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Ein Touch-Bildschirm liefert Informationen über die Stadtgeschichte, Besucher können einzelne Straßen berühren.

Momentan wird umgebaut

Museum mit Tablet und Touchscreen: So modern kann Stadtgeschichte sein

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Stadtgeschichte in modernem Gewand erwartet die Besucher künftig im Unterschleißheimer Stadtmuseum, das nach dem Umbau mit Tablets und Touchscreens ausgestattet wird.

Unterschleißheim– Besucher des Unterschleißheimer Stadtmuseums werden die Räume im Obergeschoss des Bürgerhauses nicht wiedererkennen. Das Museum steckt mitten im Umbau und ist derzeit geschlossen, doch in einigen Monaten könnte es in einem ganz neuen Licht erscheinen.Daran arbeiten Museumsleiter Stephan Bachter und das Kulturamt.

Wenn die Ideen umgesetzt werden, die die Ausstellungsgestalter von der Agentur Neonpastell dem Kulturausschuss präsentierten, könnte ein funkelndes Juwel für Kunst und Stadtgeschichte entstehen. Die Besucher erleben dann eine anregende Atmosphäre in den noblen Räumen, in denen nichts mehr an die beiden Hausmeisterwohnungen erinnern wird, die sie einmal waren.

Dunkle Wände, Böden und Decken lenken den Blick auf angestrahlte Vitrinen, Objekte und Bilder. Das Zentrum des Museums wird die Sammlung Graf bilden. Die Gemälde, die Unterschleißheim und das Umland im Blick von Künstlern zeigen, geben dem Museum einen Schwerpunkt im Bereich Kunst.  

Installation ist mobil und wieder einsetzbar

Die Gäste bekommen am Empfang ein Tablet, das auch als Audioguide dient. Wer mehr über ein Bild oder ein Objekt erfahren möchte, ruft Informationen ab und erfährt Geschichten über Ort, Szene oder Künstler. Dank der Interaktivität können Wandtexte und Beschriftungen reduziert werden, von der sich manch ein Besucher schnell erschlagen fühlt. Ein weiterer Bereich ist die Stadtgeschichte: Auf einem großen Touch-Bildschirm können die Gäste Straßen berühren und erhalten Informationen zur Stadtentwicklung. Die interaktive Installation ist mobil und wieder einsetzbar, falls das Museum später einmal umzieht. „Es sind Schablonen, die vielfältig befüllbar sind“, sagte Tom Kohlbauer, Geschäftsführer von Neonpastell. Immer neue Inhalte und Objekte können vorgestellt werden. Auch für Sonderausstellungen, etwa von örtlichen Künstlern, gibt es Platz.

Zusätzliche Infos bekommen die Besucher per Tablet.

Die Ideen für die Neugestaltung weckten im Kulturausschuss Vorfreude. Die Ausstellungsgestalter wollen ihr Konzept für rund 145 000 Euro umsetzen. Ob das denn realistisch sei, fragte Stefan Krimmer (CSU) etwas ungläubig. Kohlbauer sicherte Budgettreue zu, der Etat werde eingehalten. Er schlägt die Verbreiterung von Räumen, das Versetzen von Türen und das Schließen von Fenstern und Oberlichtern vor, damit größere, dunkle Räume und eine Sichtachse entstehen. Ein dunkelgrauer Linoleumboden, dunkle Decken und Wände in kräftigem Rot und Königsblau sollen den angemessenen Hintergrund für die Ausstellung bilden.

Die Aufgabe, aus zwei Wohnungen einen „würdigen Rahmen“ für die Stadtgeschichte und die Gemäldesammlung zu gestalten, sei eine „krasse Herausforderung“ gewesen, sagte Kohlbauer, weil die Räume „doch sehr kruschelig“ seien. Vermutlich hat deswegen von sechs eingeladenen Büros am Ende nur die Augsburger Agentur einen Entwurf eingereicht.

„Endlich kommt die Kunst ins Museum“

„Endlich kommt die Kunst ins Museum“, sagte Annegret Harms (SPD). Die Sorge von Brigitte Weinzierl (CSU) und Manfred Riederle (FDP), dass die beliebte Museumspädagogik keinen Platz finden könnte, räumte Museumsleiter Bachter aus. Die Schüler und Kindergartenkinder lernten weiterhin das Buttern, Dreschen oder Waschen, erklärte er, nur an anderen Orten. „Das findet im Depot statt, das Waschen können wir am Brunnen auf dem Rathausplatz anbieten.“

Martin Nieroda (CSU) begrüßte diesen Plan, das Lernen an verschiedenen Orten sei besonders einprägsam, „das bleibt in Erinnerung“. Die Neugestaltung werde in den nächsten Jahren „mehr Menschen anziehen, wir bekommen hier etwas, was auf unsere Dimension passt.“

Einstimmig beschloss der Kulturausschuss, für die künstlerische und handwerkliche Neugestaltung 80 000 Euro in den Haushalt 2020 einzustellen und für die bauliche Umgestaltung 65 000 Euro. Baumaßnahmen und Brandschutz werden mit der Bauabteilung abgestimmt.

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