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Corona-Ausbruch in Asylunterkunft: Reihentest für Bewohner und Mitarbeiter

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Von: Josef Ametsbichler

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Zuletzt ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Unterschleißheim merklich gestiegen. In einer Flüchtlingsunterkunft haben sich mehrere Bewohner infiziert. Die Behörden reagieren.

Unterschleißheim – Aktuell sind 14 Bewohner einer Asylunterkunft in Unterschleißheim mit dem Coronavirus infiziert. Das bestätigt das Landratsamt. Wenn auch immer nur im einstelligen Bereich, so stachen die Zahlen aus der Stadt unter den allgemein wenigen Neuansteckungen doch hervor. Nach Informationen des Münchner Merkur handelt es sich um die Unterkunft in der Siemensstraße. Die Infizierten seien von dort prompt in die Quarantäneunterkunft nach Haar verlegt worden; lediglich in einem Fall einer größeren Familie habe es eine andere Quarantänelösung gegeben.

Mitarbeiter des Gesundheitsamts seinen laut Landratsamt zu Aufklärungsgesprächen in der Unterkunft gewesen, hätten Fragen beantwortet und Anweisungen zu häuslicher Isolation kommuniziert. Um diese zu überwachen, seien rund um die Uhr Security-Mitarbeiter anwesend, die angewiesen seien, Verstöße notfalls der Polizei zu melden. Zwangsmaßnahmen habe es aber im Landkreis bisher noch in keinem Fall gebraucht, betont das Landratsamt weiter: „Die überwiegende Mehrheit der Personen zeigte sich verständnisvoll und einsichtig, zu größeren Problemen kam es nicht.“

Luise Schleich war 81 Jahre alt und, abgesehen von ihrer Demenz, fit. In ihrem Seniorenheim war die alte Dame beliebt. Nun verstarb sie ganz alleine - wegen Corona.

Coronavirus- und Antikörpertests angeordnet

Das Amt weist zudem darauf hin, dass – mit Blick auf gemeinsam genutzte Räumlichkeiten – nur einzelne Stockwerke der Unterkunft unter Quarantäne stehen. Die anderen Bewohner gelten demnach nicht als Kontaktpersonen und können frei in der Unterkunft ein- und ausgehen.

Um bessere Erkenntnisse zum Verbreitungsgrad des Virus zu erlangen, greift das Gesundheitsamt zu einer weitreichenden Maßnahme: Sämtliche Bewohner, Security-Mitarbeiter sowie das Reinigungspersonal würden nun einem Coronavirus- sowie einem Antikörpertest unterzogen. So sollen nicht nur aktive, sondern auch unbemerkt genesene Fälle erkannt werden.

Über die Entwicklungen im Landkreis München rund um das Coronavirus informieren wir in unserem News-Ticker.

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