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„Neues, grünes Perlach“: JU-Chef teilt gegen Stadtrat und Bürgermeister aus

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Die Gräben in der Unterschleißheimer Kommunalpolitik sind sichtbar wie selten. Jetzt knüpft sich der Chef der JU die Stadtpolitik vor. Im Zentrum der Kritik steht Bürgermeister Böck.

Unterschleißheim– Der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Patrick Seibert, malt in einer zweiseitigen Pressemitteilung ein düsteres Bild von der Unterschleißheimer Stadtpolitik. Unter der Überschrift des abgewandelten Heine-Zitats „Denk ich an Unterschleißheim in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht“ schreibt er über die „glücklichen Händchen“ der SPD beim Losentscheid und das neue „Aktionsbündnis SPD/ Grüne/ ÖDP“. Rückblickend analysiert er das Ergebnis der Kommunalwahl: „Grün war ,Hip‘, Grün war ,In’. Mehr ist dazu nicht zu sagen“ und ärgert sich über die Baustellen in der Stadt.

Der junge Christsoziale vermisst das Verkehrskonzept für die neue Stadtmitte, die er aber zugleich ablehnt („Betonwüsten braucht es da nicht.“): „Dafür braucht jeder Einwohner mal wieder länger nach Hause, weil Unterschleißheim wieder eine Dauerbaustelle geworden ist.“ Damit zielt Seibert wohl auf den Umbau des Knotenpunkts Münchner Ring/ Hauptstraße ab, den der Stadtrat einstimmig – mit den Stimmen der CSU – beschlossen hat. Bürgermeister Christoph Böck (SPD) wirft der JU-Chef vor, dass das BRK noch kein neues Heim bezogen hat, und es an Kindergarten- und Hortplätzen „für die Kleinsten“ fehle. Allerdings ist das BRK-Heim auf den Weg gebracht: Den Auftrag hat der Stadtrat im März einstimmig vergeben. Betreuungsplätze fehlen, weil die Stadt, wie vielerorts, nicht ausreichend Personal findet.

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Der Blick in die Zukunft bringe ihn „und viele junge Menschen um die verdiente Nachtruhe“, schreibt Seibert. Er fürchte, dass sich die Stadt in ein „neues, grüneres Neuperlach“ verwandele, und er traut offenbar nicht dem Planungsergebnis der Bürgerbeteiligung. Schließlich kritisiert er den Bauausschuss für die Entscheidung, den Neubau der Michael-Ende-Grundschule voranzutreiben. Seibert wünscht sich, die Räte wären dem CSU-Vorschlag gefolgt, die den Neubau verschieben und das Schulhaus sanieren will, ohne zu erklären, wie weitere Schulplätze entstehen sollen. Der CSU-Ortsvorsitzende und Fraktionschef Stefan Krimmer war trott mehrfacher Anfrage nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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