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Sanierungsbedürftig: das Foyer im Bürgerhaus.

Für unser Geld sollte sicher gestellt sein, dass...“

Bürgerhaus: Stadträte treiben Sanierung voran - doch diese Bedenken bleiben

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Das Foyer des Unterschleißheimer Bürgerhauses muss dringend saniert werden. Es läuft auf eine Minimallösung heraus. Doch mit der können sich nicht alle Stadträte prompt anfreunden.

Unterschleißheim – Das Dach ist undicht. Einem Feuer halten die Stahlträger auch nicht mehr lang genug Stand. Aus Kostengründen hat sich die Stadt zu Jahresbeginn dagegen entschieden, das Foyer des Bürgerhauses neu zu errichten. Was bleibt, ist eine „Minimallösung“ für 1,9 Millionen Euro – ohne Garantien, wie sich herausstellt.

Seit nunmehr zwei Jahren sucht die Stadt nach Wegen, das marode Foyer des Bürgerhauses zu sanieren. Vom ursprünglichen Plan einer Komplett-Sanierung sind die Fraktionen im Januar abgerückt. Die Konstruktion aus Glas und Stahlträgern zurückzubauen, um das Bürgerhaus in anderer Form neu aufzubauen, wäre die Stadt zu teuer gekommen.

Bürgerhaus Unterschleißheim: „Für unser Geld sollte sicher gestellt sein, dass die Sanierung anschlägt“

Die „Minimallösung“, auf die man sich einigte, sieht vor, das Glasdach irgendwie dicht zu bekommen, den unzureichenden Feuerschutz nachzurüsten. Außerdem soll das „Sicherheitskonzept der Minimalsanierungsvariante“ angepasst werden.

Besagte Minimalvariante liegt nun vor. Der wiederholte Hinweis des Rathauses auf fehlende Garantien liegt den Stadträten allerdings schwer im Magen. So kann nicht garantiert werden, dass das Glasdach im Foyer nach Abschluss der Sanierung zu einhundert Prozent dicht ist. Niemand steht für Arbeiten gerade. Stadtrat Thomas Breitenstein (SPD) gefällt das nicht: Üblich seien Garantien zumindest für einen gewissen Zeitraum: „Für unser Geld sollte sicher gestellt sein, dass die Sanierung anschlägt.“

Stadt findet keinen Generalunternehmer

Ganz so schlimm ist es wohl nicht. Jeder Handwerker stehe für seine Arbeiten gerade, stellte Architekt und Stadtrat Martin Reichart (FB) klar. Zudem ist es der Stadt aber nicht gelungen, einen Generalunternehmer zu finden, der für die komplette Sanierung garantiert. Laut Bürgermeister Christoph Böck (SPD) gibt es dennoch keine Sicherheiten, das Dach dicht zu bekommen.

Im Rathaus ist man überzeugt, die gegenwärtig unbefriedigende Situation mit dem Foyer zumindest zu verbessern: „Wir gehen davon aus, dass die Sanierung schon etwas bringt.“ In all den Jahren sei an dem Foyer nichts gemacht worden. Verschlechtern sollte sich die Situation zumindest nicht.

Brandschutz und Sicherheitskonzept müssen erneuert werden

Außer dem Glasdach gilt es, den Brandschutz aufzuwerten. Die Stahlträger unter dem Dach sollen 30 Minuten jedem Feuer widerstehen. Die zum Brandschutz aufgebrachte Beschichtung ist jedoch nur noch eingeschränkt wirksam.

Ähnlich anfällig ist das Sicherheitskonzept. Türen aus der Tiefgarage ins Untergeschoss und zu den Treppen sollen umgebaut werden. Gleiches gilt für die Verbindung vom Foyer zu den Rathaus-Büros und für die Zugänge ins Freie. Die Videoüberwachung wird erneuert.

Keine „perfekte Lösung“, aber immerhin verschwinden die Wassereimer

„Für 1,9 Millionen Euro ist das nichts Halbes und nichts Ganzes“, kritisierte Annegret Harms (SPD) eine ihrer Ansicht nach „sehr unbefriedigende Angelegenheit.“ Zweifelsohne aber sei es wichtig, Kultur im Bürgerhaus wieder im Trockenen genießen zu können.

Auch Bürgermeister Böck sieht in der Minimalsanierung keine „perfekte Lösung“. In vielen Bereichen bleibe man hinter den Ansprüchen einer Komplettsanierung zurück. Zu einer Prognose, wann es los geht mit den Arbeiten, ließ Böck sich ebenfalls nicht hinreißen. Wenigstens sei ein Ende der Zeiten in Sicht, da man undichten Stellen im Glasdach mit Wasserkübeln zu Leibe habe rücken müssen.

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