+
Symbolbild

Mehr Geld für Personal in der Kinderbetreuung

Zuckerl gegen Personalnot

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
    schließen

Unterschleißheim – Die Mitarbeiter der Unterschleißheimer Kindergärten-, Krippen und Horte bekommen ab dem neuen Kindergartenjahr mehr Geld.

Der Hauptausschuss hat einstimmig beschlossen, die Großraumzulage einzuführen: Dabei geht es um monatlich 270 Euro für Erzieherinnen und 135 Euro für Kinderpflegerinnen. Dazu kommen 50 Euro für jedes eigene Kind der Angestellten.

Maßnahme, um Personal zu finden

Die Großraumzulage ist eine Verbesserungsmaßnahme für die Suche nach dem stark umworbenen Betreuungspersonal. Die Stadt hofft, dass sie so mit einem weiteren Anreiz Personal nach Unterschleißheim locken kann. Der reduzierte Betreuungsschlüssel und die schon 2015 eingeführte Arbeitsmarktzulage sind weitere Pluspunkte. Die Arbeitsmarktzulage hat Unterschleißheim im Mai 2019 sogar noch um 50 Euro erhöht: Sie liegt bei 150 Euro für Kinderpflegerinnen und 200 Euro für Erzieherinnen.

160 Plätze konnten nicht besetzt werden, weil Mitarbeiter fehlten

Dennoch sei die Personaldecke weiterhin angespannt, sagte Bürgermeister Christoph Böck (SPD). Die Fachkräfte meiden den Großraum München, weil die Lebenshaltungskosten einfach zu hoch sind. Dadurch ergeben sich Personallücken: 160 Kinder haben 2019 keinen Platz bekommen, weil Personal in Kindergärten-, Horten- und Krippen fehlte.

„Ich halte die Großraumzulage für absolut erforderlich“, sagte Böck, denn es gebe die Tendenz, nach München zu wechseln, wo der Bonus schon gezahlt wird. Böck legte dem Hauptausschuss „dringend ans Herz“, die weitere Zulage zu gewähren, „auch wenn es wieder ein großer Batzen ist. Die Situation hat sich bereits deutlich verbessert, aber es fehlt nach wie vor Personal“, berichtete Böck. 70 Kinder stehen noch auf der Warteliste.

Konkurrenz aus anderen Kommunen

Auch Garching, Ismaning und Eching zahlen die Großraumzulage bereits, manche als Ersatz für die Arbeitsmarktzulage, andere zusätzlich obendrauf. Auch Unterschleißheim will beide Zulagen gewähren. Brigitte Huber (Grüne) sieht sie als „wichtige Maßnahmen zur Personalgewinnung“. Stefan Diehl (CSU) sprach von „einer stolzen Summe“, die aber „durchaus gut“ sei, „wenn wir das Signal einmütig setzen“. Jährlich wird die Stadt 712 000 Euro für die Großraumzulage an die Träger entrichten. Für das Jahr 2020 summieren sich 237 500 Euro.

Bürgermeister Böck: „Die Stadt übernimmt, was der Markt nicht hergibt.“

Gleichwohl hoffen die Stadträte auf Maßnahmen von Bund und Land: „In der Corona-Zeit wurde eine bessere Bezahlung für die sozialen Berufe gefordert“, warf Jürgen Radtke (Grüne) ein. Böck stellte fest, jetzt seien es wieder einmal die Kommunen, die „immer mehr leisten müssen, um die Betreuung zu gewähren. Die Elternbeiträge wurden reduziert, und die Stadt übernimmt, was der Markt nicht hergibt. Das ist Geld, das wir auch erst einmal einnehmen müssen.“

Ein Nachsehen haben Mitarbeiter, die bei Elterninitiativen wie dem Waldorfgarten angestellt sind, bei denen die Stadt kein Belegungsrecht hat, sie gehen leer aus. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Landratsamt verrät: So viele Bürger sind im Landkreis München derzeit in Quarantäne
Die Infektionszahlen steigen wieder und damit auch die Zahl derjenigen, die in Quarantäne müssen. Insbesondere jetzt, wo immer mehr aus dem Urlaub zurückkommen.
Landratsamt verrät: So viele Bürger sind im Landkreis München derzeit in Quarantäne
Coronavirus im Landkreis München: Ein weiterer Fall
Das Coronavirus versetzte den Landkreis München in den Ausnahmezustand. Doch die Infektionen werden deutlich weniger. Alle Infos hier im Ticker.
Coronavirus im Landkreis München: Ein weiterer Fall
Trauer um Rudolf Kyrein
In seiner Heimat-„Gmoa“ Unterbiberg hat Rudolf Kyrein zeitlebens soziales Miteinander und gelebte Hilfsbereitschaft entscheidend mitgeprägt. Überraschend ist der …
Trauer um Rudolf Kyrein
„Theater im Bus“ droht der Totalschaden
Josef Schwarz ist eine Institution mit seinem rollenden Theater im gelben Ziehharmonika-Bus. Keineswegs nur in und um Haar. Doch jetzt droht dem „Theater im Bus" das …
„Theater im Bus“ droht der Totalschaden

Kommentare