Das MSD-Hauptgebäude: Der Anblick von der Feldstraße.
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Das Hauptgebäude: Der Anblick von der Feldstraße.

Bekenntnis zum Standort

Pharmakonzern baut Produktionsstätte aus: Das ist geplant

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Bis 2028 will der Pharmakonzern MSD-Tiergesundheit am Standort in Unterschleißheim wachsen. Die Erweiterungsbaupläne hat das Unternehmen nun vorgestellt.

Unterschleißheim – Der Pharmakonzern MSD-Tiergesundheit bekennt sich zum Standort Unterschleißheim und will bis 2028 entlang des Theresienbogens weiterwachsen. „Die bestehenden Produktionsbereiche unseres Standortes Unterschleißheim werden modernisiert und erweitert“, sagte Konzernsprecher Marco Gessen gestern.

In Unterschleißheim werden Pharmazeutika für die Tiermedizin produziert, abgefüllt, vermarktet und vertrieben. Auch die wissenschaftliche Beratung für Tierärzte ist hier angesiedelt. An der Feldstraße befindet sich seit den 50er Jahren eine Produktionsstätte, die modernisiert und erweitert wird. Geschäftsführer Klaus Kriebitzsch hat ein Konzept erarbeitet und mit der Stadt abgestimmt.

Entlang des Theresienbogens soll in den kommenden Jahren nach und nach ein lang gestreckter Riegel errichtet werden. An der höchsten Stelle des zurückversetzten Attika-Geschosses wird er bis zu 16,5 Meter hoch sein. Zum Theresienbogen hin wird das Gebäude mit 12,75 Meter niedriger gehalten.

MSD will bis 2028 am Firmensitz Baukörper modernisieren und neu bauen.

Mit den aktuell erlaubten Wandhöhen und Bauräumen im Bebauungsplan wäre eine Erweiterung jedoch nicht möglich, heißt es von Seiten der Stadt. Da es sich bereits um ein Gewerbegebiet handelt und sich nach Einschätzung der Stadt für die Anwohner sogar Vorteile ergeben, billigte der Grundstücks- und Bauausschuss am Montagabend, dass das von MSD vorgelegte Konzept in den Bebauungsplanentwurf eingearbeitet wird.

Positiv für das anschließende Quartier ist, dass der Lkw-Verkehr nicht mehr in den Bereich Theresienbogen und Feldstraße hineinfahren wird, denn die Erweiterung soll über die Südliche Ingolstädter Straße angebunden werden. Zudem dürfte die bisherige Nutzung als Kartonagenfabrik auch erheblich lauter sein als die künftige Produktion im Neubau.

ÖDP: Gebäuderiegel „nicht sehr attraktiv“

Bernd Knatz (ÖDP) hält den Anblick des Riegelbaus aus Sicht der Anwohner für „nicht sehr attraktiv“. Ihm entgegnete Katharina Bednarek (SPD): „Sicher ist es kein berauschender Anblick für die gegenüber lebenden Anwohner, aber jetzt ist es auch nicht gut. Und es hat Vorteile, weil der Lkw-Verkehr wegfällt.“ Der Riegelbau sei ein sehr guter Lärmschutz, sagte Bürgermeister Christoph Böck (SPD). Er kündigte an, die Anwohner zu informieren. Das Votum fiel dann auch einstimmig.

Ob neue Arbeitsplätze entstehen? „Dazu können wir – Stand heute – noch keine genauen Angaben machen, jedoch gehen wir davon aus“, sagt Marco Gessen. Der Pharmakonzern MSD Intervet gehört zur amerikanischen Merck-Gruppe. Der Konzern hat 133 Standorte weltweit, davon sechs in Deutschland und zwei im Landkreis München. Doch die Gemeinde Haar muss sich von der MSD-Zentrale Deutschland verabschieden, die seit 1967 in Bahnhofsnähe angesiedelt ist und mit mehreren Millionen zu den stärksten Steuerzahlern im Ort zählt. Der Verwaltungsstandort wird nach derzeitigem Planungsstand im Herbst 2021 nach Berg am Laim ziehen. MSD hat in dem modernen Quartier „Die Macherei“ einen langfristigen Mietvertrag über 8500 Quadratmeter unterschrieben.

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