Pfandsystem für Mehrweg-Becher

  • Charlotte Borst
    VonCharlotte Borst
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Wer seinen Kaffee aus einem Café in Unterschleißheim mitnehmen möchte, kann das tun. Und ihn woanders in der Stadt wieder abgeben. Möglich macht das ein neues Pfandsystem.

Unterschleißheim – Café-to-Go soll es in Unterschleißheim bald im Pfandbecher geben. Die Becher kann man dann in einem Café mitnehmen und in einem anderen Laden wieder zurückgeben. Der Stadtrat unterstützt das System. Einstimmig hat er beschlossen, dass die Stadt allen Geschäften, die sich am Pfandsystem „reCup“ für mindestens 24 Monate beteiligen, die erste Jahresgebühr von 360 Euro bezahlt.

Drei Stadträte kümmern sich um die Einführung in Zusammenarbeit mit der Firma „reCup“, die das System schon in München betreibt. „Dann kann man die Becher auch in Münchner Cafés zurückgeben“, sagt Zweiter Bürgermeister Stefan Krimmer (CSU), „das ist praktikabel, weil viele Unterschleißheimer zur Arbeit nach München pendeln.“

Man bezahlt einen Euro Pfand für den Mehrwegbecher aus Polypropylen, einem recycelbaren Kunststoff, den man in einem Partner-Café wieder abgeben kann. Wer den Becher nutzt, bekommt als Anreiz einen kleinen Preisnachlass.

Mit der Idee wollen die Fraktionen von Grünen, CSU und ÖDP gegen die Müllberge aus Pappbechern und Plastikdeckeln vorgehen. Deutschlandweit werden nach Angaben der Antragsteller stündlich 320 000 Coffee-To-Go-Becher weggeworfen. Zuviel finden Brigitte Huber (Grüne), Jolanta Wrobel (ÖDP) und Stefan Krimmer. „Die Becher sind aufgrund ihres Verbundwerkstoffes vom Recycling her problematisch“, schreibt Krimmer in seinem Antrag. Deswegen ist deren Vermeidung das Ziel.

Stefan Krimmer, Brigitte Huber und Jolanta Wrobel werden nun in Unterschleißheimer Unternehmen für die Einführung werben. Die Resonanz sei bisher gut, teilt Krimmer mit.  icb

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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