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Gemüsebeete im Garten statt tristem Beton: Einen Schulgarten, wie es ihn in Höhenkirchen-Siegertsbrunn gibt, wünschen sich viele Unterschleißheimer für ihre Grundschulen.

Vorschläge für den Bürgerhaushalt: Schulgarten auf Platz eins

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Unterschleißheim - Für 100 000 Euro will die Stadt im kommenden Jahr möglichst viele Wünsche ihrer Bürger erfüllen. Während gerade die Projekte aus dem Bürgerhaushalt 2016 umgesetzt werden, verabschiedete der Stadtrat dieser Tage den Bürgerhaushalt für 2017.

 Die Essenz aus 57 Vorschlägen kulminiert für das laufende Jahr in einer Top-20-Liste. Die Liste für den Bürgerhaushalt 2017 ist das Ergebnis der Vorschläge von 366 Unterschleißheimern. 

Zwar beteiligten sich an der jüngsten Version des Bürgerhaushalts insgesamt mehr als 1000 Menschen. Die Mehrheit aber wolle bloß mal schauen, wolle Vorschläge allenfalls kommentieren, sagte Rathaus-Sprecher Steven Ahlrep. Der harte Kern überzeugter Bürgerhaushalt-Aktivisten besteht aus den 366 Unterschleißheimern. 

Das geringe Interesse am Bürgerhaushalt, den es seit 2015 gibt, beflügelt die Kritiker: 366 Aktive könnten kaum für ein repräsentatives Ergebnis sorgen, findet SPD-Sprecherin Annegret Harms.

 Schon im Frühjahr hatte Manfred Riederle (FDP) von einer „beschämend“ geringen Akzeptanz gesprochen. Die Stadt kündigte an, die Öffentlichkeitsarbeit für den Bürgerhaushalt zu verstärken, will, wie im Vorjahr, wieder Hauswurfsendungen organisieren. Für Ahlrep stellen Ergebnisse die beste Werbung dar: Bürgervorschläge sollten zeitnah umgesetzt werden. Für den Bürgerhaushalt 2017 bedeutet das nichts weniger, als Ergebnisse auch im Jahr 2017 zu liefern. Nur so könne der Bürgerhaushalt als Instrument direkter Demokratie begriffen werden.

 Als markante Projekte in die Top 20 geschafft haben es Vorschläge wie Boulebahnen im Valentinspark, öffentliche Gemüsebeete, das Lampionfest im Lohwald und GPS für Linienbusse. Möglichkeiten, Sport zu treiben sind besonders nachgefragt. Groß ist auch der Anteil derer, die in der Stadt nach Naturnähe, nach dem Ländlichen, suchen. 

Auf Rang 1 gewünscht haben sich die Teilnehmer „Schulgärten“. Gemeint sind Projekte für Grundschulen. „Damit Kinder lernen, dass es sich lohnt, etwas Zeit in Erdbeeren, Gurken und Co. zu investieren“, argumentierte ein Unterschleißheimer. Originell wirkt die Idee, MVV-Kunden die Möglichkeit an die Hand zu geben, Busse via Smartphone zu orten, um etwa über Verspätungen auf dem Laufenden zu sein. 

Intensiv kommentiert wurden die seit Langem gewünschte Busanbindung nach Dachau und Themen wie die kommunale Verkehrsüberwachung. Für den Dachau-Bus ist die Stadt allerdings nicht zuständig. Das Rathaus will sich mit dem MVV absprechen. Die zuletzt von Grünen und ÖDP Ende 2015 geforderte kommunale Verkehrsüberwachung ist von der Mehrheit der Stadträte nicht gewünscht. Einen entsprechenden Antrag hatte der Stadtrat nicht angenommen. 

Ebenfalls heiß diskutiert ist die Neugestaltung des Spielplatzes Alleestraße. Der Vorschlag fand sich schon im Vorjahr im Bürgerhaushalt 2016 wieder, ist dort mit 65 000 Euro ausgestattet. Laut Rathaus werden Aufträge gerade vergeben. Im Frühjahr soll der Spielplatz freigegeben werden.

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