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Die Jahrgangsbesten: Die Abschlusszeugnisse von (v.l.) Amelie Milzarek, Michael Ries und Martina Lednicka schmückt jeweils eine 1,09.

Abschlussfeiern und zeugnisvergaben 

Von Beruf Schülersprecher

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140 Absolventen der Therese-Giehse-Schule feierten mit Freunden und Familie, mit Lehrern und dem Direktorat im Bürgerhaus Unterschleißheim die Mittlere Reife. Ein Schüler hat einen ausgefallenen Zukunftswunsch.

Unterschleißheim – Zur Entlassfeier nach Unterschleißheim ist auch Annette Ganssmüller-Maluche (55) gekommen und das nicht nur als Abgesandte des Landrats. Die Kommunalpolitikerin der SPD will etwas bewegen. „Schule ist nicht mehr, was sie einst war“, sagte sie. „Die Welt ist eine andere geworden.“ Das Leben sei längst nicht mehr so berechenbar, wie zu Zeiten, als sie die Schule abschloss. Statt trockener Wissensvermittlung, purem Auswendiglernen sollten Schüler ihrer Ansicht nach viel mehr an Selbstbewusstsein reifen, wichtige Kompetenzen erlernen: Was so ein Abschluss wert ist, was es heißt, die Mittlere Reife in der Tasche zu haben – oder auch nicht.

Schulleiterin Karin Lechner (47) hat den Tag ihrer Entlassfeier vor 30 Jahren noch mit jedem einzelnen Detail vor Augen. „Letzten Sonntag bin ich schweißgebadet aufgewacht“, erzählt sie, „weil ich doch tatsächlich träumte, dass ich den Notenschnitt nicht schaffte.“ Für die diesjährigen Absolventen ist die Zeit von Noten und Prüfungen vorüber, und Schulleiterin Lechner stellt fest, dass sie diesen Jahrgang schmerzlich vermissen wird. All die Schüler mit ihren individuellen Leistungen, ihren Schwächen wie Stärken. Immerhin 19 von 140 erreichten eine Eins vor dem Komma.

Die Schule im Herzen: Schülersprecher Jan Kämmerer.

Karin Lechner schaut gern auf den einzelnen Menschen, das Individuum. Auf einen wie Jan Kämmerer (17), der ihr in all den Jahren viel Freude bereitete. Der 17-Jährige ist nicht nur Zweitbester (1,18). „Der Jan hat die Schule gelebt.“ In der fünften Klasse bewarb er sich als Schülersprecher. In der Sechsten ist er es geworden. Den Job, den stets einer der Großen inne hatte, definierte Kämmerer neu. Projekte wie das Schülerradio, die Lehrer-Schüler-Olympiade oder der regelmäßig Info-Brief der Schüler-Mitverwaltung gehen auf sein Konto. Jan Kämmerer habe die Schule geprägt, sagt Schulleiterin Lechner. Jan Kämmerer sei eine Institution gewesen.

Kämmerers Markenzeichen ist die tadellose Klamotte. Weißes Bügelhemd mit schwarzer Krawatte. Immer akkurat und immer einen Sticker mit dem Schulnamen auf der Brust. Diesmal klemmt unter seiner Achsel eine Mappe mit einer Rede. Kämmerer ist als Abschlussredner gebucht. Bei aller Professionalität – dieser Tag macht auch ihm zu schaffen. Das letzte Mal, dass alle ihn grüßen, weil alle ihn kennen. Es ist ein besonderer Tag, aber eben auch der letzte. Mit ein bisschen Wehmut blickt er zurück auf all die Jahre, und für einen Moment scheint es, als glitzerte im Augenwinkel ein Tränchen. Zum Glück ist da noch die Abschlussfahrt kommende Woche mit der 10c nach Barcelona. Jawohl, sagt Jan Kämmerer, sanft lächelnd. Er würde gern ein paar Jahre dranhängen. 

Als Schülersprecher, versteht sich. Kämmerers Plan sieht aber anders aus. Demnächst wechselt er an die Fachoberschule. Ginge es nach ihm, seine Zukunft stünde fest: „Schülersprecher beruflich; das wär’ schon was.“

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