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Könnte sich hier BMW ansiedeln? Der Bund Naturschutz warnt vor einer Bebauung im Moos-Haide-Park (grün). Die weißen Linien markieren die Gemeindegrenzen. 

Spekulationen um Ansiedlung 

Naturschützer fürchten, dass BMW mitten im Landschaftspark baut

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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BMW sucht im Münchner Umland einen neuen Gewerbestandort. Auch Unter- und Oberschleißheim haben sich offenbar gemeinsam beworben. Bisher haben die Kommunalpolitiker darüber nur in nicht-öffentlichen Sitzungen gesprochen. Allerdings gibt es beim Thema BMW-Ansiedlung ein unüberhörbares Grundrauschen.

Unterschleißheim/Oberschleißheim – BMW will grenzübergreifend wohl 38 Hektar bebauen, davon 25 auf Oberschleißheimer Flur und 13 in Unterschleißheim. Im neuen Zentrum soll unter anderem die Motorrad-Sparte untergebracht werden, daneben ist Platz für weitere Abteilungen. Allerdings sind bei BMW mindestens noch zwei weitere Standorte im Münchner Umland im Gespräch. Ende Januar, Anfang Februar soll entschieden werden, welcher Standort weiter verfolgt wird.

Gegen eine Gewerbeansiedlung zwischen Ober- und Unterschleißheim wehren sich die Naturschützer, weil dies dem Moos-Haide-Park entgegenstehen würde. Der Landschaftspark ist eine Vision, die die Schleißheimer Bund Naturschutz-Ortsgruppe seit zwei Jahren verfolgt.

Zwar hat sich Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck (SPD) in seiner Neujahrsrede zur Entwicklung „eines Moos-Haide-Parks“ bekannt. Und auch sein Oberschleißheimer Kollege Christian Kuchlbauer (FW) spricht sich für den Landschaftspark aus. Die Naturschützer fragen sich allerdings, ob den Bürgermeistern dabei ein ganz anderes Projekt vorschwebt und sie womöglich nur noch einen „Lustgarten für BMW“ im Sinn haben: „Greenwashing für drastischen Landschaftsverbrauch war damit jedenfalls nicht gemeint“, schreiben Tino Schlagintweit und Birgit Annecke-Patsch in einer Pressemitteilung. Die beiden Vorsitzenden befürchten, dass die ursprüngliche Idee „korrumpiert wird“.

„Denkbar wäre, dass der Park, oder was von ihm übrig bliebe, als Lockstoff dienen soll.“ Etwa für „ein futuristisches Entwicklungszentrum mitten im Park“. Sie vermuten, dass das „Mega-Projekt von BMW“ nicht im südlichen Anschluss an Business-Campus und Koryfeum entstehen soll, sondern in der freien Landschaft westlich zwischen Landshuter Straße und Autobahn. Betroffen wären „weite Flächen“, die für den Moos-Haide-Park reserviert werden sollten. „Auch von den Feuchtwäldern am ehemaligen Riedweiher bliebe nach diesem Schlag ins Kontor kaum etwas übrig.“

Auf eine westliche Bebauung deutete ein Wortwechsel bei der Bürgerfragestunde im Dezember hin: Einer besorgten Bürgerin aus der Weihersiedlung antwortete Böck damals, es gebe für die Äcker südlich der Weihersiedlung keine Pläne. Das ärgerte Manfred Riederle (FDP): Böck solle auf seine Geheimhaltungspflicht aufmerksam machen, sagte er, statt Pläne unerwähnt zu lassen, über die er nicht sprechen dürfe.

Der Bund Naturschutz will den Moos-Haide-Park von jeglicher Bebauung frei halten. Der Westteil des Areals zwischen Bahnlinie und A92 gehört aber dem Katholischen Männerfürsorgeverein, der die Fläche derzeit verpachtet.

Um die Realisierung des Parks anzupacken, haben Grüne und ÖDP einen Antrag an den Unterschleißheimer Stadtrat gestellt. Spätestens wenn dieser behandelt wird, müssten auch die Pläne von BMW öffentlich zur Sprache kommen. 

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