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Beim Klimaschutz endlich handeln: „Fridays for Future“ fordert Bürgerrat

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Von: Charlotte Borst

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„Eines der wichtigsten Themen überhaupt“ sei der Klimawandel. (v.l.) Bernhard Schüssler, Wolfgang Scheffler, Felix Tymcik und Werner Stockhausen informierten daher über einen Bürgerrat, den sie gerne initiieren würden.
„Eines der wichtigsten Themen überhaupt“ sei der Klimawandel. (v.l.) Bernhard Schüssler, Wolfgang Scheffler, Felix Tymcik und Werner Stockhausen informierten daher über einen Bürgerrat, den sie gerne initiieren würden. © Gerald Förtsch

Die „Fridays for Future“-Ortsgruppe hat in Unterschleißheim demonstriert. Sie forderte dabei einen „Bürgerrat Klima“. Was das ist, erfahrt ihr hier.

Unterschleißheim – Nach längerer Corona-Pause rief „Fridays for Future“ Schleißheim wieder zur Demo auf. 25 Teilnehmer zogen vom Valentinspark über den Rathausplatz zum Lohwaldspielplatz.

„Das Klimathema ist eines der wichtigsten Themen überhaupt“, sagt Demo-Teilnehmer Werner Stockhausen aus Unterschleißheim. Der Klimawandel hat massive Auswirkungen, auch vor unserer Haustür. Wie kann Deutschland die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens noch erreichen?

„Klimaschutz sollte den Querschnitt der Bevölkerung etwas angehen“

Durchdachte Maßnahmen, die die Bevölkerung nicht spalten, sondern von vielen mitgetragen werden, seien jetzt wichtig, ist Bernhard Schüßler von der „Fridays for Future“-Ortsgruppe überzeugt. „Klimaschutz sollte den Querschnitt der Bevölkerung etwas angehen“, sagt der 21-Jährige. Er wünscht sich ein höheres Tempo und mehr Bürgerbeteiligung beim Klimaschutz. Der Student der Politikwissenschaften hat deswegen den Physiker Wolfgang Scheffler nach Unterschleißheim eingeladen, der sich bei „Scientists for Future“ engagiert und Bürgerräte initiiert.

Nach der Demo bleiben noch ein paar wenige Teilnehmer zur Bürgerrat-Premiere. Angeleitet von Scheffler lassen sie sich auf einen Test der Methode ein, die Bürger an der Suche nach Lösungen beteiligen soll.

Die Teilnehmer am Bürgerrat werden über das Einwohnermeldeamt ausgelost. Sie erlangen von Experten das Wissen zu einzelnen Themenbereichen und dürfen Fragen stellen. Dann tauschen sie sich in Kleingruppen aus und diskutieren – oft begleitet von einem Moderator. Die Kleingruppen werden über vier Tage immer wieder neu gemischt – am Ende werden Handlungsempfehlungen abgestimmt und an die Politik übergeben.

Nicht Parteien führen das Wort

Wie der Bürgerrat abläuft, erklärte ein Plakat.
Wie der Bürgerrat abläuft, erklärte ein Plakat. © Gerald Förtsch

Nicht Parteien oder Institutionen führen das Wort, die sich ohnehin für Klimaschutz interessieren, sondern eine zufällig zusammengewürfelte Gruppe diskutiert gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Gesichtspunkte. Scheffler ist überzeugt, dass im Bürgerrat falsche Ansätze schnell entlarvt würden. „Allgemeinwohl und gesunder Menschenverstand setzen sich durch, womit wir weiterkommen“, sagt der 64-Jährige. „Das Verfahren ist transparent und klar“, darin sieht Scheffler einen weiteren Vorteil, der das Vertrauen in die Maßnahmen stärke. Denn die Weichenstellungen sollen von allen mitgetragen werden. „Die Methode wurde bisher 160 Mal in Deutschland angewandt“, berichtet er. Auch die Stadt München setzt dieses Instrument der Bürgerbeteiligung beim Thema „Posthalle“ ein.

Die kleine Runde am Lohwaldspielplatz formuliert den Wunsch nach mehr Information zum Klimaschutz und dass sich der Unterschleißheimer Jugendbeirat für einen „Bürgerrat Klima“ einsetzen sollte. „Der Bürgerrat ist unser Weg von ’Fridays for Future’ Schleißheim, um klimapolitische Maßnahmen in der Stadt zu diskutieren und abzustimmen“, sagt Schüßler, „denn wir haben nicht so viel Zeit“. Man müsse ins Handeln kommen, wenn man das Ziel erreichen wolle, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Seine Hoffnung ist, dass die Idee für einen „Bürgerrat Klima“ auch in Unterschleißheim weitere Kreise zieht.

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