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Drei Entwürfe ragen heraus: Martin Birgel und Bürgermeister Christoph Böck (r.) mit den drei Siegerentwürfen.

Siegerentwürfe des städtebaulichen Wettbewerbs stehen fest

Hochhäuser, Hotels, Läden: So soll das Stadtzentrum künftig ausschauen

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Das Herz Unterschleißheims verwandelt sich. In den kommenden Jahren entsteht ein urbanes Stadtzentrum mit bis zu 14-stöckige Hochhäusern. So könnte die Stadtmitte ausschauen.

Unterschleißheim – Die neue Unterschleißheimer Stadtmitte wird in einigen Jahren weithin sichtbar sein. Mit mehreren Hochhäusern und bis zu 14 Geschossen wird im Stadtkern eine deutlich Urbanisierung stattfinden.

Jetzt haben die Bürger die Chance mitzureden: Noch diese Woche können sie Vorschläge für das Stadtzentrum einbringen. Wo jetzt noch das leer stehende Isar-Amper-Einkaufszentrum vor sich hin dümpelt, soll Unterschleißheim ein lokales, autofreies Handelszentrum erhalten. Läden, Praxen, Büros, Drogerien, Vollsortimenter und ein Hotel werden entstehen. Aber auch rund 240 neue Wohnungen bauen die Eigentümer Rock Capital und Robert Müller: vom Apartment bis zur Vier-Zimmer-Wohnung, vom seniorengerechten bis zum günstigen Wohnraum – gemäß der „SoBon“.

Entwürfe für Stadtmitte: „Alle haben ihre Stärken, aber auch Schwächen.“

Acht Architekturbüros haben im städtebaulichen Wettbewerb Konzepte für die Neugestaltung des Quartier vorgeschlagen. Wie lassen sich Wohnen, Handel, Gewerbe und öffentliche Plätze ansprechend und sinnvoll anordnen? Drei Entwürfe haben diese Frage überzeugend beantwortet. Die Jury hat daher drei erste Preise vergeben. „Ziel des Wettbewerbs war es, eine Bandbreite von Ideen zu erhalten“, stellte Bürgermeister Christoph Böck (SPD) bei der Pressepräsentation fest.

„Die drei Entwürfe stechen heraus, aber keiner hat vollkommen überzeugt“, erklärt Martin Birgel vom Stadtplanungsbüro Dragomir, das den Wettbewerb organisierte: „Alle haben ihre Stärken, aber auch Schwächen.“ Nun werden diese Woche die Bürger beteiligt. Anschließend überarbeiten die drei Büros ihre Pläne. Gegen Jahresende soll ein endgültiges Konzept vorliegen.

Neue Stadtmitte: Baubeginn? Wohl nicht vor 2022

Dann folgt das etwa zweijährige Bebauungsplanverfahren. Anschließend werden die beiden Eigentümer ihre Grundstücke im Detail entwickeln, Kubatur, Fassade, Materialien festlegen. „Baubeginn könnte ab dem Jahr 2022 sein. Am Ende werden es viele Architekten sein, die die Stadtmitte gestalten“, stellt Böck fest.

Klar ist jetzt schon: Es entsteht keine Mall wie etwa in den Pasing-Arkaden. Alle Läden werden vom öffentlichen Raum aus erreichbar sein. Gemeinsam ist den drei Siegerentwürfen, dass sie eine Front in Richtung Bahnstrecke bilden. Wegen Lärmwerten von über 70 Dezibell können nach Süden zur Les-Crès-Brücke keine Schlafräume entstehen. Das sind die Siegerentwürfe: 

Steidle-Architekten

Das Münchner Büro Steidle-Architekten plant ein 14-geschossiges Hotel-Hochhaus an der S-Bahn mit 170 Zimmern. Dahinter schließen sich mit vier Etagen Ärztehaus und Seniorenwohnen an. Ein elfstöckiger Wohnturm schließt das Quartier im Norden ab. Dazwischen entstehen auf sechs Etagen Büros und Wohnungen. Es gibt grüne Höfe für die Bewohner. Und auf gemeinsam genutzten Dachgärten werden sie die Aussicht genießen.

Das Zentrum von Unterschleißheim wird städtischer. Steidle-Architekten schlagen ein Hotel mit 14 Etagen vor und fünf- bis achtstöckige Häuser für Wohnen und Gewerbe.

Baum-Kappler

Das Nürnberger Büro Baum-Kappler-Architekten schlägt ein zehngeschossiges Hotel vor. Neben dem bestehenden Rathausplatz – der in allen Konzepten dominiert – soll ein kleinerer Bahnhofsplatz entstehen. „Hier gingen die Meinungen der Jury auseinander, ob zwei Plätze sinnvoll sind“, sagt Böck. Positiv bewertete die Jury neben den Arkaden den sehr großen Innenhof für die Bewohner.

Meyer-Karlhuber

Die Münchner Meyer und Karlhuber schlagen eine Reihe unterschiedlich hoher Häuser mit bis zu 14 Geschossen und Dachgärten entlang der Bahn vor, davor legen sie ein grünes Band. Zwei verbundene Innenhöfe sollen den Bewohnern Freiraum eröffnen. Weil sie entlang der Bahn hohe Dichte bilden, bleibt viel Raum vor dem Bürgerhaus frei.

Eine Reihe von unterschiedlich hohen Gebäuden entlang der Bahnstrecke: Der Vorschlag von Meyer-Karlhuber sieht auch einen Platz gegenüber vom Bahnhof vor.

Jetzt sind die Bürger dran:

Bis Freitag, 28. Juni, sind alle Entwürfe im Bürgerhaus ausgestellt, das von 8 bis 22 Uhr geöffnet ist. Am Freitag, 28. Juni, sind hier die Bürger zu einem Bürgerworkshop von 18 bis 22 Uhr eingeladen. Auch ein Bürgertelefon ist eingerichtet: 089/ 457 10 333.

icb

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