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Im Februar geht‘s los

Unterschleißheims Bahnhöfe werden barrierefrei

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Ab 1. Februar werden beide Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut.Nun gab‘s Infos zum Ablauf für die Bürger.  Rollstuhlfahrer freuen sich auf April 2019: Dann können sie endlich selbstständig in die Züge einsteigen.

Unterschleißheim  - Seit 2010 hat die Stadt für den barrierefreien Ausbau gekämpft. Nach zähen Verhandlungen hätte 2014 die gemeinsame Planung mit der Deutschen Bahn (DB) begonnen, berichtet Bürgermeister Christoph Böck (SPD) mit dem Ergebnis, dass nun alle Zugänge zu den beiden Bahnhöfen vollständig barrierefrei werden. Vorgesehen sind neben behindertenfreundlichen Rampen und Aufzügen teilweise auch Dächer auf den Bahnsteigen. Die Abstellanlagen für Fahrräder werden erweitert und teilweise erneuert, auch MVG-Leihräder stehen nach dem Umbau bereit. Um das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu erhöhen, wird der Bahnsteig in Unterschleißheim mit zwölf Videokameras ausgestattet.

Elf Millionen Euro investiert die Stadt aus eigenen Mitteln, damit am Bahnhof Unterschleißheim auch der Nordzugang von der Bergl- und der St.-Benedikt-Straße barrierefrei wird.

Bis dahin sind allerdings Behinderungen zu erwarten, vor allem während der sechswöchigen Komplettsperrung beider Bahnhöfe in den Sommerferien vom 28. Juli bis 10. September. Die Bahn richtet in dieser Zeit einen Schienenersatzverkehr ein.

An zwei Wochenenden im Frühjahr – vom 2. bis 5. März und 9. bis 12. März sowie vom 18. bis 20. Mai und 20. bis 22. Mai – sind die Bahnunterführungen am Bahnhof Unterschleißheim gesperrt, allerdings abwechselnd, so dass immer ein Durchgang begehbar ist.

Laut wird es vor allem, wenn die Schalwände ins Erdreich gerammt werden, besonders die Lohhofer würden dies aufgrund der Bodenbeschaffenheit zu hören bekommen, erläuterte die DB, und zwar vom 27. Februar bis 12. März.

Die Deutsche Bahn nutzt die Vollsperrung in den Sommerferien für eine große Bauoffensive: Die Schienen und Weichen zwischen Feldmoching und dem Flughafen sollen in nur sechs Wochen auf 33 Kilometern ausgetauscht werden. „Für uns ist das eine Riesenbaumaßnahme“, sagte Maya Schuhmann von der DB, „die 61 000 Betonschwellen mussten wir schon im Werk vorbestellen, damit sie rechtzeitig vorliegen“. Eine – allerdings sehr laute – Großbaumaschine verlegt 32 Meter Gleise pro Stunde. Das Gute, so Schuhmann: „Sie ist auch sehr schnell.“

Den Schienenersatzverkehr erläuterte Bahnsprecher Michael-Ernst Schmidt: „Die Busse fahren dann nicht nach Plan. Sie fahren immer dann ab, wenn sie voll sind. Da wird ein richtiger Pendelverkehr entstehen.“

Mehrere Zuhörer bezweifelten dies allerdings: „Die Busse werden schon komplett voll sein, wenn sie Lohhof und Unterschleißheim erreichen“, befürchtet ein Zuhörer, dann würden alle auf den 219-er Bus nach Hochbrück stürmen. Schmidt versprach: „Wir lassen die Busse versetzt fahren.“ Claudio Demel berichtete: „Ich habe schon mehrere Schienenersatzverkehre mitgemacht und es als Rollstuhlfahrer öfter erlebt, dass mich die Busse nicht mitgenommen haben.“ Schmidt riet Rollstuhlfahrern, sich vor Fahrtantritt telefonisch bei der Bahn anzumelden. Hannelore Emontz-Meister bat, dass die Bordsteine an den Bushaltestellen ausreichend breit werden, sonst könnten Rollstuhlfahrer vom Bus nicht sicher aussteigen.

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