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So soll der Gemeinschaftsgarten mal aussehen.

50 Parzellen auf einem Acker

Urbaner Garten in Unterschleißheim

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Die Wartelisten für Kleingartenanlagen sind lang: Aber Michael Bauer will gärtnern. Also pachtet er 3000 Quadratmeter Acker. Für sich und viele Gartenfreunde.

Unterschleißheim – Die Vorbereitungen für die Saison laufen. Michael Bauer züchtet zuhause kleine Setzlinge. Feldsalat, Pflücksalat, Karotten und Spinat sprießen schon unter einer LED-Wachstumslampe. Bald wird Bauer seine Pflänzchen einsetzen, nicht in einen Garten, sondern gleich in die Furchen eines Ackers – und auf diesem Feld wird der 29-Jährige aus Unterschleißheim nicht der einzige Gärtner sein.

In Sichtweite zur A 99 und nicht weit vom Unterschleißheimer See entfernt, hat er das Garten-Projekt ins Leben gerufen. 50 Parzellen, jede 60 Quadratmeter groß, stehen „Am Weiher“ zur Verfügung. Weil die Gärten im Stadtgebiet für Gemüseanbau meist zu klein sind und die Wartelisten der Kleingartenanlagen zu lang, hat Bauer nach langer Suche ein Feld gefunden und gepachtet. Jetzt sucht er Gleichgesinnte, die ebenfalls ihr eigenes Gemüse in Unterschleißheim züchten wollen. „Einen Schrebergarten zu bekommen, ist schwierig“, sagt Bauer, „drei bis vier Jahre muss man warten. Oft wird eine hohe Ablöse verlangt, etwa 20 000 bis 25 000 Euro.“

Der Initiator: Michael Bauer.

„Urban Gardening USH“ heißt die Idee, die Michael Bauer jetzt erstmals öffentlich vorgestellt hat. Gut 50 Besucher kamen auf Einladung von Bündnis 90/Grüne zu seinem Vortrag. Die Veranstalter hatten mit so viel Interesse gar nicht gerechnet und schleppten weitere Stühle ins Museumsstüberl, sogar eine Bierbank wurde noch aufgestellt. Nach dem Infoabend meldeten sich zehn weitere Interessenten, sodass inzwischen 25 Parzellen vergeben sind, weitere 25 stehen noch zur Verfügung.

Und wer macht mit beim Pflanzen, Jäten, Ernten? „Ganze Familien mit drei Generationen“, sagt Bauer. Rentner und sogar Jugendliche beteiligen sich. „Sie verfolgen im Internet Videokanäle zum Thema Gärtnern und wollen diese Tipps selbst umsetzen.“

Auf dem Acker wird eine kostenlose Wasserversorgung zur Verfügung stehen: Der Schwebelbach fließt im Norden des Ackers vorbei, „und wir werden auch einen Brunnen bohren“, sagt Bauer. Eine Genehmigung liegt bereits vor. Für Werkzeuge wird er einen Container aufstellen, der für alle Teilnehmer zugänglich sein soll. Wer möchte, darf ein Foliengewächshaus von bis zu zwölf Quadratmetern auf seiner Parzelle einrichten. Auch der Ideenaustausch unter den Gärtnern ist erwünscht. Auf der Anbaufläche dürfen jedoch keine Hochbeete, Schuppen oder Zäune errichtet werden.

Die Jahrespacht beträgt 165 Euro pro Parzelle, dazu kommt eine einmalige Kaution von 150 Euro. „Wir haben den Betrag so günstig gehalten, dass ihn sich quasi jeder leisten kann“, sagt Bauer. Verdienen will er nichts mit dem Projekt. Ihm geht es darum, sein eigenes Gemüse anzupflanzen. „Ich bau’ alles an, was geht.“ Michael Bauer freut sich, dass es klappt mit seinem Traum vom städtischen Garten. Demnächst wird er unter seiner LED-Lampe Kohlsorten ansäen.

Parzellen reservieren

Mehr Informationen zum Projekt gibt’s unter : http://urbangardening.business.site/

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