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Groß war der Andrang an den Pinnwänden, an denen die Unterschleißheimer ihre Wünsche anheften konnten.

Bürgerveranstaltung

Wunschzettel für die Stadtgestaltung

Unterschleißheim - Man muss dem Volk aufs Maul schauen, hat schon Martin Luther gesagt. Und so hat die Stadt Unterschleißheim die Bürger mit ins Boot geholt, um sie an der Entwicklung ihres Heimatortes teilhaben zu lassen. Ob Wohnen, Bauen, Landschaft oder Energie: Ihre Wünsche und Kritik konnten die Unterschleißheimer bei einer Infoveranstaltung im Bürgerhaus loswerden.

Anlass für die Veranstaltung ist die Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes der Stadt. Was im ersten Moment sperrig klingt, ist einfach erklärt: Der Flächennutzungsplan ist die Basis städtebaulicher Entwicklung und zeigt, wie und wofür die vorhandenen Flächen einer Kommune in den nächsten rund 20 Jahren genutzt werden sollen. „Bevor die Diskussion in die Gremien geht und wir Entscheidungen treffen, wollen wir die Bürger fragen“, sagte Bürgermeister Christoph Böck (SPD) vor den rund 200 Besuchern im Bürgerhaus. Er versicherte: „Ihre Anregungen werden in den Entscheidungsprozess mit einfließen.“ 

Vorbereitend hat die Stadt Landschafts- und Stadtplaner beauftragt, die Möglichkeiten auszuloten nach den Punkten Bevölkerungsentwicklung, Wohnbauflächen, Soziale Infrastruktur, Gewerbeflächen, Energie und Landschaftsplan. Bettina Gerlach von „Dragomir Stadtplanung“ etwa gab einen Einblick in die Bevölkerungsentwicklung. Demnach steigt die Einwohnerzahl Jahr für Jahr erheblich. Waren es im Jahr 1980 noch etwa 16 000 Einwohner, zählt man heute schon knapp 29 000 Menschen. Den höchsten Bevölkerungszuwachs an jungen Menschen erlebte die Stadt in den 70er und 80er Jahren. Daraus lässt sich der heute hohe Anteil an über 50-Jährigen in der Kommune erklären. Deutlich wird auch: Wer einmal eine Wohnung oder ein Haus bezogen hat, bleibt dort meist auch bis ins hohe Alter, vor allem wenn es sich um Eigentum handelt. Die Konsequenz daraus: Unterschleißheim braucht bei weiterem Zuwachs mehr Wohnraum und mehr Angebote für ältere Menschen.

Wünsche und Kritik der Bürger

An Pinnwänden konnten die Unterschleißheimer ihre Wünsche und Kritik auf Zetteln hinterlassen. Eine Auswahl: „Der Nahverkehr ist eine Zumutung. Eine Buslinie nach Feldmoching wäre hilfreich.“ „Grüne Flächen bitte möglichst schnell zur Bebauung freigeben.“ „Bezahlbarer sozialer Wohnraum für Familien mit Kindern, auch unter Berücksichtigung des Alters.“ „Ich finde es gut, dass es einen Landschaftsschutzplan gibt und die Überlegungen nicht nur einfließen, sondern ernstgenommen werden.“ „Uns fehlt eine Antwort auf die Frage: Ist weiteres Wachstum überhaupt nötig?“ „Wie reagiert die Stadt auf den Klimawandel? Ois zubaun?“ „Wir wollen eine Antwort darauf, warum genau Flächen, die stark als Erholungsgebiete genutzt werden, unbedingt bebaut werden sollen? Viele Jogger, Hundebesitzer nutzen die Fläche, um nicht in den Wald zu müssen.“ „Es fehlt eine Verkehrsinfrastruktur im Grenzbereich, S-Bahn, und Zubringer von und nach München.“

pk

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