An Ostern gemeinsam ein Hallelujah singen: Im Freien, mit Abstand und Masken – so trotzen Unterschleißheimer Sänger mit Rücksicht und Einfallsreichtum der Corona-Gefahr.
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An Ostern gemeinsam ein Hallelujah singen: Im Freien, mit Abstand und Masken – so trotzen Unterschleißheimer Sänger mit Rücksicht und Einfallsreichtum der Corona-Gefahr.

Im Valentinspark

Sehnsucht nach dem Singen: Demo samt „Hallelujah für die Kultur“

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Kreativer Einfall gegen den Krisenkoller: Sänger aus Unterschleißheim haben bei einer Demo im Valentinspark ein „Hallelujah für die Kultur“ angestimmt.

Unterschleißheim – Unter allen Musikern haben Sänger gerade die schlechtesten Perspektiven, weil im Gesang ja so viel Risiko stecken soll. Vor allem die Chöre schweigen seit langem. Doch am Ostermontag gab es eine kurze Ausnahme. Im Valentinspark in Unterschleißheim haben 30 Sänger aus verschiedenen städtischen Chören und Bands gemeinsam das „Hallelujah“ von Leonhard Cohen gesungen. Mindestens zwei Meter Abstand voneinander, mit Maske, im Freien, auf einem Hügel, vor rund 30 Zuhörern, die ebenfalls Abstand hielten.

„Es war die einzige Möglichkeit, nach einem Jahr wieder gemeinsam zu singen“, erzählt die Unterschleißheimerin Lissy Meyer, „es war für uns Sängerinnen und Sänger eine Riesenfreude“, manchen sei die Stimme weggebrochen, so bewegt seien sie gewesen. Die Motivation, wieder loszulegen ist groß. Die Sänger leiden unter dem Probenverbot und vermissen seit Monaten ihre Chöre. „Einige wollten sich zu Ostern spontan im Park zum Singen verabreden“, erzählt Kulturreferentin und Stadträtin Lissy Meyer. Doch eine Nachfrage im Rathaus ergab, dass das verboten ist.

„Das Lied war für einige ein wunderbares Ostergeschenk“

Dann eröffnete sich doch noch ein Weg, zumindest für eine Viertelstunde. Lissy Meyer meldete im Landratsamt eine Demo an unter dem Titel „Ein Hallelujah für die Kultur“. Die Demo wurde am Gründonnerstag bestätigt, „alles war recht knapp“, sagt Lissy Meyer, die die Demo auch gar nicht öffentlich angekündigte, aus Sorge, dass unkontrollierbare Ansammlungen entstehen könnten.

Die Versammlung dauerte mit Ansprache und Gesang genau 15 Minuten. Dirigent Andreas Lübke begleitete den Gesang über Lautsprecher mit einem Playback, das er zuvor eingespielt hatte. „Das Lied war für einige ein wunderbares Ostergeschenk“, berichtet Lissy Meyer, für andere sei das Singen eine hoffnungsspendende Geste gewesen. „Es ging uns nicht darum, gegen etwas zu protestieren. Es war eine Demo, die mehr für uns Sänger geplant war.“ Die Sänger wollten mit der Aktion aber auch zeigen, dass ein gemeinsames Singen gut möglich wäre, wenn man sich an alle vorgegebenen Regeln halte.

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