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Drei neue Wohnviertel für die Stadt: Das steht heuer in Unterschleißheim an

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Von: Charlotte Borst

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Ein Anbau für neun Gruppen: Der dreistöckige Holzbau für den Caritas-Hort an der Ganghofer-Schule wird 2022 bezugsfertig. Die Kinder haben viel Platz zum Spielen, hohe Gruppenräume, breite Flure und einen Bewegungsraum.
Ein Anbau für neun Gruppen: Der dreistöckige Holzbau für den Caritas-Hort an der Ganghofer-Schule wird 2022 bezugsfertig. Die Kinder haben viel Platz zum Spielen, hohe Gruppenräume, breite Flure und einen Bewegungsraum. © Dieter Michalek

„Unsere Planungen laufen unter erschwerten Bedingungen“, sagt Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck (SPD) mit Blick auf 2022. Was in der Stadt dennoch ansteht, erfahrt ihr hier.

Unterschleißheim – Vier große Projekte werden 2022 in Unterschleißheim weiterentwickelt: Die neue Stadtmitte, das Gartenquartier, das Mehrgenerationen-Wohnen in Lohhof Süd und der Bau der neuen Michael-Ende-Grundschule. Alles Vorhaben, die die größte Kommune im Landkreis München prägen werden, wenn sie einmal umgesetzt sind.

Die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt sind allerdings aufgrund der Pandemie nicht mehr auf dem gewohnten Niveau, und Ausgleichszahlungen vom Bund nicht erneut zu erwarten. „Unsere Planungen laufen unter erschwerten Bedingungen“, sagt Bürgermeister Christoph Böck (SPD) mit Blick auf die Haushaltsberatungen im Januar: „Da tut es uns sehr weh, dass wir sehr viel Kreisumlage zahlen müssen.“ Böck hatte sich mit der SPD im Kreistag für eine Senkung der Umlage eingesetzt, was von der Mehrheit abgelehnt wurde.

Immerhin hat Unterschleißheim noch ein komfortables Rücklagenpolster. Doch bei vielen kleinen Wünschen, müssen die Stadträte künftig genau abwägen, so wie neulich im Hauptausschuss, als über einen höheren Ballfangzaun für die neue Cricket-Abteilung des SV Lohhof diskutiert wurde.

Neubau der Stadtmitte

Von den Entwicklungen in der Stadtmitte war im vergangenen Jahr kaum etwas zu vernehmen, geschweige denn zu sehen. Die Stadt sei mit den beiden Eigentümern in intensiven Gesprächen, sagt Böck: „Ich hoffe, dass wir Anfang 2022 den gemeinsamen Weg definiert haben und der Stadtrat bis zur Jahresmitte den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan fassen kann.“ Am Ende dieses Verfahrens wird die Stadt der Rock-Capital-Group und dem Eigentümer des Postgrundstücks, Apotheker Robert Müller, Baurecht erteilen. Doch zuvor wird die Stadt in den Verhandlungen ihr Schlüsselinstrument einsetzen: die sozialgerechte Bodennutzung (Sobon). Die Wohnungsbauer müssen in der Regel einen gewissen Anteil an günstigen Wohnungen errichte oder eine Fläche an die Stadt abtreten. „Wir haben viel gearbeitet und sind auf einem guten Weg“, kommentiert Böck den langwierigen Verhandlungsprozess, „ich bin zuversichtlich.“

Im Gartenquartier wird der Investor DV Immobilien der Stadt – ebenfalls dank der Sobon-Regel – ein Grundstück am Business-Campus überlassen. Die Stadt will hier Wohnungen und einen Kindergarten bauen. Die Verhandlungen sollen ebenfalls 2022 in den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan münden. Gerade warteten beide Seiten auf ein Wertgutachten, wie Böck berichtet, „das dauert Monate“.

Hier entsteht ein Wohngebiet: Die Bürger können bei der Gestaltung des Wohnviertels in Lohhof-Süd mitreden.
Hier entsteht ein Wohngebiet: Die Bürger können bei der Gestaltung des Wohnviertels in Lohhof-Süd mitreden. © Dieter Michalek

Ein weiteres Planungsthema beschäftigt die Stadt mit dem „Mehrgenerationen Campus Unterschleißheim“ in Lohhof-Süd. „Es ist gut, dass wir hier selbst Grundstücke haben“, sagt Böck, etwa 40 Prozent der Fläche ist im Eigentum der Stadt. Hier entsteht ein neues Wohnviertel, ebenfalls in Zusammenarbeit mit einem Investor. Neu und innovativ ist die Art und Weise, wie die Stadt die Bürger befragt, unter anderem können sie angeben, welche Wohnformen von Einfamilienhaus, Doppelhaushälfte, Geschosswohnung, Reihenhaus oder Baugenossenschaft sie sich wünschen, ob Wohnraum verkauft, vermietet oder im Erbbaurecht vergeben werden soll, und wie groß die Wohnfläche sein sollte. Über die Plattform „Consul“ kann jeder Unterschleißheimer Fragen beantworten und mitbestimmen, in welche Richtung die Entwurfsplanung gehen soll.

Musikalische Schule

Ein wichtiges Projekt ist der Neubau der Michael-Ende-Schule an der Raiffeisenstraße, in den auch die Musikschule und die Musikgesellschaft einziehen werden. Weil die erste Planung mit 70 Millionen Euro den Kostenrahmen sprengte, machten Stadtrat, Stadtverwaltung, Nutzer und Architekten gemeinsam einen Neustart: Ein kooperatives pädagogische Konzept soll angewandt werden, mit dem man in München schon gute Erfahrungen macht und das nebenbei den Effekt hat, dass Schule, Hort und Mittagsbetreuung nicht jeweils eigene Räume benötigen, die den halben Tag leer stehen. Das Raumprogramm wurde entsprechend aktualisiert und die Tiefgarage gestrichen. „Es hat lange gedauert, die Nutzungen abzustimmen“, berichtet Bürgermeister Böck. Ob jetzt der Zeitplan noch realistisch ist? „Es wird sich zeigen, ob wir den Einzugstermin 2025 halten.“ Klug wäre es, meint Böck, in Anbetracht der extrem angespannten Situation in der Baubranche einen zeitlichen Puffer einzuplanen.

Vorfreude weckt das neue Stadtmuseum. Der Innenausbau läuft, auch an der Präsentation der Gemäldesammlung Graf und an der heimatgeschichtlichen Ausstellung wird gearbeitet, ebenso ist das Brandschutz-Thema in der Abstimmung mit dem Landratsamt.

Geduld beim Denkmal

In Geduld müssen sich die Unterschleißheimer üben, die die Entwicklung des Flachsröste-Denkmals aufmerksam mitverfolgt haben. Weil ein Grundstück in der Konzeption eingeplant war, über das die Stadt leider nicht verfügen kann, soll nun gemeinsam mit der Künstlerin Kerstin Zeitz umgeplant werden. Die renommierte Bildhauerin hat 2022 volle Auftragsbücher, sodass das Projekt laut Bürgermeister Böck voraussichtlich erst 2023 weiter vorangetrieben werden kann.

Für das Haus des Bayerischen Roten Kreuzes am Furtweg soll im Sommer 2022 Baubeginn sein: Büros, Gruppenräume und eine Fahrzeughalle werden errichtet. Für den Um- und Neubau gibt die Stadt fünf Millionen Euro aus. Einprägsam wird die Fassade werden, deren Gestaltung an rote Kreuze erinnern wird.

Die Helfer vom BRK haben das ganze Jahr über wichtige Dienste in den Test- und Impfzentren geleistet. Viele Bürger sind froh darüber, dass Unterschleißheim gemeinsam mit dem Landkreis, dem Unterschleißheimer Allgemeinarzt Dr. Friedrich Kiener und dem BRK diese wichtige Infrastruktur in der Pandemie bereitstellen konnte. Auch im Januar geht es weiter mit Erstimpfungen, Kinder-Impfungen und Boostern.

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