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Schraubenkönig trifft auf Weltkarriere: Diese drei Firmen räumen beim ICU-Wirtschaftspreis ab

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Von: Andreas Sachse

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„EvenDS“: (v.l.) Laudator Jochen Flinner, Start-Up-Chef Domenik Schneider und Bürgermeister Christoph Böck.
„EvenDS“: (v.l.) Laudator Jochen Flinner, Start-Up-Chef Domenik Schneider und Bürgermeister Christoph Böck. © Gerald Förtsch

Drei Unternehmen sind heuer mit dem ICU-Wirtschaftspreis ausgezeichnet worden, alle stammen aus Unterschleißheim. Darunter der „Schraubenkönig“ und eine Firma mit „Weltkarriere“.

Unterschleißheim – Ein weltweit begehrtes Software-Unternehmen, der „Schraubenkönig“ und ein Start-Up sind die Träger des diesjährigen ICU-Wirtschaftspreises. „Simi Reality Motion Systems“, „Keller & Kalmbach“ und „EvenDS-Management“ setzten sich aus einem Pool von zwölf Kandidaten durch. Alle drei Betriebe sind aus Unterschleißheim. Den Unternehmen gelang es, in vorbildlicher Weise die Corona-Krise zu bewältigen, die Strategie der drei Preisträger erwies sich als krisenfest.

„Wir bewerten eine clevere Geschäftsidee“, sagte der Vorsitzende der Innovative Community Unterschleißheim (ICU), Bürgermeister Christoph Böck (SPD) bei der Gala im Hotel Infinity. Das Maß an Kreativität, Visionen und unternehmerischer Top-Leistungen hat die Jury als Kriterien herangezogen. Seit 2011 lobt ICU, ein regionales Unternehmens-Netzwerk, den besonders im Münchner Norden begehrten Wirtschaftspreis aus. Bewerber müssen aus Unterschleißheim sein oder einen Sitz in einer Kommune der NordAllianz haben. Mit Preisträgern früherer Jahre, wie „Kratzer Automation“, „Schreiner“, dem Flughafen und der VSB-Pfennigparade befinden sich die Gewinner der sechsten Auflage in guter Gesellschaft. Für die feierliche Zeremonie im Festsaal des Infinity-Hotels gewann die ICU mit dem Wirtschaftsjournalisten Peter Ehm, mit Jochen Flinner (Flughafen München GmbH) und dem Geschäftsführenden Gesellschafter des Projektentwicklers „Dynamis“, Ralph Müller, populäre Laudatoren.

Zum sechsten Mal verlieh ICU den Wirtschaftspreis, die Gala fand im Hotel Infinity statt.
Zum sechsten Mal verlieh ICU den Wirtschaftspreis, die Gala fand im Hotel Infinity statt. © Gerald Förtsch

Von den drei Preisträgern zeichnete sich insbesondere „EvenDS“ durch die Fähigkeit aus, der Krise Vorteile abzuringen. Kaum gegründet, sah sich das Start-Up von Domenik Schneider mit der Pandemie konfrontiert. Dem Umsatz schädliche Bedingungen münzte der in der Veranstaltungsbranche tätige Betrieb zu seinem Vorteil um. Der Eventmacher konzipierte einen „sauberen“ Abi-Ball, Sitzinsel-Konzerte und semivirtuelle Hochzeiten. Flinner imponierte „das schnelle Reaktionsvermögen auf unvorhersehbare Ereignisse“.

„Simi“: Per Video waren Laudator Peter Ehm und Gründer Andreas Ruß zusehen.
„Simi“: Per Video waren Laudator Peter Ehm (l.) und Gründer Andreas Ruß zu sehen. © Gerald Förtsch

Die Augen der Welt starrten nach Unterschleißheim, als „Simi“ den Markt aufzurollen begann. Firmen-Gründer Andreas Ruß habe nicht weniger getan, als, wie Laudator Ehm sich ausdrückte, „die Bewegung des Menschen zu entschlüsseln“. Die für Sport und Medizin bahnbrechende Entwicklung löste ein Erdbeben aus, das selbst von Apple im Silicon Valley und vom Ministerium für Sport und Schule in Peking registriert wurde. Versuche, sich einzukaufen, wehrte Ruß ab. Sportler, die nicht mehr verkabelt auf Laufbändern schwitzen, sondern mittels Sensoren analysiert werden, danken es ihm: „Eine Unterschleißheimer Weltkarriere“, so Rehm. „Simi“ wird heute von der nächsten Ruß-Generation geführt, den Söhnen Philipp und Pascal.

Durch ihr 100 000 Artikel fassendes Sortiment wurde „Keller & Kalmbach“ zum „Schraubenkönig“. Das 1878 gegründete, global tätige Unternehmen der Verbindungs- und Befestigungstechnik zeichnet einen 300-Millionen-Euro-Umsatz. Keine Branche, die nicht von den täglich 180 Tonnen Metallteilen profitiert. Bestseller ist die Rotkäppchenschraube. Was Laudator Ralph Müller besonders gefiel, ist das soziale Engagement von „Keller & Kalmbach“. Auszubildende und Studenten trainieren unter Geschäftsführer Hans van der Velden Selbstständigkeit und soziale Kompetenz in eigenen Projekten. „Die ganzheitliche Förderung junger Talente wurde so zur Chefsache gemacht“, lobte Müller.

„Keller & Kalmbach“: (v.l.) Laudator Ralph Müller, die Preisträger Hans van der Velden, Tessa Kohl, Hendrik Thurn, Birgit Gebauer und Elfriede Graf.
„Keller & Kalmbach“: (v.l.) Laudator Ralph Müller, die Preisträger Hans van der Velden, Tessa Kohl, Hendrik Thurn, Birgit Gebauer und Elfriede Graf. © Gerald Förtsch

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