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Sind bereit für den Neustart: Anne-Monika Schön (li.) und Petra Sonntag hoffen, dass sie in ihrem Juwelierladen in Unterschleißheim bald wieder Kunden empfangen dürfen. Eine Plexiglas-Trennscheibe haben sie schon installiert.

Vorbereitung auf die Zeit nach der Krise

Unterschleißheimer Juwelierinnen hoffen auf baldigen Neustart: „Gold ist krisensicher“

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Juwelierläden sind auf Laufkundschaft angewiesen. Dass die zurzeit draußen bleiben muss, trifft sie hart. Doch zwei Unternehmerinnen aus Unterschleißheim bewahren sich ihren Optimismus, dass es bald wieder weitergeht.

Unterschleißheim – Die teuren Stücke liegen nicht mehr im Schaufenster, sondern im Tresor. Laufkundschaft dürfen Anne-Monika Schön und Petra Christiane Sonntag damit sowieso nicht anlocken, also warum das Risiko eingehen. Die Welt ist momentan ohnehin schwierig genug, auch für die beiden Juwelierinnen aus der Unterschleißheimer Bezirksstraße.

Seit drei Wochen wienern sie Vitrinen und Schmuck, damit alles auf Glanz bleibt. In der Hoffnung, dass sie ihren Laden im Mai wieder öffnen dürfen. Eine Plexiglastrennscheibe als Ansteckungsschutz haben sie sich besorgt, per Klingel könnten sie auch die Kunden zum Schutz nur einzeln in den Laden lassen. „Wir sind angerichtet“, sagt Schön.

Immerhin: Es bleibt Zeit für andere Dinge

24 Jahre macht das Duo schon in Sachen Schmuck, Uhren und Trauringe gemeinsame Sache. „Das ist sicher die außergewöhnlichste und unsicherste Zeit, die wir erlebt haben“, sagt Sonntag. „Du kannst nur warten und hoffen.“ Wobei, untätig herumsitzen wollen die Juwelierinnen auch wieder nicht. Es bleibt Zeit für Dinge, zu denen die beiden sonst nicht kommen. Nicht nur für Papierkram, sondern auch dafür, sich hinzusetzen, kreativ zu werden, mit dem vorhandenen Material neuen Schmuck zu entwerfen. „Das fühlt sich auch nicht schlecht an, sagt Anne-Monika Schön. „Jeder macht, was er darf.“

Immerhin: Dazu gehört, dass die fünf Mitarbeiter des Geschäfts – im Wechsel, damit sie sich nicht zu nahe kommen – den Werkstattbetrieb hinter den Kulissen am Laufen halten. Es gibt immer noch Ohrringe, Armbänder oder Ringe oder Uhren auszubessern, umzuarbeiten oder zu reparieren. So gut es die Zustellung per Post und Wertkurier und der Kundenkontakt per Telefon, mal garniert mit einem WhatsApp-Foto, eben erlauben. Zwar nur an drei Tagen die Woche, in Kurzarbeit, aber immerhin. „Ein winziges Stück Normalität“, nennt das Petra Sonntag.

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Mit der Schließung des Ladens geht nahezu der ganze Umsatz flöten

Aber das Ladengeschäft fällt derzeit weg und damit 99 Prozent des Umsatzes, sagen die beiden. Den Schmuck kauft kaum jemand am Telefon oder im Onlineshop. Und Trauringe schon gar nicht.

Doch es gibt auch Grund für Zuversicht nach der Krise. Es werde dann auch noch Menschen geben, die sich schönen Schmuck leisten wollen und können. „Unsere Kunden sind nicht die Menschen, die jetzt Schwierigkeiten haben, ihre Miete zu bezahlen“, sagt Sonntag.

Und schließlich ist Gold in Krisenzeiten gefragte Ware, das zeigt schon der momentan aufgerufene hohe Handelspreis. „Goldschmuck wird auch als Anlage ein Thema“, beobachtet Schön. „Gold ist krisensicher“, verspricht die Juwelierin. „Wir wissen ja nicht, was das Geld noch wert sein wird, wenn sie immer weiter welches drucken.“

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