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Wo jetzt noch der Pausenhof der Schule ist, soll in den nächsten Jahren ein Erweiterungsbau entstehen, mit Mensa, Aula und neuen Gruppenräumen.

Baustelle zur Erweiterung der Rupert-Egenberger-Schule

Anwohner sorgen sich um Sicherheit der Kinder

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Unterschleißheim - Für 5,4 Millionen Euro erweitert der Landkreis München ab nächstem Jahr die Rupert-Egenberger-Schule in Unterschleißheim. Denn mit der Entwicklung hin zur Ganztagsschule reichen die räumlichen Kapazitäten bei weitem nicht mehr aus. Anwohner konnten sich jetzt bei einem Infoabend über die Baumaßnahmen informieren. Eines stand dabei im Mittelpunkt: die Sorge um die Sicherheit der Kinder rings um den Baustellenbereich.

Unterschleißheim – Geplant ist der Erweiterungsbau des Sonderpädagogischen Förderzentrums im Süden der Schule, angrenzend zur Eschenstraße. Wie Architekt Manfred Felix erklärte, soll das neue Gebäude dreigeschossig in Holzbauweise entstehen. Mit dem bisherigen Gebäude, das 1969 errichtet wurde, wird das neue Haus durch zwei Verbindungsbauten zusammengeführt. In einem soll künftig die Mensa untergebracht sein, in dem anderen die Aula. Der Haupteingang zur Schule wird ebenfalls versetzt, in den Neubau zur Birkenstraße hin. 

Im Erweiterungsgebäude selbst ist künftig Platz für die Verwaltung, für eine Bibliothek, für Gruppenräume und Sonderfachklassen. Im Bestandsgebäude wird ein Aufzug eingebaut, mit dem dann alle Bereiche der Schule barrierefrei erreicht werden können. Zwischen den Verbindungsgebäuden ist ein Pausenhof geplant. Auch den bisherigen Pausenhof wird es geben. Dort wird allerdings das Glasdach entfernt. Hier gab es in der Vergangenheit immer wieder Probleme, wenn sich durch Sonneneinstrahlung der Innenhofbereich aufgeheizt hat. 

Das alte Gebäude wird energetisch instand gesetzt und bekommt neue Fenster. „Das ist in Bayern schon ein Sternprojekt und bundesweit selten“, sagt Architekt Felix in Hinblick auf die Holzbauweise des Anbaus mit Passivhaus-Standard. Die Bauarbeiten werden etwa drei Jahre dauern und finden während des laufenden Schulbetriebs statt. 

Baubeginn ist am 17. Januar 2017. Die Fertigstellung ist für Ende 2019 vorgesehen. Weil der Platz auf der vorhandenen Fläche recht beengt ist, bleibt wenig Spielraum während der Bauarbeiten. Die Absperrung wird bis zum Rand der Eschenstraße gezogen, sodass die Parkplätze und der Gehweg vorerst nicht mehr zur Verfügung stehen. Auch die gegenüberliegenden Parkplätze fallen erst einmal weg. Die Baustelleneinfahrt befindet sich an der Birkenstraße, die Ausfahrt am Kastanienweg.

Und genau das beunruhigt vor allem Eltern. Denn die Rupert-Egenberger-Schule ist flankiert von zwei Kindergärten – dem Kindergarten Wirbelwind am Kastanienweg und dem Kinderhaus Don Bosco an der Birkenstraße. Der Bring- und Abholverkehr sei jetzt schon chaotisch im schmalen Kastanienweg merkte Kindergartenleiterin Anna McElroy an. Große Sorgen macht sie sich, wenn die Hortkinder dort alleine entlanglaufen. „Ich habe Angst, dass da etwas passiert mit den großen Baustellenfahrzeugen“, sagt sie. Auch die Schulkinder fahren meist mit dem Fahrrad zur Schule. So wie die beiden Kinder von Anwohnerin Anja Schulte. „Wenn die Kinder dann allein morgens im Dunkeln die Eschenstraße entlang fahren, dann kann das schon gefährlich werden“, ist ihre Befürchtung. Sie schlägt vor, einen Plan für einen Alternativweg zu machen, der an alle Eltern verteilt werden soll. Als weitere Lösungsmöglichkeit wurden Schülerlotsen genannt, oder auch eine Einbahnstraßenregelung in der Eschenstraße. Die, so sagt Bürgermeister Christoph Böck, könne er sich „sehr gut vorstellen“. Die Projektplaner versprachen, hier eine möglichst sichere Lösung für die Kinder zu finden. Auch der Busverkehr könne in dieser Zeit umgeleitet werden.

Um die Parkplatzsituation am Don Bosco Kinderhaus sorgt sich die Kindergartenleitung. Wenn mit der Baustelle Parkplätze wegfallen, könnte es mit den schon jetzt nur wenigen Stellflächen eng werden. „Dann müssen die Eltern eben mal etwas weiter weg parken und ihre Kinder zu Fuß bringen, wir reden hier von 300 Metern, das sollte machbar sein“, entgegnete Bürgermeister Christoph Böck und erntete damit von den Zuhörern viel Applaus. Auch mit Interimsparkplätzen als Zwischenlösung wolle er keine Fakten schaffen: „Dann ist das Geschrei danach noch größer.“

pk

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