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Über 200 Unterschleißheimer sind ins Bürgerhaus gekommen, um sich die Pläne vorstellen zu lassen.

Viele Bürger bei der Vorstellung der Entwürfe

Neue Stadtmitte: CSU will zurück auf Start - das stört sie an den Konzepten

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Die Entwürfe für die neue Stadtmitte sind in Unterschleißheim eben erst vorgestellt worden. Nun fordert die CSU einen Neustart der Planungen. Das sind die Grüne

Unterschleißheim – Drei Konzepte für die neue Unterschleißheimer Stadtmitte liegen auf dem Tisch. Diese Woche ist die Meinung der Bürger gefragt. Da stemmt sich die CSU gegen das Vorgehen: „Zurück auf Start“, fordern Fraktionschef Friedrich Kiener und Bürgermeisterkandidat Stefan Krimmer.

Über 200 Unterschleißheimer sind am Dienstagabend ins Bürgerhaus gekommen. Das Thema ist wichtig. An den Stellwänden begutachten sie die Ideen der Planer. Dann stellen die Preisträger die drei Siegerentwürfe vor.

„Es ist bis jetzt nichts entschieden“, sagt Bürgermeister Christoph Böck (SPD). Dem Stadtrat sei klar gewesen, dass die eingeplante Höhe (bis zu 14 Geschosse) und Dichte (3,5 Mal mehr im Vergleich zum Bestand), „die maximale Obergrenze“ ist.

Neue Stadtmitte: Baubeginn wohl nicht vor 2022

Stadtplaner Peter Scheller, der Mitglied der Jury war, begeistert das große Interesse. Er fordert die Bürger auf, sich vorzustellen: „Wie ist das Ankommen vom Bahnhof aus? Wie sind die Wege im neuen Zentrum? Wie wird die Atmosphäre sein?“ Zugleich stellt er klar: „Wir haben es hier mit zwei Investoren zu tun, die ein wirtschaftlich nachhaltiges Konzept haben wollen, wie sie das Zentrum bespielen können.“

Bis zum Herbst sollen die Anregungen der Bürger in die Entwürfe eingearbeitet werden. Dann wird die Jury eines der drei Konzepte auswählen. Zwei Jahre dauert anschließend das Bebauungsplanverfahren, nach dem die Stadt Baurecht vergibt. „2022 könnte mit einem Neubau begonnen werden“, sagt Böck.

Neue Stadtmitte: Investor geht es zu langsam: „Sind am Totpunkt“

Auch die Investoren, denen die Grundstücke gehören, sind da: die Vertreter der Firma Rock Capital (IAZ und Hotel) und Apotheker Robert Müller (Postgelände). Ihm geht der Prozess nicht schnell genug. „Wir sind am Totpunkt angekommen, und jetzt dauert es noch zwei Jahre“, sagt er am Rande des Infoabends. Seine Apotheke liegt am Rathausplatz, er erlebt seit Jahren das Darben der Geschäfte in der Stadtmitte aus nächster Nähe.

Die CSU sieht die Lage anders: „Wir wissen nicht, wie es Ihnen gegangen ist, als Sie die Entwürfe gesehen haben. Bei uns hat sich eine ziemliche Enttäuschung breitgemacht“, stellen Kiener und Krimmer in einer Pressemitteilung mit. Sie wollen „zurück auf Start“ und „maximale Bürgerbeteiligung“ von Anfang an. „Die Bürger haben nur drei Tage Zeit, Änderungen einzubringen.“ Da sei „nur eine kosmetische Mitsprache.“ Zudem fehlt der CSU eine große Fachmarktfläche – etwa für einen Media Markt, der in der neuen Ortsmitte von Karlsfeld (Kreis Dachau) ein Kundenmagnet sei. Im September hatte der Stadtrat allerdings die Eckpunkte einstimmig beschlossen. Auf dieser Basis war dann der Ideenwettbewerb auf die Reise gegangen.

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Die Bürger können bis Freitag, 28. Juni, ihre Meinung sagen, etwa zur Dichte, Höhe, Erschließung und zur Verteilung der Nutzungen. „Wer kommt zum Bürgerworkshop am Freitag?“, fragt Böck ins Publikum. Etwa 50 Personen heben die Hand.

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icb

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