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Neuer Skatepark eröffnet - Fragezeichen bei Endkosten

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Von: Andreas Sachse

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Egal ob Skater oder BMX-Fahrer wie Chris Halbritter, alle sollen im neuen Park eine Heimat finden.
Egal ob Skater oder BMX-Fahrer wie Chris Halbritter, alle sollen im neuen Park eine Heimat finden. © Dieter Michalek

Die Stadt Unterschleißheim ist um ein „Leuchtturmprojekt für den Sport“ reicher. Der neue Skatepark wurde eröffnet. Doch die Endkosten sind noch unklar.

Unterschleißheim – Seit einem halben Jahr im Probebetrieb, hat der Skatepark nun offiziell seine Pforten geöffnet. Die vom SV Lohhof nahe dem Stadion unterhaltene Freizeitsportanlage wertet das Image Unterschleißheims als eine Stadt des Sports um ein zusätzliches Highlight auf.

Bürgermeister Christoph Böck (SPD) jedenfalls ist daran gelegen, Unterschleißheim den Ruf einer „Sportstadt“ auf Dauer anzuheften. Den 3000 Quadratmeter großen Skatepark betrachtet er als „Leuchtturmprojekt für den Sport“. Zwischen Hans-Bayer-Stadion und Aquariush gelegen, bereichert der Skatepark das städtische Angebot. Das Gros der Baukosten über bislang rund 850.000 Euro trägt der SV Lohhof, die Stadt bezuschusst 400.000 Euro. Ob der kalkulierte Rahmen über 1 Million Euro Bestand hat, ist allerdings ungewiss. Der Eingangsbereich ist noch nicht fertig. Außerdem fehlen Sanitäranlagen und eine Art Aufenthaltsraum mit Kühlschrank, wie SV Lohhof-Präsidentin, Brigitte Weinzierl, bei der Eröffnung betonte. Wegen aktueller Lieferengpässe und Preissprünge seien verbleibende Investitionen schwer kalkulierbar, sagte Michael Gerber, Sprecher der SV-Abteilung „Rolling Wheels“, die für den Park zuständig ist.

„Lausbuben“ mischen mit

Deren Name kommt nicht von ungefähr. Lange bevor der Skatepark in den Köpfen der Stadträte Gestalt annahm, war Skating in Unterschleißheim schon ein Thema. Gerber erinnert an die Zeiten vor mehr als 30 Jahren, als ein „Rudel Lausbuam“ einen BMX- und Skateboard-Verein ins Leben rief namens „Rolling Wheels“. 1994 nahm der SV Lohhof die Jungs unter seine Fittiche. Dort, wo 28 Jahre darauf der moderne Skatepark eingeweiht werden sollte, zimmerten die Lausbuben auf geteertem Grund hölzerne Rampen und Hindernisse. Zu den Lausbuam sollen, wie es heißt, später mit dem Skatepark befasste Architekten und Bauunternehmer gehört haben. SVL-Präsidentin Weinzierl ist deshalb überzeugt, weit und breit keine Anlage zu finden, in die mehr Sachverstand geflossen ist.

Pirouetten in der Halfpipe: Emelie Stolp (16) betreibt den Sport „Inline Artistic“, so etwas wie das sommerliche Äquivalent zum Eiskunstlauf.
Pirouetten in der Halfpipe: Emelie (16) betreibt den Sport „Inline Artistic“, so etwas wie das sommerliche Äquivalent zum Eiskunstlauf. © Dieter Michalek

Die Tage provisorischen Vergnügens jedenfalls sind vorüber. Der neue Skatepark findet den Beifall nicht nur der Leute von „Rolling Wheels“. Ein Dutzend Kinder und Jugendlicher in Helmen und Protektoren konnte es kaum erwarten, dass die „Alten“ aufhören zu quatschen und endlich die Anlage frei geben. Emelie (16) ist extra aus Freiburg angereist, um ihrer Skate-Nische, dem Inline Artistic, zu frönen. Emelie, die zwischen Mama und Papa pendelt und sich als Teilzeit-Unterschleißheimerin bezeichnen würde, hat sich eigentlich dem Eis verschrieben. Inline Artistic ist so etwas wie das sommerliche Äquivalent zum Eiskunstlauf, um bis zum nächsten Winter „in Form zu bleiben“, wie sie sagt. Über die Anlage in der Stadt vom Papa freut sie sich riesig.

Und das wiederum freut Michael Gerber ungemein. Dem „Rolling Wheels“-Sprecher ist an bunter Vielfalt gelegen. „Ob Skater oder BMX-Fahrer, hier sind alle willkommen.“ Gerber weiß von Anlagen andernorts, wo entweder BMX-ler oder Skater ausgegrenzt würden. „Das gibt’s bei uns nicht!“ Der Skatepark ist gleichermaßen Heimat für Inline-Skater, für BMX-, Skateboard- und Roller-Piloten. „Wir integrieren jeden.“

Und los! Eine Probefahrt unternahm Bürgermeister Böck mit den kleinen Besuchern auf einem City-Roller.
Und los! Eine Probefahrt unternahm Bürgermeister Böck mit den kleinen Besuchern auf einem City-Roller. © Dieter Michalek

Der Skatepark am Ludwig-Pettinger-Weg darf nur unter Aufsicht genutzt werden. Findet sich keine Aufsichtsperson, bleibt die Anlage geschlossen. Hier gibt‘s die Öffnungszeiten.

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