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CSU, wohin das Auge reicht: Bürgermeisterkandidat Stefan Krimmer, Ministerpräsident Markus Söder, Bundestagsabgeordneter Florian Hahn und Landrat Christoph Göbel.

Landesvater singt ein Loblied auf Landkreis

Mit Lob, Charme und Ständchen: Impressionen von Söders Besuch beim CSU-Heimatabend

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Volles Haus beim Heimatabend der CSU Unterschleißheim: Festredner Markus Söder beschreibt in seiner Rede, was Heimat ausmacht, betont die Bedeutung des Ehrenamts und appelliert für ein starkes Miteinander.

UnterschleißheimMarkus Söder gab beim Heimatabend in Unterschleißheim ganz den Landesvater. Nach seinen Reisen nach Moskau und Berlin – „so eine Woche ist ja auch spannend“ – stand er am Donnerstagabend parat, um den Kommunalwahlkampf der CSU einzuheizen. Er lobte die Ehrenamtlichen, charmierte die Kommunalpolitiker, gab sich selbstironisch, umgarnte das Publikum und schnitt auch ernste Themen an.

Eine nette Geste hatte sich Gastgeber und CSU-Bürgermeisterkandidat Stefan Krimmer einfallen lassen. Er sang zur Begrüßung das Frankenlied. „Ich bin noch nie mit so gutem Gesang begrüßt worden“, antwortete Söder, Krimmer sei „tenorfähig“ mit dem Resonanzkörper eines Opernsängers, ein „singender Hoffnungsträger“. Weitere Komplimente teilte Söder an Altbürgermeister Rolf Zeitler aus – „er war der schönste Kommunalpolitiker im Landkreis, und ist nie älter geworden, während der geschätzte Florian Hahn Jahr für Jahr... seit er mit mir eng zusammenarbeiten muss“, frotzelte er. „Den Flo“ sprach der Festredner mehrmals persönlich an. Der CSU-Kreisvorsitzende ist stellvertretender CSU-Generalsekretär in Berlin – und damit dürfte seine Karriere ihren Höhepunkt wohl noch nicht erreicht haben: „Er zählt zu den Spitzenkräften in Bayern, modern, innovativ, aber auch einer von uns“, lobte Söder.

Mit Schwung: Die Würmbachtaler traten auf.

Landrat Christoph Göbel hieß Söder willkommen „im schönsten Landkreis Bayerns“ und dankte dem Gast aus der Staatskanzlei, dass der Freistaat mit einem 35-Millionen-Zuschuss der MVV-Reform zum Durchbruch verholfen hat. „Nur so ist es zu echten Fortschritten in der Reform gekommen.“ Verabredet seien als weitere Ziele die Erweiterung des MVV-Raums. „Der Landkreis braucht für alle Zukunftsfragen Maßnahmen, damit er seine Erfolgsgeschichte fortschreiben kann“, sagte Göbel, von einem leistungsstärkeren S-Bahnsystem mit tangentialen Linien, über Seilbahn und Magnetschwebebahn, „um den gordischen Knoten zu zerschlagen und öffentliche Mobilität zu verbessern.“

Söder sparte nicht an Lob: „Der Landkreis dürfte sogar einer der der leistungsfähigsten in ganz Europa sein.“ Er habe hier sein Herz und seine Leidenschaft verloren. „Diese Region ist eine der erfolgreichsten und zukunftsträchtigsten der Welt“, sie erwirtschafte 55 Prozent der bayerischen Steuereinnahmen. Dennoch müsse man in Zukunft „vernetzter denken, den MVV ausbauen, billiger machen und endlich dieses Stellwerk erneuern, nicht erst in zehn Jahren. Da verpflichte ich mich gern.“

Volles Haus: Der Ministerpräsident erwies sich als Publikumsmagnet.

Besonders stellte er sich hinter die Ehrenamtlichen: „Ohne das Ehrenamt hätte unser Land nicht dieses schöne lebendige, heimatliche Gesicht.“ Eine Herausforderung sei der Schutz der freien Gesellschaft: „Wenn man sieht, wie Kommunalpolitiker und auch Ehrenamtliche angegriffen werden mit Hassmails, da hat sich was verändert. Wir müssen uns gemeinschaftlich dagegen wehren, wir müssen für Freiheit sorgen.“ Sympathisch trat er für die Grüne Renate Künast ein: „Ich habe nie eine Meinung von ihr geteilt, aber sie hat das Recht ihre Meinung zu sagen. Dass sie im Netz so beschimpft wird, und das Gericht sagt, das sei ein Beitrag zur Meinungsfreiheit, ist nicht akzeptabel.“

Die Bewahrung der Schöpfung sei Aufgabe einer christlichen Partei: „Es gibt im Landtag Parteien, die behaupten der Klimawandel sei nicht menschengemacht. Natürlich ändert sich was. Wir müssen etwas tun. Ich möchte auch den Jungen gegenüber eine andere Perspektive eröffnen.“

Einen galanten Kniefall machte Söder vor der Unterschleißheimer Faschingsprinzessin, die ihm den Orden des Unterschleißheimer Faschingsklub (UFC) überreichte, „Unterschleißheim olé“ schallte es da aus dem Publikum. Nach seiner Rede war der 53-Jährige dicht umlagert und lächelte geduldig in zahlreiche Handykameras. Viele wollten noch ein Selfie mit dem Landesvater machen.

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