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Amtsinhaber Christoph Böck (SPD, l.) trifft in der Stichwahl auf Stefan Krimmer (CSU)

Am Sonntag wird gewählt

Vor Bürgermeisterwahl 2020: Aufregung um Wahlplakate

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Am Sonntag stehen sich Amtsinhaber Christoph Böck (SPD) und Stefan Krimmer (CSU) in der Stichwahl um das Bürgermeisteramt gegenüber. Im Vorlauf gab es Aufregung um „Störer“ auf Wahlplakaten.

Unterschleißheim – Die Sitze im zukünftigen Unterschleißheimer Stadtrat sind verteilt. Mit zehn Mandaten hat die CSU ihre Position als stärkste Fraktion vor der SPD (neun) behauptet. Am Sonntag wird die Frage geklärt, wer künftig als Bürgermeister dem Gremium und der einwohnerstärksten Kommune im Landkreis vorsteht. Im ersten Wahlgang ist Amtsinhaber Christoph Böck (SPD) mit knapp 48 Prozent knapp unter der 50-Prozent-Hürde geblieben, sein Herausforderer Stefan Krimmer von der CSU vereinte 35 Prozent der Stimmen auf sich.

In die Stichwahl geht Böck den reinen Zahlen nach also als Favorit, zumal er auch die Stichwahl 2013 mit mehr als zwei Drittel der Stimmen gegen CSU-Kandidatin Brigitte Weinzierl für sich entscheiden konnte, nachdem die Ausgangslage nach dem ersten Wahlgang ähnlich war. Doch der Amtsinhaber weiß, „dass bei einer Stichwahl jede Stimme zählt“, jedoch habe der zweite Wahlgang in den vergangenen beiden Wochen bei ihm „eine sehr untergeordnete Rolle gespielt. Da waren andere Dinge wichtig.“ Auch Stefan Krimmer hat direkt nach dem ersten Wahlgang angesichts der Corona-Lage festgehalten, dass die Krisenbewältigung im Vordergrund stehe und er einen aufgeheizten Wahlkampf ausschließe.

Klassischer Straßenwahlkampf nicht möglich

Klassischer Straßenwahlkampf war schon allein durch die Ausgangsbeschränkungen unmöglich, beide Parteien haben sich vorrangig auf die digitalen Möglichkeiten konzentriert. Während Krimmer auf der CSU-Facebookseite Unterstützung von Landtagsabgeordneten wie Ilse Aigner und auch Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer per Videobotschaft bekommen hat, haben in Unterschleißheim die Grünen eine Wahlempfehlung für Böck abgegeben. Man habe sich auf gemeinsame Ziele wie die Verwirklichung des Moos-Haide-Parks und eines innerörtlichen kostenlosen E-Kleinbusnetz verständigt, heißt es in einer Stellungnahme der Partei. Auch die ÖDP positioniert sich für Böck, wohingegen das Bündnis für Unterschleißheim das Ergebnis des ersten Wahlgangs in einer Presseerklärung so interpretiert, dass die Wähler damit „Bürgermeister Böck und seiner SPD die Quittung für die überdimensionierten, unsensiblen und intransparenten Neubauprojekte erteilten“.

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Für etwas Aufregung hat die Positionierung der Freien Bürgerschaft gesorgt, die mit Bürgermeisterkandidat Martin Reichart an der Spitze die viertstärkste Kraft im Stadtrat sein wird: Auf Reichart-Plakaten waren Pro-Krimmer-Aufkleber, sogenannte Störer, aufgetaucht. Eine Wahlempfehlung, die der FB-Stadtrat aber nie ausgesprochen hat: „Das darf ich gar nicht“, erklärt Reichart, der zwar „mit Herrn Krimmer gut beieinander“, ist, aber trotzdem „schon mit der CSU geschimpft“ hat. Die betroffenen Plakate samt Störer habe er selbst eingesammelt. Ausgemacht war lediglich eine Nutzung der FB-Plakate, also Überkleben.

Entscheiden werden die knapp 22 Tausend Wahlberechtigten in Unterschleißheim, an die seit Wochenbeginn Wahlunterlagen versendet worden sind.

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