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Die Kanzlerin in der Mitte: Schüler, Lehrer und Angehörige besuchen Angela Merkel.

Übernächtigt zur Kanzlerin

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Die Klasse 10a der Therese-Giehse-Realschule in Unterschleißheim hat den Jugendwettbewerb „My Digital World“ gewonnen. Der Preis: Eine Reise zur Kanzlerin. Mit dabei: zwei Lehrer. Die dann aufgeregter waren als die Schüler.

Unterschleißheim/Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat IT-Lehrerin Susanne Deiml (47) und ihrem Kollegen Andreas Müller (32) den Schlaf geraubt. Weit vor fünf Uhr morgens sind die Pädagogen von der Therese-Giehse-Realschule Unterschleißheim aufgestanden, so nervös waren sie vor dem Empfang bei der Kanzlerin. Weit cooler waren ihre Schüler von der 10a. Sie hatten mit ihren Lehrern den Jugendwettbewerb „My Digital World“ der Bundeszentrale für politische Bildung gewonnen und damit eine fünftägige Berlinreise (wir berichteten). 370 Einsenddungen hatte es im Wettbewerb gegeben. Absolute Krönung für die Preisträger aus Unterschleißheim: der Besuch bei Angela Merkel im Bundeskanzleramt.

„Wir waren beide so nervös, dass wir alles noch mal gecheckt haben vor der Abfahrt“, sagen Susanne Deiml und Andreas Müller; den Fahrplan zum Kanzleramt, die Garderobe der Schüler. „Ein Schüler bekam ein Leihhemd, ein anderer eine Krawatte inklusive Knotenservice, damit alles sitzt und passt“, sagen die Pädagogen.

Am Outfit von Michael Ries (15) hatten sie nichts auszusetzen. „Für mich stand von Anfang an fest, als wir erfahren haben, dass es zur Kanzlerin geht, dass ich meinen Anzug für die Abschlussfeier tragen werde. Eine bessere Chance dazu gibt es nicht“, sagt der Schüler.

Im Kanzleramt fiel dann langsam die Anspannung ab. „Das lag auch an der Bundeskanzlerin, die uns auf eine sehr angenehme und persönliche Art empfangen hat“, erzählt Andreas Müller. Die Kanzlerin sei direkt aus der Kabinettssitzung gekommen, Mit Themen wie Terroranschlägen und Flüchtlings-Abschiebung nach Afghanistan. „Man merkte es schon, dass sie etwas gestresst war, sie nahm sich dann aber ausreichend Zeit für die Schüler und stellte Fragen zu dem Projekt und scheute keinen persönlichen Kontakt, sehr beeindruckend“, sagen die beiden Lehrer.

So erzählt das auch Michael Ries. „Frau Merkel direkt vor Augen zu haben war genial. Ich durfte ihr sogar unser Projekt noch einmal kurz vorstellen, da war ich extrem nervös, aber es lief dann ganz gut, und die Kanzlerin war auch sehr interessiert. Eine beeindruckende Frau!“

Das Projekt der Unterschleißheimer Realschüler heißt „Hallo, ich bin dein digitales Ich“ und zeigt auf, welche Datenspuren jeder im Internet hinterlässt. Daraus hat die Klasse 10a ein E-Book produziert, um bei jungen Menschen den kritischen und sicheren Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken zu fördern.

„Es war beeindruckend, die Bundeskanzlerin zu treffen, aber unsere Schüler waren deutlich cooler an dem Tag, als wir Lehrer es waren. Auch mal schön“, sagen Susanne Deiml und Andreas Müller. Nur eines fanden einige Zehntklässler schade: Selfies mit der Kanzlerin waren nicht erlaubt.Günter Hiel

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