parallel zum städtebaulichen Wettbewerb mit dem Bebauungsplanverfahren anfangen würde, könnte man sich den Wettbewerb auch gleich sparen.

Böck entgegnete ihm: „Das Kind war tief in den Brunnen hineingefallen und ist jetzt erstmals heraus geholt worden. Wir hätten schon früher Pläne zeichnen lassen können, aber die wären nicht umgesetzt worden.“ Es sei jetzt erstmals möglich, etwas im Gesamtumgriff zu erarbeiten.

Ladenangebot soll größer werden

Katharina Bednarek (SPD) erklärte: „Erst jetzt, wo Rock Capital alle Eigentumsanteile im IAZ in Händen hält, können wir planen.“ Das Ladenangebot solle größer und vielfältiger werden. Zudem wolle die Stadt das Rathaus vergrößern und könne die notwendigen Stellplatze nicht in eigener Kompetenz nachweisen. „Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Jetzt sollten Gespräche mit den Eigentümern von IAZ und Postgelände geführt werden. „Die Zeit für einen Wettbewerb sollten wir uns nehmen, damit wir etwas bauen, was auch in 30 Jahren noch Bestand hat.“

Skeptisch ist dagegen Jürgen Radtke (Grüne): „Was sollen uns die Architekten noch vorlegen?“ Er betonte aber: „Wir wollen kein riesiges überregionales Einkaufszentrum, das mehr Verkehr anzieht.“

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