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„Das kann nicht sein!“: Drei neue Toiletten kosten 236.000 Euro - Stadträte sind entsetzt

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Von: Charlotte Borst

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Die Sanierung im Bürgerhaus Unterschleißheim wird immer teurer. (Archivbild)
Die Sanierung im Bürgerhaus Unterschleißheim wird immer teurer. (Archivbild) © Gerald Förtsch

Drei Toiletten für 236.000 Euro: Die absurden Baupreise sind für die Unterschleißheimer Stadträte inakzeptabel.

Unterschleißheim – Die Preise am Baumarkt nehmen groteske Züge an. Die Sanierung von drei Toiletten im Bürgerhaus Unterschleißheim soll 236.696 Euro kosten. Völlig indiskutabel fand der Bauausschuss der Stadt, die ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen muss. „Drei Toiletten für 236.000 Euro! Das kann nicht sein!“, sagte Bürgermeister Christoph Böck (SPD) entrüstet. Auch Martin Reichart (FB), selbst Architekt, ging da nicht mehr mit: „Dafür baue ich ein halbes Haus mit Doppelgarage. Das muss günstiger werden.“

Dabei ist die WC-Sanierung nur eine von drei beschlossenen Maßnahmen: Im September 2020 hatte sich der Ausschuss einstimmig entschieden, für das Café „Cupcake for you“ eine Backstube einzurichten. Das Café belebt den Rathausplatz, während nebenan das Wirtshaus seit der Kündigung des Pächters leer steht. Um den Cafébetrieb zu sichern, schloss die Stadt mit der Betreiberin einen Vertrag, in dem die Backstube zugesagt wurde. Im gleichen Zug sollten die WCs saniert und ein barrierefreier Zugang geschaffen werden. Für alle drei Maßnahmen wurden damals 370.000 Euro veranschlagt.

Bürgermeister: „Ich verstehe das nicht“

Fast doppelt so viel stand nun mit der Gesamtsumme von 609.189 Euro im Raum: Für die Backstube 303 570 Euro, der barrierefreie Zugang für 68 922 Euro und die Toiletten für 236.696 Euro. „Ich verstehe das nicht“, sagte Böck. Ein Mitarbeiter der Bauverwaltung erklärte, er habe nur die Kosten der Haustechnikplaner entgegengenommen: „Wir können sparen, wenn wir weniger Fliesen anbringen.“ Bisher reichen diese bis zur Decke. „Es muss wirklich nicht alles gefliest werden. Es darf und kann nicht so viel kosten“, sagte Katharina Bednarek (SPD). Kulturamtsleiterin Daniela Benker erinnerte daran, dass das Museum im Februar fertig werden soll. Der neue Leiter trete zum 1. Oktober seine Stelle an: „Es schiebt sich alles nach hinten und wird langsam eng.“

Trotzdem beschloss der Ausschuss, dass die Kosten für die WC-Sanierung bis zum Ferienausschuss im August reduziert werden müssen. Den Backstuben-Plan will die Stadt aufgeben. „Wir werden Gespräche führen“, sagte Böck. Man hofft, dass die Pächterin in die Vertragsauflösung einwilligt, da sich sonst die Miete erhöht: „Investitionen müssen erwirtschaftet werden“, so Böck.

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