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„Wer hier von Kino spricht, meint das Capitol“: Eine Kooperation mit der Stadt wird das Capitol-Kino stärken.

200 zusätzliche Filme im Jahr

Unterschleißheim macht Kino: Stadt kooperiert mit Capitol - Das ist geplant

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Eine Kooperation über zwei Jahre geht die Stadt Unterschleißheim mit dem Capitol Kino ein. Über 100.000 Euro investiert sie. Das neue Konzept ist anspruchsvoll.

Unterschleißheim– Die Stadt Unterschleißheim baut ihre Kooperation mit dem Capitol aus: Sie stellt ihr Kulturprogramm auf eine vierte Säule und veranstaltet ab 2020 kommunales Kulturkino im Capitol. Das hat der Stadtrat am Donnerstag mit 16:13 gegen die Stimmen von CSU und FDP entschieden.

Ab 2020 wird der städtische Kulturbetrieb „Forum Unterschleißheim“ bis zu 200 Vorstellungen pro Jahr im Kinosaal an der Alleestraße veranstalten. Zunächst ist diese Kooperation für zwei Jahre geplant, dann will man eine erste Bilanz ziehen.

Capitol Kino: „Das Vertrauen haben wir uns über Jahre hinweg hart verdient“

90 000 Euro plant die Stadt im kommenden Jahr für ihr Kinoprogramm ein und sieht weitere 20 000 Euro für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit vor. Vierteljährlich soll eine Programmbroschüre erscheinen. Stefan Stefanov, der Betreiber des vielfach ausgezeichneten Capitol, wird die Filme auswählen und Veranstaltungsreihen mit dem Forum konzipieren. Die Erlöse aus dem Eintrittsgeld fließen an die Stadt.

Die Bürger dürfen sich auf anspruchsvolle Filme aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Kultur freuen, auch Programmreihen für Senioren, Kinder und Schüler werden präsentiert. Einmal wöchentlich wird ein Filmklassiker sowie einmal pro Monat ein fremdsprachlicher Film mit Untertiteln angeboten. Stefanov freut sich über die gemeinsame, projektbezogene Arbeit, die dem Capitol-Kino einen Schub geben wird. „Das Vertrauen haben wir uns über Jahre hinweg hart verdient“, sagt der 36-Jährige.

Capitol Kino: Zukunft ist und bleibt ungewiss

Das Programmkino, das inzwischen 60 Jahre alt ist, ist fest etabliert. Doch die Zukunft ist ungewiss, der Mietvertrag läuft 2023 aus. Zwar gibt es die Option auf Verlängerung, doch ob es dazu kommt, ist offen.

Die unsichere Situation ist dem Stadtrat schon lange bekannt. Bürgermeister Christoph Böck (SPD) hat mit SPD, Grünen und ÖDP nun das städtische Kinoprogramm beantragt. „Das ist ein willkommener Baustein für unser Kulturprogramm“, sagte Annegret Harms (SPD). Jolanta Wrobel (ÖDP) ist überzeugt, dass Stadt und Capitol durch eine Kooperation gewinnen. Martin Nieroda (CSU) plädierte dafür, die Entscheidung zu vertagen: Was ist, wenn an der Alleestraße keine Räume mehr zur Verfügung stehen? „Unser städtisches Kinoprogramm sollte doch eine weitreichende Perspektive haben.“ Wrobel entgegnete: „Die Kooperation schließt nicht aus, dass wir uns weiter um die räumliche Situation des Kinos kümmern.“ Auch die Freien Bürger schlossen sich dieser Haltung an.

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