Unterschleißheims diskreter Flirt mit BMW

  • Charlotte Borst
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Noch sind die Pläne einer Neuansiedlung von BMW in Unterschleißheim-Oberschleißheim weder offiziell noch konkret. Lokalpolitiker senden aber Signale.

Unterschleißheim – Ohne die drei Großbuchstaben des Münchner Autobauers zu erwähnen, positionierten sich Gegner und Befürworter am Montag zur BMW-Ansiedlung, bevor der Bauausschuss den neuen Flächennutzungsplan einstimmig billigte. Er sieht kein neues Gewerbegebiet vor. Trotzdem konnte man bei SPD und CSU diskrete Einladungen an BMW heraushören.

Der Hintergrund: BMW sucht einen zusätzlichen Standort im nördlichen Großraum München. Im Gespräch sind auch etwa 30 Hektar an der Grenze von Oberschleißheim und Unterschleißheim. Die Schleißheimer Gruppe des Bund Naturschutz wehrt sich gegen eine neue Gewerbeansiedlung, weil dadurch der erhoffte Moos-Haide-Park beschnitten würde. Andererseits ist BMW mit seinem Zentrum für Autonomes Fahren schon heute ein höchst willkommenes Unternehmen in der Stadt.

Wird man vielleicht doch den roten Teppich ausrollen? Bisher wurde darüber nur nichtöffentlich beraten. Bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans stellte sich nun öffentlich die Gretchenfrage: Wie steht die Stadt zur Ausweisung neuer Gewerbeflächen?

Naturschützer bangen um den Moos-Haide-Park

Fakt ist: Der Flächennutzungsplan sieht keine neuen Gewerbegebiete vor. So soll es nach Meinung von Jürgen Radtke (Grüne) auf lange Sicht bleiben. Er ist Vorstandsmitglied im Bund Naturschutz und tritt für den Moos-Haide-Park ein. Daher möchte er die Ziele des Plans gern fixieren: „In der Diskussion zeigte sich, dass die verfügbaren Gewerbeflächen für 20 bis 25 Jahre ausreichend sind und wir keine neuen wollen.“ Zu den anderen Fraktionen sagte er: „Ich freue mich darauf, dass sie diesen Plan mit ihrem Votum unterstützen und bedanke mich, dass wir ein Stück Planungsreife bekommen.“

Gegen neue Gewerbeflächen ist auch Bernd Knatz (ÖDP): „Wir haben einmütig festgestellt, dass unsere Gewerbeflächen groß genug sind. In diesen Plan ist viel Hirnschmalz und Arbeit geflossen. Er ist unsere Richtschnur für 20 bis 25 Jahre.“

Der Bürgermeister hält sich alle Optionen offen

Flexibler sieht Bürgermeister Christoph Böck (SPD) die Zukunft: Die nächste Änderung des Plans könnte „schneller kommen, als man meint“, sagte er und hält sich alle Optionen offen: „Der Plan ist nicht in Stein gemeißelt. Seine Entwicklung ist ein fortlaufender, lebendiger Prozess.“ Ähnlich positionierte sich CSU-Baureferent Theodor Pregler: „Ich stehe dafür, dass wir für eine sehr maßvolle Entwicklung eintreten. Wir stehen zum Flächennutzungsplan, wiewohl er natürlich die Basis für weitere Diskussionen legt.“

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Einig sind sich alle beim Thema Wohnen: Auf neue Siedlungen außerhalb der bebauten Gebiete wird verzichtet. Ausnahme ist das sogenannte Erdbeerfeld am Münchner Ring, ein Drittel davon ist für Wohnen ausgewiesen. Ansonsten soll nur innerhalb der bebauten Gebiete nachverdichtet werden.

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