1 von 7
Schlicht wirkt der grau gehaltene Anbau, der seit drei Monaten bezogen ist.
2 von 7
Vorhang auf für Theater und Musik: Der Bühnenraum ist das Herzstück im Erweiterungsbau.
3 von 7
Eine Lounge für die Neunt- und Zehntklässler lädt im Neubau zum Pause-Machen ein.
4 von 7
Auf breiten Gängen sind Tisch- und Bankelemente eingebaut für die Arbeit in Kleingruppen. Durch ein Fenster kann jeder vom Gang ins Klassenzimmer schauen, sofern der Vorhang nicht zugezogen ist.  
5 von 7
Ein Akustikpaneel absorbiert Lärm im Klassenzimmer - gleichzeitig kann man die Fläche als Pinnwand nutzen.  
6 von 7
7 von 7

Der Neubau des Carl-Orff-Gymnasium

Moderne Standards, altbewährte Tafeln

  • schließen

In anderen Kommunen feiern Lokalpolitiker einen Schulneubau als das Ereignis des Jahres, vielleicht sogar der Legislaturperiode. In Unterschleißheim aber ist der Anbau des Carl-Orff-Gymnasiums (COG) für knapp 15 Millionen Euro fast im Verborgenen fertiggestellt worden.

Unterschleißheim– In den Osterferien war der Umzug, seit drei Monaten ist der Erweiterungsbau in Betrieb:Schlicht wirkt der grau gehaltene Neubau mit 17 Klassenzimmern und vier Fachräumen. Doch viele gut durchdachte Details begeistern die Nutzer: Teppichboden und Akustikpaneele absorbieren Lärm. Durch kleine Fenster zum Gang kann jeder ins Klassenzimmer sehen. In einer Lounge mit Sesseln und Hockern dürfen die Neunt- und Zehntklässler die Pause verbringen.

„Am stolzesten sind wir auf den Musiksaal, den man auch zu einem großen Theatersaal umfunktionieren kann“, sagt Anna Karg. Die stellvertretende Schulleiterin schwärmt temperamentvoll von der „tollen Licht- und Tontechnik“, dem Flügel und dem eingebauten Schwingboden. 200 Zuschauer können im Foyer die Musik- oder Theateraufführungen verfolgen. „Bisher mussten die Hausmeister für jede Veranstaltung Lautsprecher und Scheinwerfer in die Aula des Altbaus schleppen, oft dreimal pro Woche. Wir sind eine lebendige Schule“, betont Karg. Das COG hat eine starke Musikfachschaft und ist auch für seine Theaterarbeit weithin bekannt.

Keine Smartboards bitte

Im Erdgeschoss des Neubautrakts befinden sich Räume für Natur und Technik und ein Fachraum für Informatik. Im ersten und zweiten Stock sind Klassenzimmer, Lehrmittelräume und Toiletten. Im Keller werden Schulbücher und Technik gelagert. Ins Auge springt der verglaste Verbindungssteg zum Hauptgebäude, das 1980 fertiggestellt und immer wieder erweitert wurde. Mittlerweile hat das Gymnasium 1226 Schüler und ist mit dem Neubau auch für das G9 gerüstet. „Das hatten wir nicht eingeplant, aber es wird von 90 Prozent der Lehrer ersehnt“, sagt Anna Karg.

Breite Flure, Sanitäranlagen für Rollstuhlfahrer und ein Aufzug machen es möglich, dass auch behinderte Schüler integriert werden. In Abstimmung mit den Architekten der Kplan AG und dem Zweckverband hat die Schulleitung noch viele andere eigene Akzente gesetzt. Entgegen dem allgemeinen Trend zum offenen Schulhauskonzept hat man sich im COG für „eine moderate Form der Öffnung“ entschieden, wie Karg sagt.

Für die Arbeit in Kleingruppen können die Schüler das Klassenzimmer verlassen und sich im Gang an fröhlich gelbe Tische und Bänke setzen. Die Schulleitung entschied sich gegen Smartboards und für die altbewährte grüne Tafel, weil sie schnell und unmittelbar zur Verfügung steht. „Außerdem ist Kreide günstiger als die teuren Spezialstifte, die schnell leer sind“, sagt Karg, „die Lehrer bringen eigene Laptops mit und schließen sie an einen Beamer an“.

In den Klassenzimmern stehen Tische und Stühle mit verschiedenen Höhen zur Verfügung, „weil die Schüler in der neunten und zehnten Klasse unterschiedlich groß sind“. Und auch das Lehrerpult ist höhenverstellbar, „dann kann der Lehrer so cool dastehen, wie er will“, sagt Karg und demonstriert das neue Möbelstück.

Ein paar Kinderkrankheiten bereiten der Schulleitung noch Sorgen: Die Server sind durch die 32 neuen Laptops im IT-Raum noch überlastet. Und der Aufzug gibt permanent ein Piepen von sich, hier wird nachgebessert.

Zunächst werden Teile des Neubaus provisorisch von Schulleitung und Sekretariat genutzt. Auch das Lehrerzimmer ist in einen der neuen Klassenräume eingezogen, solange bis im Altbau der Verwaltungstrakt saniert ist, damit auch die 120 Lehrer mehr Platz erhalten. Im Frühjahr 2018 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, dann nehmen den Neubau voll und ganz die Schüler in Beschlag (weitere Fotos auf www.merkur.de“).

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Verkehrschaos auf A99: Obstlaster rast in Baustelle
Ein Sattelschlepper, beladen mit Obst, ist am frühen Morgen auf der A 99 bei Grasbrunn in eine Baustelle gerast. Die Folge: stundenlanges Verkehrschaos. 
Verkehrschaos auf A99: Obstlaster rast in Baustelle
München
Wiesn-Freude statt Heim-Apathie
Wie behindertengerecht und barrierefrei ist die Wiesn? Das testen Rollstuhlfahrer aus Neubiberg beim Ausflug aufs Oktoberfest.
Wiesn-Freude statt Heim-Apathie
Garching
Schutzpatronin für Garching
Dass bei dieser katholischen Feierstunde ausgerechnet dann der Regen einsetzt, als die evangelische Pfarrerin zu ihrer Rede ansetzt, darf man sicher nicht auf höhere …
Schutzpatronin für Garching

Kommentare