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„Irgendwann müssen wir auch mal springen“

Trotz CSU-Protest: Stadtrat hält an Grundschul-Neubau fest

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Wegen der ungewissen Finanzlage will die CSU in Unterschleißheim den Neubau der Michael-Ende-Grundschule verhindern. Doch die Mehrheit des Stadtrats war dagegen, deckelte die Kosten allerdings. 

Unterschleißheim– Nach dem Bauausschuss hält auch der Stadtrat am Neubau der Michael-Ende-Grundschule fest. Die Mehrheit will die Schule bis 2022 fünfzügig neu bauen. Mit 19:10 beauftragten SPD, Grüne, AfD, Freie Bürgerschaft und ÖDP die vierte Planungsphase und beschlossen auch eine Kostenobergrenze bei 68,2 Millionen Euro, damit die Kosten nicht weiter steigen. Nur d ie CSU will das Projekt wegen der ungewissen Finanzentwicklung stoppen und noch einmal verschieben. „Es gibt auch noch Container, die könnten wir daneben hinstellen“, sagte Friedrich Kiener (CSU), „und dann können wir schauen, ob sich die Konjunktur erholt.“ Stefan Diehl (CSU) warnte, dass man vielleicht Schulden aufnehmen müsse, „man sollte kleineren Projekten“, wie dem BRK-Neubau Vorrang geben.

„Irgendwann müssen wir auch mal den Mut aufbringen und springen“, hielt Bürgermeister Christoph Böck (SPD) ihnen entgegen: „Wir haben uns ja schon fast dafür geschämt, dass wir hier nichts vorwärts gebracht haben.“ Seit den 90er Jahren sei der schlechte Bauzustand ein Thema, immer wieder seien Schleifen bei der Planung gedreht worden. „Wenn wir warten, wird es nur noch teurer.“ Selbst wenn ein Darlehen nötig sei, werde das die Stadt nicht in Schwierigkeiten bringen, „es wird vorübergehend schwierig, klar, aber Unterschleißheim hat doch keine signifikanten Finanzprobleme! Wir haben hervorragende Rücklagen.“

Auch Martin Reichart (FB) hält eine Notbremsung für falsch: „Da wird German Angst in den Vordergrund geblasen“, warf er der CSU vor.

Neubau muss daher fünfzügig werden

Aktuell besuchen 351 Schüler in 15 Klassen die vierzügige Grundschule, Baujahr 1973. Die Prognose zeigt, dass die Schülerzahl steigen wird. Der Neubau muss daher fünfzügig werden. Zum einen, weil mindestens zwei Baugebiete bis 2030 entwickelt werden können. Neue Kapazitäten sind aber auch nötig, weil es an den beiden anderen städtischen Grundschulen keinen Platz für neue Klassen gibt, sondern hier nur Erweiterungen für die Ganztagsbetreuung möglich sind.

Zur Debatte stand neben der Fünfzügigkeit auch die Wegführung, die in enger Abstimmung mit der Schulleitung nochmals überarbeitet wurde. Die Hälfte der Schüler kommt mit dem Bus oder wird mit dem Auto gebracht. Die anderen kommen mit Fahrrad, Roller oder zu Fuß. Thomas Bittner (CSU) hatte im Bauausschuss kritisiert, dass der Zugang vom Meschendörfer Weg wegfallen soll, den gerade Schüler nutzen, die mit Roller, Rad oder zu Fuß von Norden kommen. Die Erschließung durch zwei Eingänge sei eigentlich eine Aufgabe an die Architekten gewesen. Die Schulleitung will aber aus Sicherheitsgründen, dass alle Schüler kontrolliert über den Haupteingang am Münchner Ring in die Schule eintreten. Nun soll für die Rad- und Rollerfahrer ein zweiter Gehweg parallel zum Müller-Guttenbrunn-Weg eingeplant werden.

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