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Der Blick ins neue Zentrum in Richtung S-Bahn mit Hotelturm, Geschäftszeilen und Wohnungen.

Viele Bürger-Anregungen eingearbeitet

276 Wohnungen, Büros und ein Hotel: Siegerentwurf für neue Stadtmitte gekürt

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Der Siegerentwurf für die neue Stadtmitte in Unterschleißheim steht. Eingearbeitet wurde darin auch viele Anregungen der Bürger. Der Stadtrat muss nun noch sein Okay geben.

UnterschleißheimDas renommierte Münchner Büro Steidle-Architekten hat den Wettbewerb für die neue Unterschleißheimer Stadtmitte gewonnen. Jetzt entscheidet der Stadtrat am Mittwoch, 18. Dezember, ob dieser Entwurf umgesetzt und im Bebauungsplanverfahren weiterentwickelt wird.

Mit großer Mehrheit stimmte die Jury, bestehend aus Architekten, Stadtplanern, Stadträten und den beiden Eigentümern, für den Entwurf. Alle Stadträte und die Besitzer Rock Capital, vertreten durch Peter Neumann, und Robert Müller seien sich einig gewesen, sagte Bürgermeister Christoph Böck (SPD) bei der Präsentation vor rund 250 Zuhörern im Bürgerhaus. Der zweite Platz ging an Baum-Kappler-Architekten aus Nürnberg, gefolgt von Robert Meyer und Tobias Karlhuber aus München. Das Team Steidle-Architekten habe das 2,3 Hektar große Areal vom Postgelände bis zum Hotel „stimmig entwickelt“, sagte Böck.

Der Sieger steht fest: Christoph Böck (l.) und Martin Birgl (Büro Dragomir, r.), der den Wettbewerb organisierte, gratulieren Johannes Ernst (Steidle) und Landschaftsplanerin Stefanie Jühling.

Die Wettbewerbsgewinner sind das Team, das seinen ersten Entwurf am stärksten überarbeitet hat nach den Vorgaben des Stadtrats und der Bürger. Die Unterschleißheimer wünschten sich weniger Dichte und weniger Höhe. Statt drei schlägt Steidle-Architekten nur noch zwei Hochpunkte vor: Ein Hotel-Turm an der Les-Crès-Brücke könnte 13 Geschosse hoch sein mit einer Höhe von rund 43 Metern. Der Wohnturm am nördlichen Ende würde mit zwölf Geschossen 38,4 Meter messen. Die übrigen Gebäude sind vier bis sieben Stockwerke hoch.

2,3 Hektar groß ist das Gebiet: Es bildet mit Bürgerhaus, Rathaus (rechts unten), Ärztezeile das Zentrum der Stadt.

Das Büro Steidle sieht insgesamt 43 700 Quadratmeter vor, die anderen beiden Büros lagen knapp unter dieser Gesamtfläche. Der Schwerpunkt liegt beim Wohnen: Es könnten 276 Wohnungen (25160 Quadratmeter) entstehen sowie 4300 Quadratmeter Freifläche auf Plätzen, Höfen und Dächern, 6500 Quadratmeter Einzelhandel, 7000 Quadratmeter Hotel und 5000 Quadratmeter Bürofläche.

Im öffentlichen Bereich sind grüne Inseln und große Bäume mit Bänken vorgesehen. Das Seniorenwohnen soll eine Gartenfläche bekommen. Im nördlichen Teil ist ein großer grüner Innenhof neu dazugekommen: Der östliche Gebäudeflügel wurde geöffnet, statt einer geschlossenen Front, wie im ersten Entwurf, hat das Steidle-Team jetzt drei Punkthäuser eingeplant, damit der Hof besser besonnt werden kann. Nicht endgültig geklärt ist die Frage, wie die Geschäfte beliefert werden. Möglich ist die Anfahrt über den Münchner Ring durch die Tiefgarage zu Läden und Supermärkten.

„Wir bleiben unter der Hochausgrenze von 50 Metern“, betonte Böck. Die Stadtmitte sei „ein idealer Ort zum Wohnen“ aufgrund der Nähe zur S-Bahn, Bussen, Einkaufsmöglichkeiten und Kulturangeboten, „und wir brauchen in Unterschleißheim mehr Wohnungen“. Bisher gebe es dort nur zehn Wohnungen. Wie viele der etwa 276 Wohnungen im Zuge der Richtlinien zur Sozialen Bodennutzung in städtisches Eigentum übergehen, wird noch mit den Eigentümern ausgehandelt. Peter Neumann von Immobilien-Investor Rock Capital hofft, „dass wir zügig weiterkommen“. Robert Müller, der Eigentümer des Postgeländes sagte, „die Zeichen stehen positiv, auch wenn noch ein Weg vor uns liegt. Ich bin froh, dass der Stillstand beendet ist.“

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