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Marionettentheater Bille muss raus aus dem IAZ: Hier könnte der Familienbetrieb unterkommen

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Von: Charlotte Borst

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Lassen die Puppen tanzen: Wanda und Florian Bille. stadt
Lassen die Puppen tanzen: Wanda und Florian Bille. © Stadt Unterschleißheim

Das Marionettentheater Bille muss aus dem IAZ ausziehen. Doch es zeichnet sich eine Interimslösung ab.

Unterschleißheim – Ein Provisorium folgt dem anderen. Das Unterschleißheimer Marionettentheater Bille muss kurzfristig raus aus seiner Spielstätte im IAZ, einer ehemaligen Buchhandlung. Ab dem heutigen Samstag, 8. Januar, spielen Florian Bille und seine Familie im Zentrum der Genezareth-Kirche an der Alleestraße 57.

Das Jahr hat für ihn mit einer Hiobsbotschaft begonnen. „Es ist dramatisch“, sagt der Puppenspieler. Im vergangenen Jahr hatte die Puppenspielerfamilie trotz Corona ein intensives Programm absolviert. Dann war Florian Bille plötzlich wieder auf Raumsuche: „Aufregen bringt ja nichts“, sagt er selbstbeherrscht. Bille, der in zehnter Generation das traditionsreiche Marionettentheater leitet, klingt inzwischen sogar zuversichtlich. „Wir haben in Unterschleißheim aus verschiedenen Richtungen viel Unterstützung bekommen.“

Über das Forum Unterschleißheim bekam Florian Bille den Tipp, sich an die Genezareth-Kirche zu wenden. „Es ist selbstverständlich, dass wir aushelfen“, sagt Pfarrerin Manuela Urbansky. „Wir freuen uns, wenn wir in Unterschleißheim unterstützen können, und das Marionettentheater Bille ist ja inzwischen eine Institution.“

Brandschutz beendet IAZ-Aufenthalt

Die Zwischennutzung im Ladengeschäft am Rathausplatz 9 war Florian Bille von Seiten des Vermieters, der Rock Capital Group, eigentlich bis Ende 2022 zugesagt. Doch bei einem Ortstermin legte der Brandschutzbeauftragte der Stadt Einspruch ein. Rock Capital bot zwar an, dem Marionettentheater das ehemalige Büro der Allianz-Agentur im angrenzenden Gebäude zu vermieten, sogar für drei Jahre. „Das wäre perfekt gewesen“, sagt Florian Bille, „mit einem zweiten Fluchtweg und einer Toilette.“ Doch von Seiten der Stadtverwaltung gab es erhebliche Bedenken: Ein Umbau zur Versammlungsstätte wäre angezeigt gewesen mit Kosten von rund 100 000 Euro. Gerade bei Veranstaltungen, zu denen Kinder und ganze Schulklassen kommen, sei eine Duldung leider nicht möglich, erklärt Stadtsprecher Steven Ahlrep. „Das ganze Hin und Her ist nicht schön“, räumt er ein, „doch der Stadt liegt daran, eine dauerhafte Lösung zu finden.“

Schon lange ist die Marionettenbühne auf der Suche nach einer festen Bühne. Im Sehbehinderten- und Blindenzentrum (SBZ), wo die Märchen-Aufführungen zeitweise stattfanden, gelten in der Pandemie erhöhte Schutzmaßnahmen. Auch dieses Interimsquartier ist daher als Spielstätte weggefallen. Bis Ende März treten die Puppenspieler im Genezareth-Zentrum an der Alleestraße auf, und vielleicht ergibt sich aus der Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde eine dauerhafte Lösung. Der Umzug ist mit Spekulationen verbunden, die sich auf das Maria-Magdalena-Haus an der Gerhard-Hauptmann-Straße beziehen. „Es würde sich als Spielstätte anbieten“, sagt Pfarrerin Urabansky. Viele Fragen sind noch offen, aber Florian Bille darf zuversichtlich sein. Einiges müsste man umgestalten, „aber man könnte es wunderbar als Marionettentheater herrichten“.

Nächste Vorstellung: Heute spielt das Marionettentheater Bille um 15 Uhr „Aschenputtel“, am Sonntag, 9. Januar, ebenfalls um 15 Uhr „Aschenputtel“, was auch als Live-Stream zu sehen ist. Am 15. und 16. Januar, jeweils um 15 Uhr, wird „Der gestiefelte Kater“ aufgeführt.

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