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Leckerli für Herrchen und Frauchen

Anreiz der Stadt: Wer Hundeführerschein macht, muss keine Hundesteuer zahlen

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Die Stadt Unterschleißheim versucht, Herrchen und Frauchen den Hundeführerschein schmackhaft zu machen: Wer die Prüfung ablegt, bekommt die Hundesteuer erlassen.

Unterschleißheim – Die Stadt Unterschleißheim will Anreize zum Hundeführerschein geben: Wer künftig den Sachkundenachweis erwirbt – die Prüfung kostet rund 100 Euro – , wird für drei Jahre von der Hundesteuer befreit und spart sich so 150 Euro.

1000 Hunde leben in der Stadt. Es geht Bürgermeister Christoph Böck (SPD) und seiner Verwaltung um ein besseres Miteinander zwischen Hund und Mensch. Immer häufiger würden sich Bürger beschweren, die sich von Hunden oder Haltern belästigt fühlten, heißt es vonseiten der Stadt. Auf diese Entwicklung reagiert das Rathaus mit dem neuen Angebot: Wer den Hundeführerschein ablegt, zahlt drei Jahre keine Hundesteuer.

„Es ist optional, keine Pflicht“

Erst in der vergangenen Woche beschäftigte ein handgreiflicher Streit zwischen zwei Hundehalterinnen die Facebook-Gruppe „Unterschleißheim 85716“ und löste zahlreiche Kommentare aus. Offenbar waren die Hunde der beiden Frauen freudig aufeinander zugesprungen. Weil die eine Hundehalterin der Aufforderung der anderen, ihren Hund anzuleinen, nicht nachkam, attackierten sich die Frauen mit Hundeleine und Tritten, was umso schlimmer war, weil wohl eine der beiden schwanger ist.

Anders als in Niedersachsen, wo der Hundeführerschein seit 2013 für jeden verpflichtend ist, der sich einen Hund neu anschafft, besteht in Bayern Freiwilligkeit. Das soll auch in Unterschleißheim so bleiben. „Es ist optional, keine Pflicht“, sagte Theodor Pregler (CSU), der die Idee „prinzipiell gut“ findet, aber vorschlug, den Anreiz zu erhöhen und bei Nachweis der Prüfung die Hundesteuer von 50 Euro pro Jahr drei Jahre lang zu erlassen, statt zwei Jahre, was die Verwaltung zunächst vorgeschlagen hatte. Dem folgte der Hauptausschuss einstimmig. Nun muss der Stadtrat noch sein Plazet geben.

Stadt will so „Angstsituationen“ vorbeugen

Friedrich Kiener (CSU) bezweifelt zwar, dass es weniger „Hinterlassenschaften von Hunden“ geben werde. „Das ist in den vergangenen Jahren weniger geworden“, brach Böck eine Lanze für die Hundehalter. Prinzipiell gehe es aber vor allem darum, „Angstsituationen“ vorzubeugen.

Denn nicht jeder Halter kann mit seinem Hund umgehen. Einige Hunde hören nicht auf Befehle und stellen eine Gefahr dar. Ein Hundeführerschein solle dokumentieren, dass Hundehalter „Kenntnisse über ihr Tier haben und es unter Kontrolle halten können“, sagte Böck. „Ich habe die Hoffnung, dass viele Unterschleißheimer den Hundeführerschein machen, denn die Hunde sind nicht die Schuldigen, sondern derjenige am Ende der Leine.“ Michael Schessl (CSU) regte an, die Erfahrungen nach zwei Jahren auszuwerten.

Lesen Sie auch: Hunde-Experte sagt: „Kampfhunde sind nicht aggressiver als andere Rassen“

Einen amtlichen Hundeführerschein gibt es nicht, vielmehr bieten Hundeschulen oder Tierverbände die Prüfung an. Im Theorie-Teil geht es um Fragen des Umgangs mit dem Hund, seine artgerechte Haltung und gesetzliche Vorschriften. Im Praxis-Teil beobachten die Prüfer Hund und Halter in Alltagssituationen.

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