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Nach Randale

Gefangenenbefreiung: Trio geht bei wilder Unfall-Festnahme Polizisten an

  • Günter Hiel
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  • Josef Ametsbichler
    Josef Ametsbichler
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Auf der Flucht vor der Polizei ist ein 17-Jähriger  in Unterschleißheim gegen ein fahrendes Auto gelaufen.  Doch dann eskalierte die Situation erst richtig.

Update 4. Juni, 12.30 Uhr:

Der Polizeieinsatz wegen Drogenbesitzes und Widerstands gegen einen Unterschleißheimer Jugendlichen (17) hatte noch größere Dimensionen als zunächst bekannt. Nun laufen auch noch Ermittlungen wegen versuchter Gefangenenbefreiung und Beamtenbeleidigung gegen drei weitere junge Männer. 

Mutter wirft Sohn wohl wegen Drogen aus der Wohnung

Eine Streife der Inspektion Oberschleißheim war am Dienstag gegen 21 Uhr zu einem Familienstreit am Unterschleißheimer Magaretenanger gerufen worden. Dabei warf die Mutter ihren 17-jährigen Sohn schließlich aus der Wohnung. Offenbar war auch dessen Drogenbesitz Gegenstand der Auseinandersetzung.

Als die Polizisten eintrafen, beobachteten sie laut Präsidium, wie sich der 17-Jährige beim Anblick der Beamten etwas in den Hosenbund steckte und davonrannte. Die Verfolgung endete abrupt auf dem angrenzenden Münchner Ring, wo der junge Mann erst vor einen Pkw lief, der eine Vollbremsung einlegen musste, und dann von einem vorbeifahrenden Transporter gestreift wurde. Der Flüchtende ging zu Boden und wurde von den Polizeibeamten eingeholt. 

Jugendlichen-Trio geht Polizisten an

Als sich diese um ihn kümmerten, eskalierte laut Bericht die Situation mitten auf offener Straße: Drei weitere junge Männer zwischen 16 und 17 Jahren tauchten an der Unfallstelle auf. Sie gingen die Beamten nach deren Mitteilungen bedrohlich an, beleidigten sie wüst und forderten sie auf, den leicht verletzten 17-Jährigen sofort freizulassen.

Dieser widersetzte sich derweil den Beamten energisch, teilt das Präsidium weiter mit. Er trat um sich und verletzte die Polizistin und den Polizisten der Streife dabei leicht, während diese ihm Handfesseln anlegten. Auch ein Funkgerät ging dabei zu Bruch.

Polizist muss mit Schlagstock drohen

Weil währenddessen die drei anderen jungen Männer nicht von ihren Drohungen abließen, konterte der Streifenbeamte, indem er seinen Schlagstock zog. Das veranlasste das Trio, zurückzuweichen. 

Mittlerweile angeforderte Verstärker-Streifen der Inspektionen Milbertshofen und Oberschleißheim konnten die Jugendlichen stellen. Gegen sie wurde ein Verfahren wegen versuchter Gefangenenbefreiung und Beleidigung eingeleitet. Vermutlich handle es sich um Freunde oder Bekannte des 17-Jährigen, der den Einsatz ausgelöst hatte, so das Präsidium.

Ecstasy-Tabletten und Marihuana

Bei dem zunächst Geflüchteten fanden die Beamten am Körper sowie bei einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung mehr als 50 Ecstasy-Tabletten sowie eine geringe Menge Marihuana, was dem jungen Mann eine weitere Anzeige einbrachte. 

Weil er durch den Zusammenstoß mit dem Transporter leicht verletzt worden war, kam er per Rettungswagen ins Krankenhaus - unter psychiatrischer Aufsicht, da offenbar die Gefahr einer Selbstverletzung bestand. Die angegriffene Polizistin sowie ihr Kollege aus Oberschleißheim sind trotz leichter Verletzungen weiter dienstfähig.

Erstmeldung vom 3. Juni

Unterschleißheim - Begonnen hatte der Einsatz laut Polizei damit, dass der junge Mann Dienstagnacht in der Wohnung seiner Mutter randaliert hat. So heftig, dass sie ihn gegen 21.00 Uhr aus der Wohnung warf.

Polizei findet Drogen

Als die Polizei eintraf, rannte der 17-Jährige davon. Auf der Flucht lief er am Münchner Ring gegen ein fahrendes Auto. Polizeibeamte fixierten den jungen Mann und durchsuchten ihn. Sie fanden Drogen, Tabletten. Um zu verhindern, dass der Unterschleißheimer sich oder andere gefährdet, wurde er in die Psychiatrie überstellt.

Anzeigen wegen Widerstands und Drogenbesitz

Auf den jungen Mann kommen Anzeigen unter anderem wegen Drogenbesitzes und Widerstands gegen die Polizei zu.    

 

Noch ein kurioser Fall in Unterschleißheim: Eine Radfahrerin

kracht mit einem Polizeifahrzeug zusammen

; im Vollrausch. 

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